Juri Nikolajewitsch Medwedew (; * 1. April 1920 in Mytischtschi, Sowjetrussland; † 19. Juli 1991 in Homel, Sowjetunion) war ein sowjetischer Theater- und Film-Schauspieler sowie Synchronsprecher.

Laufbahn Medwedew schloss 1942 das Staatliche Institut für Theaterkunst ab und trat bis Kriegsende als Frontdarsteller auf. Danach gehörte er bis 1986 dem Moskauer Jermolow-Theater an und spielte anschließend bis zu seinem Tod am Maly-Theater. Medwedew war vor allem als Darsteller in Komödien bekannt und gab zumeist volkstümliche Charaktere, die entweder durch Albernheit oder durch Heimtücke hervorstachen.Kurzbiografie Medwedjews auf der Internetseite des Maly-Theaters (russisch), abgerufen am 3. Juni 2022. Er war dabei in den Werken bekannter Bühnenautoren zu sehen.Kurzbiografie Medwedews auf kino-teatr.ru (russisch), abgerufen am 3. Juni 2022.

Ab 1954 trat Medwedew in über 140 Kino- und Fernsehproduktionen auf, wobei seine Rollenauswahl der im Theater ähnelte. So beteiligte er sich zum Beispiel an zwei Adaptionen des Romans Zwölf Stühle sowie zwei Märchenfilmen Michail Jusowskis. Projekte mit ernsthaftem Hintergrund waren unter anderem die internationalen Produktionen Normandie – Njemen (1960) und Schuld und Sühne (1970). Seine einzige Hauptrolle in einem abendfüllenden Werk spielte Medwedew in der bei Tadschikfilm gedrehten Komödie (, 1977). Parallel dazu war er auch als Synchronsprecher zu hören, anfangs in Animationsfilmen von Alexandra Gawrilowna Sneschko-Blozkaja und später auch für andere Regisseure. Hinzu kamen Sprechrollen in zwei Realfilmen. Außerdem gehörte er zur Besetzung des Dokumentarfilms (, 1980).Filmografie Medwedews auf kino-teatr.ru (russisch), abgerufen am 3. Juni 2022.

Medwedew war Träger der Titel Verdienter Künstler der RSFSR (20. Dezember 1972) und Volkskünstler der RSFSR (3. Juli 1981) sowie seit 1971 Mitglied der KPdSU.Eintrag Medwedews in der Sowjetischen Kinoenzyklopädie (russisch), abgerufen am 3. Juni 2022.

Er starb während Dreharbeiten in Homel an Herzversagen, sein Grab befindet sich auf dem Friedhof Trojekurowo, Abschnitt 2.

Theaterarbeit (Auswahl) Jermolow-Theater – von Leoni Antonowitsch Maljugin – von Pjotr Petrowitsch Werschigor Der Wald (Les) – von Alexander Ostrowski Der älteste Sohn (Starschi syn) – von Alexander Wampilow Onkel Wanja (Djadja Wanja) – von Anton Tschechow

Maly-Theater Der Landjunker (Neborosl) – von Denis Fonwisin Eine Dummheit macht auch der Gescheiteste (Na wsjakogo mudreza dowolno prostoty) – von Alexander Ostrowski – von Alexander Alexejewitsch Kudrjawzew Verstand schafft Leiden (Gore ot uma) – von Alexander Gribojedow Retro – von Alexander Galin Fürst Serebrenny (Knas Serebrjany) – von Alexei Tolstoi Das Käthchen von Heilbronn – von Heinrich von Kleist

Filmografie (Auswahl)

Weblinks

Foto des Grabsteins auf m-necropol.ru

Einzelnachweise

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