Bolschoje Mostowoje (, ) ist ein verlassener Ort im Rajon Nesterow der russischen Oblast Kaliningrad.

Die Ortsstelle befindet sich an der Regionalstraße 27A-059 (ex R510) sieben Kilometer nördlich der Rajonstadt Nesterow (Stallupönen/Ebenrode) an dem kleinen Fluss Lipowka (dt. Lepone, 1938–1945: Wiesenfließ), der sich dort zu zwei Quellflüssen verzweigt, was an der Hauptstraße zu zwei Brücken führte, woraus der russische Name „Großer Brückenort“ abgeleitet wurde.

Geschichte Jucknischken, zunächst auch Jucknakampen genannt, war um 1780 ein königliches Bauerndorf mit Windmühle und Ölmühle.Johann Friedrich Goldbeck: Volständige Topographie des Königreichs Preussen. Teil I, Königsberg/Leipzig 1785, Volständige Topographie vom Litthauischen Cammer-Departement, S. 60. 1874 wurde die Landgemeinde Jucknischken namensgebend für einen neu gebildeten Amtsbezirk im Kreis Stallupönen.Rolf Jehke, Amtsbezirk Drusken 1937 wurde die Gemeinde Wertimlauken (s. u.) an die Gemeinde Jucknischken (s. o.) angeschlossen. 1938 wurde Jucknischken in Föhrenhorst umbenannt.

Im Oktober 1944 wurde der Ort von der Roten Armee besetztGemäß einer allerdings sehr groben Karte in Dieckert/Großmann: Der Kampf um Ostpreußen und kam in der Folge mit dem nördlichen Ostpreußen zur Sowjetunion. 1950 erhielt er den russischen Namen Bolschoje Mostowoje und wurde dem Sawetinski selski Sowet im Rajon Nesterow zugeordnet.Durch den Указ Президиума Верховного Совета РСФСР от 5 июля 1950 г., № 745/3, «О переименовании населённых пунктов Калининградской области» (Verordnung 745/3 des Präsidiums des Obersten Rats der RSFSR "Über die Umbenennung der Orte der Oblast Kaliningrad" vom 5. Juli 1950) Bolschoje Mostowoje wurde vor 1975 aus dem Ortsregister gestrichen.In der Административно-территориальное деление Калининградской области 1975 (Die administrativ-territoriale Einteilung der Oblast Kaliningrad 1975, herausgegeben vom Sowjet der Oblast Kaliningrad) auf soldat.ru (rar-Datei) taucht der Ort nicht mehr auf.

Einwohnerentwicklung Jahr Einwohner Bemerkungen 1867Die Gemeinden und Gutsbezirke des Preussischen Staates und ihre Bevölkerung nach den Urmaterialien der allgemeinen Volkszählung vom 1. December 1871, Berlin 1874 457 1871 411 1885Gemeindelexikon für das Königreich Preußen, I. Provinz Ostpreußen, Berlin 1888 463 1905Gemeindelexikon für das Königreich Preußen, Heft 1, Provinz Ostpreußen, Berlin 1907 365 1910 364 1933Amtliches Gemeindeverzeichnis für das Deutsche Reich, Teil I: Altreich und Land Österreich. Herausgegeben vom Statistischen Reichsamt, Vierte Auflage, 1939 334 Offenbar einschließlich Wertimlauken 1939 322 Einschließlich Kleinföhrenhorst (Wertimlauken)

Wertimlauken (Kleinföhrenhorst)

Wertimlau(c)ken, auch Rissinnen und Ketzinnen genannt, war um 1780 eine Kolonie mit zwei Feuerstellen.Johann Friedrich Goldbeck: Volständige Topographie des Königreichs Preussen. Teil I, Königsberg/Leipzig 1785, Volständige Topographie vom Litthauischen Cammer-Departement, S. 180. Um 1820 gab es dort fünf melierte Höfe.Alexander August Mützell: Neues Topographisch-Statistisch-Geographisches Wörterbuch des Preussischen Staates, Fünfter Band, T-Z, Halle 1823, S. 136 1874 wurde die Landgemeinde Wertimlauken dem neu gebildeten Amtsbezirk Jucknischken zugeordnet. 1937 wurde die Gemeinde Wertimlauken an die Gemeinde Jucknischken (s. o.) angeschlossen. Dort wurde der Ortsteil 1938 in Kleinföhrenhorst umbenannt.

Einwohnerentwicklung Jahr Einwohner 1867Die Gemeinden und Gutsbezirke des Preussischen Staates und ihre Bevölkerung nach den Urmaterialien der allgemeinen Volkszählung vom 1. December 1871, Berlin 1874 57 1871 51 1885 37 1905 47 1910 43

Amtsbezirk Jucknischken (Föhrenhorst) 1874–1945 Der Amtsbezirk Jucknischken wurde 1874 im Kreis Stallupönen eingerichtet. Er bestand zunächst aus zehn Landgemeinden (LG).

Name Änderungsnamevon 1938 Russischer Namenach 1945 Bemerkungen Abracken Kornfelde Wassilkowo 1937 zu Schillen (ex Szillen) Jucknischken Föhrenhorst Bolschoje Mostowoje Mehlschücken Kleinschellendorf 1896 zu Szillen Peterlauken Petersort Majakowskoje 1937 zu Schillen (ex Szillen) Schilleningken Hainau Wyssokoje Schirmeyen Brandrode Schwirgallen Eichhagen (Ostpr.) Schaturskoje russisch später Sawodskoje Stehlischken Stehlau Szillen Schellendorf Tschuikowo 1936 bis 1938: Schillen Wertimlauken Kleinföhrenhorst 1937 zu Jucknischken

1935 wurden die Landgemeinden in Gemeinden umbenannt. 1938 oder 1939 wurde der Amtsbezirk in Föhrenhorst umbenannt. Im Oktober 1944 umfasste der Amtsbezirk, nun im umbenannten Landkreis Ebenrode, die sechs Gemeinden Brandrode, Eichhagen (Ostpr.), Föhrenhorst, Hainau, Schellendorf und Stehlau.

Kirche Jucknischken gehörte zunächst zum evangelischen Kirchspiel Kattenau, während Wertimlauken zum evangelischen Kirchspiel Stallupönen gehörte. Später gehörten beide Orte zum neu gebildeten evangelischen Kirchspiel Groß Warningken.

Weblinks Jucknischken auf wiki.genealogy.net

Einzelnachweise

Kategorie:Wüstung in der Oblast Kaliningrad