Burkhard Ewert (* 26. April 1974 in Hamburg) ist ein deutscher Journalist und Chefredakteur der Neuen Osnabrücker Zeitung.
Leben und Beruf
Ewert ist Historiker (Magister Artium, Universität Bielefeld). Er absolvierte ein wirtschaftsjournalistisches Volontariat bei der Ostsee-Zeitung in Rostock in Kooperation mit der Axel Springer Journalistenschule in Hamburg. Beim Handelsblatt in Düsseldorf war er als Teamleiter für Themen der digitalen Welt sowie im Ressort Politik und Wirtschaft tätig, bis er zur Neuen Osnabrücker Zeitung (NOZ) wechselte.
2011 wurde Ewert in die Chefredaktion der NOZ berufen. Seit 2016 war er Stellvertretender Chefredakteur. 2023 übernahm er die Funktion als Chefredakteur, zusammen mit Louisa Riepe.
Ewert ist zugleich seit 2022 Chefredakteur für Politik und Gesellschaft des Verbundes von NOZ Medien und Medienholding Nord (Osnabrück/Hamburg/Flensburg). Außer für die Neue Osnabrücker Zeitung erstellt die Redaktion überregionale Inhalte für weitere Medienhäuser wie den Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlag, die Hamburger Morgenpost, die Kölnische Rundschau oder die SV Gruppe mit Schwäbischer Zeitung und Schweriner Volkszeitung.
Er tritt als regelmäßiger Gastkommentator und Gesprächsgast im Deutschlandfunk und im ZDF auf.
Ewert gibt den politischen Newsletter Rest der Republik heraus.
Rezeption Beim Handelsblatt schrieb Ewert im Frühjahr 2001 den, soweit bekannt, ersten Artikel in der deutschen Presse über das damalige US-Startup Google. Er zeigte sich von der Technologie des jungen Unternehmens begeistert und erwartete einen Siegeszug.
2014 lieferte er sich als Politik-Chef der NOZ eine Auseinandersetzung mit Dieter Nuhr. Der Kabarettist griff die Redaktion dafür an, einem Muslim Raum geboten zu haben, der sein Programm als hetzerisch und islamfeindlich kritisiert hatte. Ewert zeigte in seiner Kommentierung Verständnis für den Kritiker, während Nuhr in fortgesetzten Interviews Ewerts Entscheidung attackierte. Ein Gericht entschied später, dass die Bezeichnung Nuhrs als „Hassprediger“ zulässig gewesen sei.
In der Wulff-Affäre zählte Ewert zu den wenigen Journalisten, die durch Gegenrecherche und Analyse zur Entlastung des später auch gerichtlich rehabilitierten Bundespräsidenten beitrugen. Christian Wulff hebt dies in seinem Buch „Ganz oben - ganz unten“ hervor und nennt Ewert neben Hans Leyendecker (Süddeutsche Zeitung), Josef Joffe (Die Zeit) und Dunja Hayali (ZDF); S. 213.
In der Corona-Krise nahm Ewert früh eine skeptische Haltung ein. Er kritisierte die Schutzmaßnahmen als überzogen. Die Positionierung brachte ihm sowohl Anerkennung als auch Kritik ein.
Im September 2023 rügte der Deutsche Presserat die Neue Osnabrücker Zeitung für Ewerts Kolumne mit dem Titel Krieg in der Ukraine: Zum Glück gibt es ‚Telegram‘ wegen der ungeprüften Übernahme von Telegram-Meldungen. Falsche Tatsachen benannte der Presserat indes keine.
Die TAZ und Übermedien kritisierten im Oktober 2024 die Neue Osnabrücker Zeitung, das Onlinemagazin Multipolar und das Meinungsforschungsinstitut Forsa für eine gemeinsam vorgelegte und von der NOZ beauftragte repräsentative Umfrage zur Corona-Impfung.
Im Mai 2025 erregte ein Interview Ewerts breite Aufmerksamkeit, in dem die Linken-Politikerin Heidi Reichinnek erklärte, sie wolle den Kapitalismus stürzen.
2026 kam es zu einer Kontroverse mit Nius-Chefredakteur Julian Reichelt, der Ewert „Zersetzung wie in der DDR“ vorwarf und zu einem Shitstorm gegen ihn aufrief. Grund war ein NOZ-Interview mit der Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD), in dem sie sich auch über Reichelts Portal äußerte. Die AfD griff Ewert deshalb ebenfalls öffentlich an.
Preise und Auszeichnungen
2025 war der Journalist für den IHK-Preis für Wirtschaftspublizistik „Ernst Schneider“ sowie den Deutschen Reporter:innenpreis nominiert. Das Branchenmagazin „Kress“ zählte Ewert zu den Chefredakteuren des Jahres. Er „setzt sich meinungsstark für Pluralität ein“, hieß es in der Begründung. Ewert konzipierte 2026 für NOZ/mh:n das „360° | Universe“ und erhielt dafür den European Publishing Award in der Kategorie „Interactive Story“, weil das Konzept gesellschaftliche Debatten erlebbar mache und die Meinungspluralität fördere.
Ehrenamt und Mitgliedschaften Ewert ist Sprecher der „Berliner Runde“, ein Zusammenschluss von Chefredaktionen großer regionaler Medienhäuser, der regelmäßig Hintergrundgespräche mit den Spitzen von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft führt. 2025 wurde er ins Kuratorium des Freundeskreises der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem, Jerusalem, berufen. Er gehört dem Kuratorium der Akademie für Publizistik, Hamburg, an.
Weblinks Newsletter „Rest der Republik“
Publikation
Der Erste Weltkrieg: global und lokal. Eine Zeitenwende, die bis heute wirkt, Hamburg, 2014. ISBN 978-3-944791-02-9
Einzelnachweise
Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1974 Kategorie:Mann Kategorie:Journalist (Deutschland)