Swirskoje (, ) ist ein verlassener Ort im Rajon Nesterow der russischen Oblast Kaliningrad.
Die Ortsstelle befindet sich an der Kommunalstraße 27K-408 zwischen Tschistyje Prudy (Tollmingkehmen/Tollmingen) (fünf Kilometer südlich) und Tschkalowo (Enzuhmen/Rodebach) (fünf Kilometer nordöstlich). Drei Kilometer südlich an dieser Straße befindet sich der Ort Dubowaja Roschtscha (Ballupönen/Wittigshöfen).
Geschichte Soginten, zunächst auch Upidamischken genannt, war um 1780 ein meliertes Dorf, in dem eine Nassauerkolonie angesiedelt war.Johann Friedrich Goldbeck: Volständige Topographie des Königreichs Preussen. Teil I, Königsberg/Leipzig 1785, Volständige Topographie vom Litthauischen Cammer-Departement, S. 153. Auch um 1820 wurde das Dorf als meliert bezeichnet.Alexander August Mützell: Neues Topographisch-Statistisch-Geographisches Wörterbuch des Preussischen Staates, Vierter Band, P-S, Halle 1823, S. 339. 1874 wurde die Landgemeinde Soginten namensgebend für einen neu gebildeten Amtsbezirk im Kreis Stallupönen.Rolf Jehke, Amtsbezirk Soginten
Im Oktober 1944 wurde der Ort von der Roten Armee besetzt und kam in der Folge mit dem nördlichen Ostpreußen zur Sowjetunion. 1950 erhielt er den russischen Namen Swirskoje und wurde dem Tschkalowski selski Sowet im Rajon Nesterow zugeordnet.Durch den Указ Президиума Верховного Совета РСФСР от 5 июля 1950 г., № 745/3, «О переименовании населённых пунктов Калининградской области» (Verordnung 745/3 des Präsidiums des Obersten Rats der RSFSR "Über die Umbenennung der Orte der Oblast Kaliningrad" vom 5. Juli 1950) Swirskoje wurde vor 1975 aus dem Ortsregister gestrichen.In der Административно-территориальное деление Калининградской области 1975 (Die administrativ-territoriale Einteilung der Oblast Kaliningrad 1975, herausgegeben vom Sowjet der Oblast Kaliningrad) auf soldat.ru (rar-Datei) taucht der Ort nicht mehr auf.
Einwohnerentwicklung Jahr Einwohner 1867Die Gemeinden und Gutsbezirke des Preussischen Staates und ihre Bevölkerung nach den Urmaterialien der allgemeinen Volkszählung vom 1. December 1871, Berlin 1874 138 1871 148 1885Gemeindelexikon für das Königreich Preußen, I. Provinz Ostpreußen, Berlin 1888 166 1905Gemeindelexikon für das Königreich Preußen, Heft 1, Provinz Ostpreußen, Berlin 1907 149 1910 144 1933Amtliches Gemeindeverzeichnis für das Deutsche Reich, Teil I: Altreich und Land Österreich. Herausgegeben vom Statistischen Reichsamt, Vierte Auflage, 1939 108 1939 93
Amtsbezirk Soginten 1874–1945 Der Amtsbezirk Soginten wurde 1874 im Kreis Stallupönen eingerichtet. Er bestand zunächst aus elf Landgemeinden.
Name Änderungsnamevon 1938 Russischer Namenach 1945 Bemerkungen Anderskehmen Andersgrund Bolschaja Dubrowka Bugdszen Klimmen Malaja Dubrowka 1936 bis 1938: Bugdschen Heygerey 1895 zu Bugdszen Jurgeitschen Jürgenrode Kischken Kupsten 1938 mit Schepettschen zur neuen Gemeinde Hohenfried zusammengeschlossen Mehlkinten Rittigkeitschen Martinsort Schepettschen 1938 mit Kupsten zur neuen Gemeinde Hohenfried zusammengeschlossen Soginten Swirskoje Urbszen Urfelde 1936 bis 1938: Urbschen
1935 wurden die Landgemeinden in Gemeinden umbenannt. Im Oktober 1944 umfasste der Amtsbezirk, nun im umbenannten Landkreis Ebenrode, die neun Gemeinden Andersgrund, Hohenfried, Jürgenrode, Kischken, Klimmen, Martinsort, Mehlkinten, Soginten und Urfelde. Diese sind sämtlich verlassen.
Kirche Die aus dem Fürstentum Nassau stammenden Siedler hingen dem reformierten Glauben an und hatten seit 1772 in Soginten eine eigene Kirche. Nach der Unierung der evangelischen Kirchen im Jahr 1817 wurde diese in das evangelische Kirchspiel Enzuhmen integriert und gehörte um 1900 kurzzeitig auch zum evangelischen Kirchspiel Kassuben.
Söhne und Töchter des Ortes Theodor Tauchel, deutscher Schriftsteller und Publizist (1901–1997)
Weblinks Soginten auf wiki.genealogy.net
Einzelnachweise
Kategorie:Wüstung in der Oblast Kaliningrad