Die 35. Feldartillerie-Brigade war ein Großverband der Preußischen Armee.

Geschichte Die 17. Feldartillerie-Brigade wurde am 1. April 1890 in Graudenz aufgestellt. Im Zuge der Heereserweiterung wurde sie zum 1. Oktober 1899 zur 35. Feldartillerie-Brigade umgebildet,Militär-Wochenblatt. Nr. 82 vom 14. September 1899, S. 2055. wobei zugleich eine neue 17. Feldartillerie-Brigade in Schwerin aufgestellt wurde. Seither gehörte die Brigade zur 35. Division des XVI. Armee-Korps.

Gliederung 1890 bis 1899 1. Westpreußisches Feldartillerie-Regiment Nr. 35 und 2. Westpreußisches Feldartillerie-Regiment Nr. 36 sowie ab 1891 Train-Bataillon Nr. 17 1899 bis 1909 1. Westpreußisches Feldartillerie-Regiment Nr. 35 und Feldartillerie-Regiment Nr. 71 „Groß-Komtur“ 1910 bis 1912 Feldartillerie-Regiment Nr. 71 „Groß-Komtur“ und Feldartillerie-Regiment Nr. 72 „Hochmeister“ 1912 bis 1914 Feldartillerie-Regiment Nr. 71 „Groß-Komtur“ und Thorner Feldartillerie-Regiment Nr. 81 (zugleich Kriegsgliederung bei Mobilmachung 1914)

Erster Weltkrieg Zu Beginn des Ersten Weltkriegs machte die Brigade im Verbund mit der 35. Infanterie-Division mobil und nahm an der Ostfront an den Schlachten bei Gumbinnen, Tannenberg sowie an den Masurischen Seen teil. Daran schlossen sich bis Ende des Jahres Kämpfe bei Warschau, an der Rawka, bei Kutno und die Schlacht um Łódź an. Nach der Narew-Offensive verlegte die Brigade Anfang Oktober 1915 an die Westfront und lag zunächst in Stellungskämpfen zwischen Somme und Oise. Von Juli bis November 1916 nahm sie an der Schlacht an der Somme teil und befand sich anschließend dort in Stellungskämpfen.

Durch Erlass des Kriegsministeriums wurde zum 16. Februar 1917 aus dem Brigadestab der Artillerie-Kommandeur Nr. 35 (Arko 35) gebildet, der die gesamte Artillerie (Feld- und Fußartillerie) der Division verantwortete.Curt Jany, Hermann Cron: Geschichte der Königlich Preußischen Armee und des Deutschen Reichsheeres. Band V: Geschichte des Deutschen Heeres im Weltkriege 1914–1918. Berlin 1937, S. 141. Bereits im Januar 1917 war das Thorner Feldartillerie-Regiment Nr. 81 aus dem Brigadeverband ausgeschieden und der 233. Infanterie-Division unterstellt worden. Jürgen Kraus: Handbuch der Verbände und Truppen des deutschen Heeres 1914–1918. Teil IX: Feldartillerie. Band 1, Verlag Militaria, Wien 2007, ISBN 978-3-902526-15-1, S. 308.

Im weiteren Kriegsverlauf befand sich das Kommando in Kämpfen vor der Siegfriedstellung, bei Arras und in Flandern. Nach Kriegsende wurde die Brigade 1919 offiziell aufgelöst.

Kommandeure Dienstgrad Name DatumGeneralmajorAlbert Ulrich (1836–1906; 1893 geadelt)1. April 1890 bis 19. Mai 1893 (als Kommandeur der 17. Brigade)Oberst/Generalmajor Roman Wygnanki20. Mai 1893 bis 11. September 1896 (als Kommandeur der 17. Brigade)Generalmajor Ado von Seebach († nach 1912)Gedruckte Trauerannoncen des deutschen Adels 1912 bis 2009.12. September 1896 bis 14. Juni 1898 (als Kommandeur der 17. Brigade)Oberst/Generalmajor Graf Leopold zur Lippe-Biesterfeld (1846–1908)15. Juni 1898 bis 29. September 1899 (als Kommandeur der 17. Brigade)Oberst/GeneralmajorHermann Klauenflügel1. Oktober 1899 bis 17. April 1903 (als Kommandeur der 35. Brigade)Oberst/GeneralmajorMax Bruder18. April 1903 bis 21. März 1907OberstHermann Zierold22. März bis 30. Juni 1907 (mit der Führung beauftragt)Oberst/GeneralmajorHermann Zierold1. Juli 1907 bis 21. März 1912OberstFriedrich von Reichenbach22. März bis 21. April 1912 (mit der Führung beauftragt)Oberst/GeneralmajorFriedrich von Reichenbach22. April bis 18. November 1912OberstFriedrich (von) Uhden19. November 1912 bis 9. November 1914Oberst/GeneralmajorHans Rüstow10. November 1914 bis 19. Mai 1915OberstWaldemar Eggerß20. Mai 1915 bis 12. Januar 1917OberstleutnantOskar Krampff 13. Januar bis 14. Februar 1917 (mit der Führung beauftragt)Oberst/GeneralmajorOskar Rebay von Ehrenwiesen15. Februar bis 7. November 1917OberstKöhler8. November 1917 bis 14. Januar 1919GeneralmajorBernhard Wilckens15. Januar 1919

Literatur Claus von Bredow: Historische Rang- und Stammliste des deutschen Heeres. Verlag August Scherl, Berlin 1905, S. 707. Dermot Bradley (Hrsg.), Günter Wegner: Stellenbesetzung der Deutschen Heere 1815–1939. Band 1: Die Höheren Kommandostellen 1815–1939. Biblio Verlag, Osnabrück 1990, ISBN 3-7648-1780-1, S. 515. Lothar Gittermann, Ernst Zillmer, Martin Grunau: Das Feldartillerie-Regiment Nr. 71 Groß-Komtur im Weltkriege. Bernhard Sporn Verlag, Zeulenroda .

Einzelnachweise

Artilleriebrigade 35 Artilleriebrigade 35 Kategorie:Gegründet 1899 Kategorie:Aufgelöst 1919