Orlowka (, ) ist ein verlassener Ort im Rajon Gussew der russischen Oblast Kaliningrad.

Die Ortsstellen des vormaligen Orlowka befinden sich in zwei bis vier Kilometer westnordwestlicher Entfernung von Majakowskoje (Nemmersdorf).

Geschichte Nachdem das nördliche Ostpreußen im Jahr 1945 in Folge des Zweiten Weltkrieges an die Sowjetunion gefallen war, wurde im Jahr 1950 der Ort Orlowka als Zusammenfassung der vorherigen deutschen Orte Adomlauken (Adamshausen), Austinehlen (Austinshof) und Pennacken (Werfen) gebildet und dem Dorfsowjet Majakowski selski Sowet im Rajon Gussew zugeordnet.Durch den Указ Президиума Верховного Совета РСФСР от 5 июля 1950 г., № 745/3, «О переименовании населённых пунктов Калининградской области» (Verordnung 745/3 des Präsidiums des Obersten Rats der RSFSR "Über die Umbenennung der Orte der Oblast Kaliningrad" vom 5. Juli 1950) Der Gutsbezirk Austinehlen (s. u.) war schon im Jahr 1928 an die Landgemeinde Adomlauken (s. u.) angeschlossen worden. Das Gut Pennacken (s. u.) hatte seit 1928 zur Landgemeinde Nemmersdorf gehört. Orlowka wurde vor 1988 aus dem Ortsregister gestrichen.In der Административно-территориальное деление Калининградской области 1989 (Die administrativ-territoriale Einteilung der Oblast Kaliningrad 1989 (mit Stand von 1988), herausgegeben vom Sowjet der Oblast Kaliningrad) auf soldat.ru (rar-Datei) taucht der Ort nicht mehr auf.

Adomlauken (Adamshausen) Adomlauken war um 1780 ein Schatulldorf.Johann Friedrich Goldbeck: Volständige Topographie des Königreichs Preussen. Teil I, Königsberg/Leipzig 1785, Volständige Topographie vom Litthauischen Cammer-Departement, S. 2. 1874 wurde die Landgemeinde Adomlauken dem neu gebildeten Amtsbezirk Austinehlen im Kreis Gumbinnen zugeordnet.Rolf Jehke, Amtsbezirk Austinshof 1895 wurde ein Teil der aufgelösten Landgemeinde Auxionehlen (nach 1945 laut Karte noch zu Maloje Rasskasowo (Wertheim), nicht mehr existent) an die Landgemeinde Adomlauken angeschlossen. 1928 wurden auch der Gutsbezirk Austinehlen und das Gut Klein Mixeln (russisch nach 1945 Pospelewo, nicht mehr existent) angeschlossen. 1938 wurde Adomlauken in Adamshausen umbenannt.

Einwohnerwicklung Jahr Einwohner Bemerkungen 1867Die Gemeinden und Gutsbezirke des Preussischen Staates und ihre Bevölkerung nach den Urmaterialien der allgemeinen Volkszählung vom 1. December 1871, Berlin 1874 67 1871 62 1885Gemeindelexikon für das Königreich Preußen, I. Provinz Ostpreußen, Berlin 1888 55 davon fünf Juden 1905Gemeindelexikon für das Königreich Preußen, Heft 1, Provinz Ostpreußen, Berlin 1907 138 davon in Auxionehlen (Teil) 46 1910 122 1933Amtliches Gemeindeverzeichnis für das Deutsche Reich, Teil I: Altreich und Land Österreich. Herausgegeben vom Statistischen Reichsamt, Vierte Auflage, 1939 406 einschließlich Austinehlen und Klein Mixeln (?) 1939 455

Austinehlen (Austinshof)

Austinehlen, auch Austinlaucken genannt, war um 1780 ein adeliges Dorf.Johann Friedrich Goldbeck: Volständige Topographie des Königreichs Preussen. Teil I, Königsberg/Leipzig 1785, Volständige Topographie vom Litthauischen Cammer-Departement, S. 6. Später wurde Austinehlen als adeliges Gut bezeichnet. 1874 wurde der Gutsbezirk Austinehlen namensgebend für einen neu gebildeten Amtsbezirk im Kreis Gumbinnen. Zu Austinehlen gehörten auch die Vorwerke Budballen (russisch nach 1945 Mischkino), Grüntann (), Lengirren () und Wildauershof () (die letzteren drei sind nicht mehr existent). 1895 wurde (offenbar) auch ein Teil der aufgelösten Landgemeinde Auxionehlen angeschlossen. 1928 wurde der Gutsbezirk Austinehlen an die Landgemeinde Adomlauken angeschlossen. Das Gut Austinehlen wurde dort 1938 in Austinshof umbenannt. Das Vorwerk Budballen hieß seit 1938 Moorbude.

Einwohnerentwicklung Jahr Einwohner Bemerkungen 1867 247 1871 259 davon in Budballen 64, in Lengirren 69, in Grüntann 7 1885 213 davon in Budballen 46, in Grüntann 5, in Lengirren 61 1905 233 davon in Auxionehlen (Teil) 4, in Budballen 50, in Grüntann 3, in Lengirren 53, in Wildauershof 7 1910 228 1925Zeitschrift des Preussischen Statistischen Landesamts, Band 67, 1927 302

Amtsbezirk Austinehlen (Austinshof) 1874–1945 Der Amtsbezirk Austinehlen wurde 1874 im Kreis Gumbinnen eingerichtet. Er bestand zunächst aus fünf Landgemeinden (LG) und zwei Gutsbezirken (GB).

Name Änderungsnamevon 1938 Russischer Namenach 1945 Bemerkungen Adomlauken (LG) Adamshausen Orlowka Austinehlen (GB) Austinshof Orlowka 1928 zur LG Adomlauken Auxionehlen (LG) 1895 (offenbar) aufgeteilt auf die LG Adomlauken und den GB Austinehlen Groß Datzen (LG) Spornoje Groß Pruschillen (LG) Großpreußenbruch Sassowka auch Groß Prußillen Klein Mixeln (LG) Pospelowo um 1900 zum GB Kieselkehmen im Amtsbezirk Kieselkehmen, 1928 zur LG Adomlauken Wertheim (GB) Maloje Rasskasowo 1928 zur LG Groß Datzen

1935 wurden die Landgemeinden in Gemeinden umbenannt. 1938 oder 1939 wurde der Amtsbezirk in Austinshof umbenannt. Im Januar 1945 umfasste der Amtsbezirk Austinshof die drei Gemeinden Adamshausen, Groß Datzen und Großpreußenbruch.

Pennacken (Werfen)

Pennacken war um 1780 ein köllmisches Gut.Johann Friedrich Goldbeck: Volständige Topographie des Königreichs Preussen. Teil I, Königsberg/Leipzig 1785, Volständige Topographie vom Litthauischen Cammer-Departement, S. 116. 1874 wurde der Gutsbezirk Pennacken dem neu gebildeten Amtsbezirk Nemmersdorf im Kreis Gumbinnen zugeordnet.Rolf Jehke, Amtsbezirk Nemmersdorf 1928 wurde der Gutsbezirk Pennacken an die Landgemeinde Nemmersdorf angeschlossen. Das Gut Pennacken wurde dort 1938 in Werfen umbenannt.

Einwohnerwicklung Jahr Einwohner 1867 46 1871 42 1885 37 1905 46 1910 39 1925 38

Kirche Adomlauken/Adamshausen, Austinehlen/Austinshofmit Ausnahme des Vorwerks Grüntann, das zum ev. Kirchspiel Ischdaggen gehörte und Pennacken gehörten zum evangelischen Kirchspiel Nemmersdorf.

Einzelnachweise und Anmerkungen

Kategorie:Wüstung in der Oblast Kaliningrad