mini|Philippe Harel 2009 Philippe Harel (* 22. Dezember 1956 in Paris) ist ein französischer Filmregisseur, Drehbuchautor und Filmschauspieler.
Leben Harel studierte zunächst ein Jahr Schöne Künste, bevor er sich dem Theater und der Kameraarbeit zuwandte. Er war von 1975 bis 1985 als Kameramann und Schnittmeister für Fernsehreportagen, Nachrichtenclips und Werbefilme tätig.Philippe Harel. In: Christophe Chauville (Hrsg.): Dictionnaire du jeune cinema français. Les realisateurs. Editions Scope, Paris 1998, S. 114. Zudem führte er am Theater Regie und veröffentlichte 1980 mit Tentative d’échec seinen ersten Kurzfilm. Ab 1980 war Harel auch in kleinen Rollen in Film und Fernsehen zu sehen.
Nach mehreren Kurzfilmen, bei denen er Regie führte und auch das Drehbuch schrieb, hatte er seinen ersten größeren Erfolg mit dem 1989 veröffentlichten Kurzfilm Deux pièces/cuisine, der 1990 für einen César in der Kategorie Bester Kurzfilm nominiert wurde. Harel drehte anschließend den Mittellangfilm Un été sans histoires, der 1992 erschien und für den er 1993 den Prix SACD Nouveau talent gewann, und gab 1994 mit Die Geschichte des Jungen, der geküßt werden wollte sein Langfilmregiedebüt. Er verfasste das Drehbuch für Pierre Salvadoris zweiten Langfilm Die Anfänger, der sein bis dahin größter Langfilmerfolg wurde. In Die Anfänger und Salvadoris Erstlingswerk Der Killer und das Mädchen übernahm Harel zudem kleine Nebenrollen. Eine zweite César-Nominierung für den besten Kurzfilm erhielt Harel 1997 für Un visite mit Karin Viard in der Hauptrolle. Es ist sein bisher letzter Kurzfilm.
Harels 1997 veröffentlichter Film Die verbotene Frau, für den er mit Eric Assous das Drehbuch schrieb und in dem er eine Nebenrolle übernahm, lief im Wettbewerb um die Goldene Palme der Internationalen Filmfestspiele von Cannes. Mit 1,5 Millionen Zuschauern in Frankreich wurde Singles unterwegs aus dem Jahr 1997 Harels größter Publikumserfolg; mit Les randonneurs à Saint-Tropez erschien 2008 eine Fortsetzung. Harel kehrte 1998 zu seinen Wurzeln zurück und drehte mit Journalist Denis Robert den Dokumentarfilm Journal intime des affaires en cours über Korruptionsaffären in der Politik.Phlippe Harel auf cinema.encyclopedie.personnalites.bifi.fr Die 2001 veröffentlichte Tragikomödie Das Rennrad wurde auf dem Festival Internacional de Cine de San Sebastián mit dem Preis für das beste Drehbuch ausgezeichnet.
Regelmäßig war Harel auch als Schauspieler in Nebenrollen zu sehen. In der Verfilmung von Michel Houellebecqs Ausweitung der Kampfzone, die 1999 erschien, war Harel in einer Hauptrolle zu sehen und führte Regie. Houellebecq verfasste für Harel später ein Drehbuch seines Romans Elementarteilchen, doch blieb die Verfilmung unrealisiert.Ralf Krämer: Michel Houellebecq – Angst spielt keine Rolle.. planet-interview.de, 24. Juni 2009.
Seit 2008 ist Harel seltener vor und hinter der Kamera zu sehen. Seine beiden bisher letzten Regiearbeiten, Die Tage unter Null (2015) und Verratenes Glück (2018), entstanden für das Fernsehen. Harel ist mit Romanautorin und Szenaristin Sylvie Bourgeois (* 1961) verheiratet, mit der er gelegentlich auch zusammenarbeitet.
Filmografie Als Darsteller 1980: Aéroport (TV-Serie, eine Folge) 1980: Médecins de nuit (TV-Serie, eine Folge) 1985: Fin de série (Kurzfilm) 1992: Un été sans histoires 1993: Der Killer und das Mädchen (Cible émouvante) 1994: Tina et le revolver (Kurzfilm) 1995: Die Anfänger (Les apprentis) 1995: Suivez le bébé (Kurzfilm) 1995: Les fleurs de Maria Papadopylou (Kurzfilm) 1996: Das Leben: Eine Lüge (Un héros très discret) 1997: Singles unterwegs (Les randonneurs) 1997: Die verbotene Frau (La femme défendue) 1999: Schöne Venus (Vénus beauté (institut)) 1999: Ausweitung der Kampfzone (Extension du domaine de la lutte) 2001: Reines d’un jour 2002: Comment tu t'appelles? (Kurzfilm) 2002: Sexes très opposés 2003: Willkommen in der Provençe (Bienvenue au gîte) 2008: Les randonneurs à Saint-Tropez 2011: Une folle envie 2014: Er liebt mich, er liebt mich nicht – Toujours l’amour (Tu veux … ou tu veux pas?)
Als Regisseur 1980: Tentative d’échec (Kurzfilm) 1984: Mon inconnue (Kurzfilm) – auch Drehbuchautor 1985: Fin de série (Kurzfilm) – auch Drehbuchautor 1989: Deux pièces/cuisine (Kurzfilm) – auch Drehbuchautor 1992: Un été sans histoires – auch Drehbuchautor 1994: Die Geschichte des Jungen, der geküßt werden wollte (L’histoire du garçon qui voulait qu’on l’embrasse) – auch Drehbuchautor 1995: Die Anfänger (Les apprentis) – nur Drehbuchautor 1996: Une visite (Kurzfilm) – auch Drehbuchautor 1997: Singles unterwegs (Les randonneurs) – auch Drehbuchautor 1997: Die verbotene Frau (La femme défendue) – auch Drehbuchautor 1998: Journal intime des affaires en cours (Dokumentarfilm) 1999: Ausweitung der Kampfzone (Extension du domaine de la lutte) – auch Drehbuchautor 2001: Das Rennrad (Le vélo de Ghislain Lambert) – auch Drehbuchautor 2003: Tristan 2005: Tu vas rire, mais je te quitte – auch Drehbuchautor 2008: Les randonneurs à Saint-Tropez – auch Drehbuchautor 2015: Die Tage unter Null (Les heures souterraines) (TV) – auch Drehbuchautor 2018: Verratenes Glück (Un adultère) (TV)
Auszeichnungen 1989: César-Nominierung, Bester Kurzfilm, für Deux pièces/cuisine 1990: Bester fiktionaler Kurzfilm im internationalen Wettbewerb und Preis der International Federation of Film Societies, Internationales Kurzfilmfestival Tampere, für Deux pièces/cuisine 1993: Prix SACD Nouveau talent für Un été sans histoires 1996: Spezialpreis der Jury im nationalen Wettbewerb, Festival du Court-Métrage de Clermont-Ferrand, für Une visite 1997: César-Nominierung, Bester Kurzfilm, für Une visite 1997: Nominierung Goldene Palme, Internationale Filmfestspiele von Cannes, für Die verbotene Frau 2000: Nominierung Gold Hugo für den besten Spielfilm, Chicago International Film Festival, für Ausweitung der Kampfzone 2001: Nominierung Goldene Muschel und Drehbuchpreis, Festival Internacional de Cine de San Sebastián, für Das Rennrad 2004: Nominierung bester Film im internationalen Wettbewerb, Festival Internacional de Cine de Mar del Plata, für Tristan
Literatur Philippe Harel. In: Christophe Chauville (Hrsg.): Dictionnaire du jeune cinema français. Les realisateurs. Editions Scope, Paris 1998, S. 114–115. Harel, Philippe. In: Philippe Rège: Encyclopedia of French Film Directors. Band 1, A–M. Scarecrow Press, Lanham et al. 2010, S. 496.
Weblinks
Biografie auf allocine.fr
Einzelnachweise
Kategorie:Filmregisseur Kategorie:Drehbuchautor Kategorie:Filmschauspieler Kategorie:Franzose Kategorie:Geboren 1956 Kategorie:Mann