DAVE ist ein Roman für Jugendliche und Erwachsene von Raphaela Edelbauer, der erstmals am 10. Januar 2021 im Klett-Cotta Verlag erschien. Der Titel bezieht sich auf die fiktionale Künstliche Intelligenz namens DAVE, welche in diesem Roman eine zentrale Rolle spielt. Der Roman erhielt im Jahr 2021 den Österreichischen Buchpreis und war im Jahr 2022 in der Kategorie Bester Roman für den Kurd-Laßwitz-Preis nominiert.

Handlung Kontext Der Roman spielt sich in einem autarken Labor irgendwo im Nirgendwo ab. Das Labor ist das letzte Überbleibsel der Menschheit, da der Rest der Menschheit an der Überbevölkerung zugrunde ging. Das gesamte Labor arbeitet an einer KI (Künstlichen Intelligenz), die alle Probleme lösen sollte: DAVE.

Kapitel 1 Der Roman beginnt mit einem donnernden Alarm, der die Spätschicht der Programmierer Syz und Pawel einläutet. Verärgert bemerkt Syz, dass er heute jemanden einschulen sollte. Er macht sich also auf den Weg zum Treffpunk, wo er Khatun, eine gelernte Ärztin, trifft. Syz ist auf den ersten Blick verliebt und zieht deswegen den Rundgang durchs Großraumbüro so weit wie möglich in die Länge. Als Syz den Heimweg antritt, donnert der Zentralalarm durchs Labor, woraufhin alle Mitarbeiter gemäß dem Notfallplan ins Großraumbüro stürmen, um mit ihren eigenen Rechnern alle Daten zu sichern. Doch in diesem Chaos verliert Syz sein Bewusstsein und kommt einige Zeit später in den Armen eines alten Mannes wieder zu sich. Sie machen sich gemäß Befehl auf den Weg zu den Serverfarmen im unteren Stock. Unten ist es stechend heiß, da die Server zu überhitzen drohen. Durch Entfernen der Kabel und der Kühlung mit Wasser kann eine Katastrophe verhindert werden. In diesem Getümmel findet Syz eine Administratorenkarte, welche er einsteckt.

Kapitel 2 Zwei Monate sind vergangen und im Labor wird heiß diskutiert, wofür DAVE eingesetzt werden sollte. Die Transhumanisten fordern das Hochladen von Personen in die Cloud. Auf der anderen Seite stehen die Neoterraner, sie fordern die sofortige Umsiedlung auf den Mars. Syz trifft sich seit langem mal wieder mit seinen alten Freunden Felis und Garaus. Syz beschwert sich über die Tatsache, dass all seine Beförderungsgesuche abgelehnt werden, obwohl jedes einzelne seiner SCRIPTs mit einem AAA+ bewertet wird. Sie diskutieren über den verpflichtend verhängten Veganismus, die Wichtigkeit der Sprache und die Pascal-Moravec-Hypothese bzw. Personenvermutung für künstliches Bewusstsein.

Kapitel 3 Syz wird von vermummten Menschen aufgeweckt, welche ihn an eine Trage fesseln und ihm die Augen verbinden. Einige Zeit später findet er sich im Zentrallabor, dem Hochsicherheitstrakt des Labors, wieder. Vor ihm steht Prof. Fröhlich mit einigen seiner Mitarbeiter. Fröhlich erklärt Syz, dass er auserwählt wurde das Vorbild von DAVE zu sein, um diesem endlich ein richtiges Bewusstsein zu geben. Dies soll mit einem sogenannten «Memory Palace» gelingen. Dazu würden sie sich dreimal pro Woche treffen, um eine Geschichte zu einem bestimmten Thema aus Syz Leben in DAVE zu implementieren. Diese Treffen nennt Fröhlich «Kopiesitzungen». Um dieses strenggeheime Projekt durchführen zu können, wird das Gehalt von Syz verzehnfacht. Er zieht in ein eigenes Apartment ein und gehört jetzt zur Elite. Fröhlich erwähnt zudem, dass es vor einigen Jahren bereits einen anderen Kandidaten gab, welcher sie jedoch hinterging. Sein Name war Arthur Witteg.

Kapitel 4 In diesem Kapitel wird der Aufbau des Labors beschrieben, welches 118 998 Menschen beherbergt:

1. Stock: Das Lager, die Lebensmittelproduktion und Wasseraufbereitung

2. Stock: Fabriken und Massenunterkünfte

3. Stock: Das Zentrallabor, das Großraumbüro, die Wohnungen und Restaurants

4. Stock: Der Campus und die Universität, Schlafsäle für wissenschaftliche Mitarbeiter

5. Stock: Vergnügungslokale, Volksschulen, Gymnasien und ein Park

Syz trifft sich zum ersten Mal mit dem Professorenkollegium und kann es kaum glauben wie luxuriös diese im Vergleich zu den ‘normalen’ Arbeitern leben. Zudem finden weiterhin Kopiesitzungen statt, die von «Peinlichkeit» oder «Todesangst» handeln. Eines Tages trifft Syz den alten Mann, den er vom Tag des Absturzes kennt, in einer Bar wieder. Dieser stellt sich als Mandelbrot vor und erzählt scheinbar wirres Zeug von den Anfängen des Labors. Als er wieder in seinem Apartment ankommt, findet er einen mysteriösen Zettel mit der Aufschrift: «Raum 207a, erster Stock; Personalakte 40 125».

Kapitel 5 Syz macht sich auf den Weg in den ersten Stock und findet im Raum 207a ein Archiv vor. In einem der Aktenschränke findet er die Personalakte von Arthur Witteg, seinem Vorgänger. Verwundert stellt er eine erschreckende Ähnlichkeit zwischen seinem eigenen Gesicht und dem von Witteg fest. Zudem erfährt Syz mehr über das Leben von Witteg und was insbesondere dieser für ein Genie war. Syz liest noch mehrere Kopiesitzungen von Witteg durch und macht sich dann wieder auf den Weg nach oben. Dort findet er in der Aula eine große Menschenansammlung vor, dabei handelt es sich um eine Art Werbeaktion der Neoterraner wie auch der Transhumanisten.

Kapitel 6 Syz beschäftigt sich weiterhin ständig mit den Dokumenten von Witteg, doch plötzlich wird er von Pawel bei seinen Nachforschungen gestört. Zusammen machen sie sich auf den Weg zur Aula, da eine wichtige Präsentation von Fröhlich ansteht. Bei diesem Anlass sieht er seine große Liebe, Khatun, wieder. Das Gespräch läuft jedoch aus dem Ruder, da sie behauptet ihn mehrmals getroffen zu haben. Er kann sich daran aber nicht mehr erinnern. Empört wendet sie sich von ihm ab und geht. Daraufhin startet die Präsentation und Fröhlich kündigt der Öffentlichkeit die baldige Fertigstellung von DAVE an. Er legt außerdem die Gründe für die plötzliche Verbesserung von DAVE offen, verrät jedoch nicht wer die «TestpersonVerwendete Ausgabe, S. 185» ist. Zudem verspricht er die transhumanistischen wie auch die neoterranischen Ziele mithilfe von DAVE zu erreichen.

Kapitel 7 Die Umbauarbeiten sind voll im Gange und die Gestalt des Labors verändert sich fast täglich. Syz triff erneut auf Mandelbrot und es kommt wieder zu einem sehr schleierhaften Gespräch. Syz stellt Mandelbrot jegliche Fragen, welche während seiner Nachforschungen aufgetaucht sind, und er stellt sogar infrage, ob es überhaupt möglich ist, ein wirkliches Bewusstsein künstlich herzustellen. Zudem fragt er Mandelbrot nach Arthur Witteg, worauf dieser ihm das Verschwinden von Witteg schildert und verrät, dass Witteg damals ins Zentrallabor einbrach und geheimen Code einspeiste, um ein eigenes Bewusstsein zu gewährleisten. Mandelbrot erklärt Syz daraufhin die Gefahr, dass, wenn DAVE kein wirkliches Bewusstsein besäße, dieser manipuliert werden könnte und somit eine große Gefahr darstellen würde.

Kapitel 8 Die Warnung von Mandelbrot nimmt sich Syz nun als Aufgabe vor und will sicherstellen, dass keiner DAVE kontrollieren und manipulieren kann. Außerdem findet er Akten zum Prozess von Witteg. Beim Durchstöbern dieser Akten findet er heraus, dass Wittegs Frau Khatun heißt, und er findet sogar ein Bild von Witteg und der Khatun, die er kennt. Er versteht gar nichts mehr. Während seiner Nachforschungen im Archiv wird er erwischt und muss fliehen, doch er kann die Verfolger erfolgreich abschütteln. Es findet eine weitere Kopiesitzung statt, welche vom Thema «Sich für jemanden anderen ausgeben» handelt. Dabei geht es unter anderem um die Validität des Turing-Tests, womit sich Syz im Studium beschäftigte. Am Schluss erwähnt Fröhlich das baldige Ende der Kopiesitzungen, da die Kopie von Syz nach den fast 200 Kopiesitzungen praktisch fertiggestellt sei.

Kapitel 9 Syz geht wie früher mit Pawel in eine Bar. Sie betrinken sich und Pawel konsumiert mehrere Tabletten Ecstasy. Im Verlauf des Abends erzählt Syz Pawel, dass er aus dem Labor flüchten müsse. Nach mehrfacher Frage wieso erzählt ihm Syz von den Kopiesitzungen und seinen Ängsten. Daraufhin verlässt Syz die Bar und verschwindet in sein Apartment.

Kapitel 10 Syz besucht das Restaurant Purgatorium zum ersten Mal seit 6 Wochen. Er bemerkt sofort, dass in dieser Zeit das Restaurant ziemlich heruntergekommen ist. Pflanzen hängen schlaff im Topf, Essensreste an den Wänden und die Bauarbeiten, die zwar ordentlich durchgeführt wurden, aber bei denen niemand nachher aufgeräumt hat. Alle im Restaurant schauen wie hypnotisiert die Rede von Fröhlich auf dem Bildschirm. Als Syz sich endlich an einen Tisch setzt, erscheint Babusch und setzt sich zu Syz. Sie bestellt Essen und fängt an mit Syz zu sprechen. Anschließend fragt Syz was der Status der Außenwelt sei und ob DAVE die Außenwelt wieder bewohnbar macht. Sie gibt keine hilfreichen Antworten und fragt Syz, warum man überhaupt «unsere Arche» verlassen will. Babusch erklärt, wie man die Nahrungsmittel im Labor nachhaltig herstellt. Nach einem langen Gespräch kommt Garaus ins Restaurant. Sie berichtet, dass Pawel tot ist.

Kapitel 11 Syz verlässt mehr als zwei Wochen sein Zimmer nicht und trauert. Eines Morgens entscheidet er sich aber doch dazu, sein Apartment zu verlassen. Er geht zum Krankenhaus, in dem Pawel gestorben ist, und fordert seine Krankenakte ein. Als er diese nicht bekommt, beschafft er sich einen Zugang in die interne Datenbank. Darin findet er gewisse Unstimmigkeiten und erschließt daraus den Mord an Pawel. Danach findet Syz einen Zettel von Felis, worauf steht, dass er wisse, wie man aus dem Labor ausbrechen kann. Daraufhin stattet er Felis einen Besuch im zweiten Stock ab, welcher ihm von einem Loch in der Wand erzählt, welches bei den Bauarbeiten entstanden ist. Syz erfährt von Felis zudem, dass dieser auch die mysteriösen Zettel bekommt.

Kapitel 12 Syz hat seine 200. Kopiesitzung. Bei dieser Sitzung darf er selbst eine Situation auswählen. Syz entscheidet sich für die Situation: die Kopiesitzung. Einige im Großraumbüro sind mit dieser Entscheidung nicht einverstanden. Sie fragen sich, wie sie DAVE programmieren sollen, wenn er selbst beim Programmieren dabei war, da dies dann eine Loop kreieren würde. Syz versucht die Situation in Worte zu fassen, aber es scheint schwieriger zu sein als gedacht. Fröhlich, welcher ihm zuerst noch zu helfen schien, geht auf einmal in die Offensive. Er beleidigt Syz mit Wörtern wie «Dämon» und «Unmensch». Mit jeder vergehenden Sekunde fühlt sich Syz mehr und mehr bedroht. Syz schreit nach einigen Minuten zurück, als Fröhlich ihn Arthur nennt. Doch plötzlich ist alles wieder beim normalen. Nur Syz vertraut ihnen nicht mehr und fängt an zu rennen. Er rennt durch die zahlreichen Gänge des Labors, während er von Sicherheitsmännern verfolgt wird. Syz flüchtet an den Ort, wo Felis den Zugang zur Außenwelt entdeckt hat, und fällt hinaus. Trotz der scheinbar atemberaubenden Höhe überlebt Syz den Fall und richtet sich auf. Kurioserweise scheint die Außenwelt bloß eine riesige Wüste aus Abfall zu sein. Syz beginnt zu laufen und plötzlich sieht er eine Figur am Horizont. Als diese Form anzunehmen beginnt, erkennt Syz, dass es sich um Khatun handeln muss. Nach einigen Minuten Gespräch mit Khatun bemerkt Syz, dass Khatun die ganze Zeit über bloß ein Chatbot gewesen ist. Syz verlässt Khatun und wandert weiter. Nach einer Weile erreicht er ein Gebäude mit der Aufschrift: Restaurant Himmelreich.

Kapitel 13