Absteinen (Kreis Stallupönen) ist ein verlassener Ort im Rajon Nesterow der russischen Oblast Kaliningrad.
Die Ortstelle befindet sich zwei Kilometer westlich von Tschernyschewskoje (Eydtkuhnen/Eydtkau), 300 Meter nördlich der Föderalstraße A229 und 700 Meter nördlich der Bahnstrecke Kaliningrad–Tschernyschewskoje.
Geschichte Der Ort Absteinen, zunächst mit Abstenischken und Abstennicken bezeichnet, ist seit 1539 überliefert. Um 1780 war er ein meliertes Dorf mit acht Feuerstellen.Johann Friedrich Goldbeck: Volständige Topographie des Königreichs Preussen. Teil I, Königsberg/Leipzig 1785, Volständige Topographie vom Litthauischen Cammer-Departement, S. 1. Um 1820 wurde Absteinen als Bauerndorf bezeichnet.Alexander August Mützell: Neues Topographisch-Statistisch-Geographisches Wörterbuch des Preussischen Staates, Erster Band, A-F, Halle 1821, S. 2. 1874 wurde die Landgemeinde Absteinen namensgebend für einen Amtsbezirk im Kreis Stallupönen,Rolf Jehke, Amtsbezirk Absteinen der zunächst kurzzeitig auch ein eigenes Standesamt hatte.
Im Oktober 1944 wurde der Ort von der Roten Armee besetzt und kam in der Folge mit dem nördlichen Ostpreußen zur Sowjetunion. Einen russischen Namen bekam er nicht mehr.
Einwohnerentwicklung Jahr Einwohner 1867Die Gemeinden und Gutsbezirke des Preussischen Staates und ihre Bevölkerung nach den Urmaterialien der allgemeinen Volkszählung vom 1. December 1871, Berlin 1874 272 1871 378 1885Gemeindelexikon für das Königreich Preußen, I. Provinz Ostpreußen, Berlin 1888 424 1905Gemeindelexikon für das Königreich Preußen, Heft 1, Provinz Ostpreußen, Berlin 1907 300 1910 272 1933Amtliches Gemeindeverzeichnis für das Deutsche Reich, Teil I: Altreich und Land Österreich. Herausgegeben vom Statistischen Reichsamt, Vierte Auflage, 1939 180 1939 147
Amtsbezirk Absteinen 1874–1945 Der Amtsbezirk Absteinen wurde 1874 im Kreis Stallupönen eingerichtet. Er bestand zunächst aus elf Landgemeinden (LG) und einem Gutsbezirk (GB).
Name Änderungsnamevon 1938 Russischer Namenach 1945 Bemerkungen Absteinen (LG) Eszerkehmen (LG) Seebach (Ostpr.) 1936 bis 1938: Escherkehmen Jodringkehmen (LG) Sinnhöfen Kinderweitschen (LG) Kinderhausen Detskoje Kryszullen (GB) Narwickau zeitweise im Amtsbezirk Eydtkuhnen, seit 1925 LG, 1936 bis 1938: Kryschullen Lengwehnen (LG) Grenzkrug Nickelnischken (LG) Nickelsfelde Romeyken (LG) Romeiken Beresowka Schilleningken (LG) Kleinplaten 1894 zur LG Platen im Amtsbezirk Gallkehmen Schleuwen (LG) Trawino Stärken (LG) Szapten (LG) Schapten (1936)
1935 wurden die Landgemeinden in Gemeinden umbenannt. Im Oktober 1944 umfasste der Amtsbezirk Absteinen, nun im umbenannten Landkreis Ebenrode, die elf Gemeinden Absteinen, Grenzkrug, Kinderhausen, Narwickau, Nickelsfelde, Romeiken, Schapten, Schleuwen, Seebach (Ostpr.), Sinnhöfen und Stärken. Davon ist nur noch das ehemalige Kinderweitschen/Kinderhausen bewohnt.
Kirche Absteinen gehörte seit 1883 zum evangelischen Kirchspiel Eydtkuhnen, zuvor zu den evangelischen Kirchspielen Bilderweitschen und Stallupönen.
Weblinks Absteinen auf wiki.genealogy.net
Einzelnachweise
Kategorie:Wüstung in der Oblast Kaliningrad