Gruschewka (, ) ist ein verlassener Ort im Rajon Gussew der russischen Oblast Kaliningrad.
Die Ortsstelle befindet sich etwa drei Kilometer südlich vom Ortszentrum der Stadt Gussew (Gumbinnen). Zu erreichen ist sie über Zufahrtsstraßen von der einen Kilometer westlich verlaufenden Regionalstraße 27A-025 (ex R 508) am 2018 fertiggestellten Gaskraftwerk Majakowskaja (Leistung 160 MW) entlang. Vor 1945 führte die nicht mehr vorhandene Bahnstrecke Gumbinnen–Goldap unmittelbar am Ort vorbei.
Geschichte Wil(l)koschen war um 1780 ein meliertes Dorf.Johann Friedrich Goldbeck: Volständige Topographie des Königreichs Preussen. Teil I, Königsberg/Leipzig 1785, Volständige Topographie vom Litthauischen Cammer-Departement, S. 182. Um 1820 wurde das Dorf weiterhin als meliert bezeichnet.Alexander August Mützell: Neues Topographisch-Statistisch-Geographisches Wörterbuch des Preussischen Staates, Fünfter Band, T-Z, Halle 1823, S. 161 1874 wurde die Landgemeinde Wilkoschen namensgebend für einen neu gebildeten Amtsbezirk im Kreis Gumbinnen.Rolf Jehke, Amtsbezirk Wolfseck Der Ort hatte eine einklassige Schule und eine Ziegelei mit Gleisanschluss an die Bahnstrecke. Zu Wilkoschen gehörte auch ein Vorwerk, das sich einen Kilometer nordöstlich jenseits der Bahnstrecke befand. 1938 wurde Wilkoschen in Wolfseck umbenannt.
1945 kam der Ort in Folge des Zweiten Weltkrieges mit dem nördlichen Ostpreußen zur Sowjetunion. 1950 erhielt er den russischen Namen Gruschewka und wurde dem Dorfsowjet Lipowski selski Sowet im Rajon Gussew zugeordnet.Durch den Указ Президиума Верховного Совета РСФСР от 5 июля 1950 г., № 745/3, «О переименовании населённых пунктов Калининградской области» (Verordnung 745/3 des Präsidiums des Obersten Rats der RSFSR „Über die Umbenennung der Orte der Oblast Kaliningrad“ vom 5. Juli 1950) Gruschewka wurde vor 1975 aus dem Ortsregister gestrichen.In der Административно-территориальное деление Калининградской области 1975 (Die administrativ-territoriale Einteilung der Oblast Kaliningrad 1975, hrsg. vom Sowjet der Oblast Kaliningrad) auf soldat.ru (rar-Datei) taucht der Ort nicht mehr auf.
Einwohnerentwicklung Jahr Einwohner Bemerkungen 1867Die Gemeinden und Gutsbezirke des Preussischen Staates und ihre Bevölkerung nach den Urmaterialien der allgemeinen Volkszählung vom 1. December 1871, Berlin 1874 135 1871 158 1885Gemeindelexikon für das Königreich Preußen, I. Provinz Ostpreußen, Berlin 1888 133 1905Gemeindelexikon für das Königreich Preußen, Heft 1, Provinz Ostpreußen, Berlin 1907 206 Davon im Vorwerk 21 1910 245 1933Amtliches Gemeindeverzeichnis für das Deutsche Reich, Teil I: Altreich und Land Österreich. Hrsg. vom Statistischen Reichsamt, 4. Auflage, 1939 172 1939 128
Amtsbezirk Wilkoschen (Wolfseck) 1874–1945 Der Amtsbezirk Wilkoschen wurde 1874 im Kreis Gumbinnen eingerichtet. Er bestand zunächst aus 13 Landgemeinden (LG) und zwei Gutsbezirken (GB).
Name Änderungsnamevon 1938 Russischer Namenach 1945 Bemerkungen Dauginten (LG) Gertschen (LG) Gertenau Jarowoje Kailen Kallnen (LG) Bismarkshöh Kuttkuhnen (LG) Eggenhof Baluiskoje Lutzicken (LG) Lutzen Roschtschino Naujeningken (LG) Neuhufen Plicken (GB) 1928 zur LG Szameitschen Skardupchen (LG) Kleinweiler Stulgen (LG) Hasenrode Noworetschje Stulgen wurde 1938 zunächst in Querkau umbenannt Szameitschen (LG) Samfelde 1936–1938: Schameitschen Thuren (LG) Turen Marejewka Wilken (GB) Pugatschowo auch Groß Wilken genannt, kam 1928 zur LG Dauginten Wilken (LG) auch Klein Wilken genannt, kam 1893 zum GB Wilken Wilkoschen (LG) Wolfseck Gruschewka
1935 wurden die Landgemeinden in Gemeinden umbenannt. 1938 oder 1939 wurde der Amtsbezirk in Wolfseck umbenannt. Im Januar 1945 umfasste der Amtsbezirk Wolfseck die zwölf Gemeinden Bismarckshöh, Dauginten, Eggenhof, Gertenau, Hasenrode, Kailen, Kleinweiler, Lutzen, Neuhufen, Samfelde, Turen und Wolfseck. Davon ist nur noch das ehemalige Gertschen/Gertenau bewohnt.
Kirche Wilkoschen/Wolfseck gehörte zum evangelischen Kirchspiel Gumbinnen-Altstadt.
Söhne und Töchter des Ortes Hermann Sinnhuber (1878–1961), deutscher Ingenieur
Weblinks Wolfseck auf kreis-gumbinnen.de
Einzelnachweise
Kategorie:Wüstung in der Oblast Kaliningrad