Clara Weyde (* 1984 in Starnberg) ist eine deutsche Theaterregisseurin. Ihre Arbeit, die sowohl am Theater Magdeburg als auch an anderen bedeutenden Bühnen in Deutschland Anerkennung findet, zeichnet sich durch einen kritischen, humorvollen Ansatz aus, der das Publikum zum Nachdenken anregt und oft mit einem pessimistischen Blick auf die Zukunft verknüpft ist.

Leben Wedye studierte Kommunikations- und Politikwissenschaft und Politische Kommunikation in München und Berlin. Ab der Spielzeit 2009/10 arbeitete sie für zwei Jahre am Theater Bremen als Regieassistentin. Daran schloss sich ein Regiestudium an der Theaterakademie Hamburg an, welches sie 2015 beendete. Seither arbeitet sie unter anderem am Deutschen Schauspielhaus Hamburg, Schauspiel Hannover, Staatstheater Dresden, Schauspielhaus Graz und an der Schaubühne Berlin.

Eine enge Zusammenarbeit verbindet Weyde mit dem Kostümbildner Clemens Leander, der immer wieder bei Weydes Inszenierungen das Kostümbild entwarf. Mit Leander und dem Dramaturgen Bastian Lomsché übernahm Weyde ab der Spielzeit 2022/23 als Leitungstrio die Schauspielsparte des Theaters Magdeburg.

Ihre Inszenierungen thematisieren häufig die Entwicklung künstlicher Intelligenz und deren Einfluss auf die Gesellschaft. Ihr Theaterstil gelte als humorvoll und stilisiert, wobei sie komplexe Themen auf der Bühne verhandle, urteilte die taz Ende 2023. Ihre Inszenierungen enden oft pessimistisch, was sie mit ihrem persönlichen Blick auf die Zukunft begründet.

Weyde inszenierte im Jahr 2024 Franz Kafkas Die Verwandlung am Schauspielhaus Hannover, wobei sie den Protagonisten Gregor Samsa als ein von der Gesellschaft ausgestoßenes ungeheures „Ungeziefer“ darstellte, welches die kapitalistischen Ausbeutungsmechanismen symbolisch aufbricht.

Inszenierungen (Auswahl) 2014: Harte Erdbeeren (Der Nusser) nach Franz Xaver Kroetz, Forum der HfMT Hamburg 2014: Herr Falter hires a contract killer, Thalia Theater Hamburg 2014: Malala – Mädchen mit Buch von Nick Wood, Deutsches Schauspielhaus Hamburg 2015: Juli von Iwan Wyrypajew, Kampnagel Hamburg 2016: Das Totenschiff von B. Traven, Lichthof Theater 2016: Funny Girl von Anthony McCarten, Deutsches Schauspielhaus Hamburg 2016: F von Daniel Kehlmann, Theater Bielefeld 2016: Hose Fahrrad Frau von Stefan Wipplinger, Staatstheater Braunschweig 2017: Sommernachtstraum von William Shakespeare, Deutsches Schauspielhaus Hamburg 2017: Nicht in Sicht von Jens Rehn, Staatstheater Dresden 2017: Ruf der Wildnis von Soeren Voima, Schauspiel Hannover 2018: Supergutman nach Franz Kafka, Deutsches Schauspielhaus Hamburg 2018: Dogville von Lars von Trier, Theater Lübeck 2019: König Ubu von Alfred Jarry, Theater Bielefeld 2019: Der Sandmann von E. T. A. Hoffmann, Staatstheater Nürnberg 2019: Ruhig Blut von Eleonore Khuen-Belasi, Deutsches Theater Berlin in Koproduktion mit dem Schauspielhaus Graz 2019: Die Installation der Angst von Rui Zink, Theater Bonn 2021: Der große Diktator nach Charlie Chaplin, Schauspielhaus Graz 2021: Frankenstein oder eine Frischzellenkur nach Mary Shelley, Schauspiel Hannover 2022: Der Krieg mit den Molchen nach Karel Čapek, Schaubühne Berlin 2022: Das Leben ein Traum nach Pedro Calderón de la Barca, Fassung: Clara Weyde und Bastian Lomsché, Regie: Clara Weyde, Theater Magdeburg

Auszeichnungen (Auswahl) 2016: Theaterpreis Hamburg – Rolf Mares für Das Totenschiff von B. Traven im Lichthof Theater

Belege

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