mini|hochkant|Stolperstein in Neunkirchen
Die Liste der Stolpersteine im Bezirk Neunkirchen enthält Stolpersteine, die im Rahmen des gleichnamigen Kunst-Projekts von Gunter Demnig im niederösterreichischen Bezirk Neunkirchen verlegt wurden. Stolpersteine erinnern an das Schicksal der Menschen, die von den Nationalsozialisten ermordet, deportiert, vertrieben oder in den Suizid getrieben wurden. Sie liegen im Regelfall vor dem letzten selbst gewählten Wohnsitz des Opfers.
Die erste Verlegung in diesem Bezirk erfolgte am 5. Juli 2011 in der Stadtgemeinde Neunkirchen.
Liste der Stolpersteine Neunkirchen In der Stadtgemeinde Neunkirchen wurden 42 Stolpersteine an 16 Adressen verlegt.
Stolperstein Inschrift Verlegeort Name, Leben 120px HIER WOHNTECHAJE FISCHJG. 1883DEPORTIERT 19.10.1941ŁODZERMORDET Triesterstraße 10 , geborene Zilberberg, wurde am 3. Februar 1883 in Frysztak geboren. Sie lebte in Neunkirchen in der Triesterstraße 10. Sie war verheiratet mit Chaje David Fisch. Das Paar hatte sechs Kinder. Nach der Annexion Österreichs musste sie diese Wohnung verlassen und kam in eine Sammelwohnung für Juden in der Förstergasse 4/5 in den 2. Wiener Gemeindebezirk. Am 19. Oktober 1941 wurde sie zusammen mit ihrem Ehemann und mindestens einem ihrer Kinder (Rosa, geboren 1915) mit dem Transport 7, Zug Da 5 von Wien ins Ghetto Litzmannstadt (Łódź) deportiert. Chaje Fisch hat die Shoah nicht überlebt.
Eines ihrer sechs Kinder konnte überleben – Meir Fisch meldete seine Familie bei Yad Vashem. 120px HIER WOHNTEDAVID CHAJE FISCHJG. 1875DEPORTIERT 19.10.1941ŁODZERMORDET Triesterstraße 10 wurde am 18. November 1876 geborenDokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes: Auszug aus der Transportliste, abgerufen am 23. Mai 2022. Er war verheiratet mit Chaje Fisch. Das Paar hatte sechs Kinder. Das Geld für die Familie verdiente er als Hausierer. Nach der Annexion Österreichs musste er diese Wohnung verlassen und kam in eine Sammelwohnung für Juden in der Förstergasse 4/5 in den 2. Wiener Gemeindebezirk. Am 19. Oktober 1942 wurde er zusammen mit seiner Frau und mindestens einem seiner Kinder (Rosa, geboren 1915) mit dem Transport 7, Zug Da 5 von Wien ins Ghetto Litzmannstadt (Łódź) deportiert. David Fisch hat die Shoah nicht überlebt.
Eines seiner sechs Kinder konnte überleben – Meir Fisch meldete seine Familie bei Yad Vashem. 120px HIER WOHNTEJOEL FISCHJG. 1940DEPORTIERT 6.5.1942MINSKERMORDET Triesterstraße 10 wurde am 14. Januar 1940 in Wien geboren. In Wien lebte er mit seiner Mutter Marie Fisch (geboren 1915) zuletzt im 2. Wiener Gemeindebezirk in der Franz Hochedlingergasse 23. Am 6. Mai 1942, mit 2½ Jahren, wurde er zusammen mit seiner Mutter mit dem Transport 19, Zug Da 201 von Wien nach Minsk deportiert (seine Nummer auf dem Transport lautete 706). Der Zug erreichte sein Ziel am 11. Mai 1942. 1000 Menschen waren auf diesem Transport und wurden in einen nahe beim Vernichtungslager Maly Trostinez befindlichen Wald (Blagovshchina) gefahren und dort vor schon vorbereiteten Gruben erschossen. Auch Joel Fisch und seine Mutter wurden auf diese Weise ermordet. 120px HIER WOHNTEMARIA FISCHDEPORTIERT 6.5.1942MINSKERMORDET Triesterstraße 10 , geborene Pollock, wurde am 29. April 1915 in Siegendorf geboren. Sie lebte in Neunkirchen in der Schießstättgasse 33. Verheiratet war sie mit Leo Fisch. Nach der Annexion Österreichs musste sie diese Wohnung verlassen und kam in eine Sammelwohnung für Juden in den 2. Wiener Gemeindebezirk (Franz Hochedlingergasse 23.). Dort lebte sie mit ihrem am 14. Januar 1940 geborenen Sohn Joel Fisch. Am 6. Mai 1942 wurde sie zusammen mit ihrem Sohn mit dem Transport 19, Zug Da 201 von Wien nach Minsk deportiert (ihre Nummer auf dem Transport lautete 705). Der Zug erreichte sein Ziel am 11. Mai 1942. 1000 Menschen waren auf diesem Transport und wurden in einem nahe beim Vernichtungslager Maly Trostinez befindlichen Wald (Blagovshchina) gefahren und dort vor schon vorbereiteten Gruben erschossen. Auch Maria Fisch und ihr Sohn wurden auf diese Weise ermordet. 120px HIER WOHNTEROSA FISCHJG. 1915DEPORTIERT 19.10.1941ŁODZERMORDET Triesterstraße 10 wurde am 16. Februar 1915 in Neunkirchen geboren. Sie war die Tochter von Chaje Fisch und Chaje David Fisch. Sie war eines von sechs Kindern der Familie. Sie lebte in Neunkirchen in der Triesterstraße 10. Nach der Annexion Österreichs musste die Familie diese Wohnung verlassen und sie kamen in eine Sammelwohnung für Juden in der Förstergasse 4/5 in den 2. Wiener Gemeindebezirk. In Wien lebte sie zuletzt mit ihren Eltern in einer Sammelwohnung für Juden in Förstergasse 4/5 in den 2. Wiener Gemeindebezirk. Am 19. Oktober 1942 wurde sie zusammen mit den Eltern mit dem Transport 7, Zug Da 5 von Wien ins Ghetto Litzmannstadt (Łódź) deportiert. Rosa Fisch hat die Shoah nicht überlebt.
Ihr Bruder Meir Fisch konnte überleben, er meldete seine Familie bei Yad Vashem. 120px HIER WOHNTESAMUEL FISCHJG. 1886DEPORTIERTAUSCHWITZERMORDET Triesterstraße 10 wurde am 21. Februar 1886 in Neunkirchen geboren. Bekannt ist, dass er zuletzt in Wien am Keplerplatz 1 im 10. Wiener Gemeindebezirk lebte. Er wurde am 15. Januar 1943 von Mechelen ins KZ Auschwitz deportiert. Samuel Fisch hat die Shoah nicht überlebt. 120px HIER WOHNTESIEGMUND FISCHSCHICKSAL UNBEKANNT Triesterstraße 10s Schicksal ist unbekannt.120pxHIER WOHNTEEGON GERSTL JG. 1918FLUCHT 1938FRANKREICH MIT HILFE ÜBERLEBTWiener Straße 18–20Egon Gerstl wurde am 24. Juni 1918, als Sohn von Heinrich Gerstl und Eveline Gerstl in Neunkirchen geboren. Nach dem „Anschluss“ Österreichs an das Deutsche Reich im März 1938 gelang Egon gemeinsam mit seinem Bruder Hans die Flucht nach Frankreich. Ihre Eltern mussten sie aufgrund ihres hohen Alters zurücklassen. Um der Verhaftung in Frankreich zu entgehen, meldeten sich die Brüder zur Fremdenlegion. Sie waren in Sidi Bel Abbès in Nordafrika stationiert. Ende 1940, nach der Kapitulation Frankreichs, mussten sie nach Frankreich zurückkehren. Dort wurden sie in das Internierungslager Rivesaltes gebracht. Kurz vor der Deportation in ein Konzentrationslager gelang ihnen erneut die Flucht. Sie überlebten dank provisorischer Papiere. Egon blieb zeitlebens eng mit seinem Bruder verbunden. In Straßburg lernte er seine spätere Frau Arlette Stanowski kennen; sie heirateten im Jahr 1952. Im Jahr 1953 wurden ihre Zwillingssöhne Henri und Manuel geboren.120pxHIER WOHNTEEVELINE GERSTLGEB. NELKEN JG. 1880GEDEMÜTIGT/ENTRECHTETTOT 12. OKT. 1939Wiener Straße 18–20Eveline Gerstl wurde am 26. September 1880 als Tochter von Markus Wolf Nelken und Laura Nelken (geborene Freundlich) in Neunkirchen geboren. Das Ehepaar Gerstl lebte mit seinen beiden Söhnen Hans (1913) und Egon (1918) in der Wienerstraße 18. Sie waren angesehene Kaufleute (Gerberei und Lederhandel) in Neunkirchen. Im Zuge der „Arisierung“ wurde das Haus am 14. September 1938 an einen Neunkirchner Bürger Zzwangsverkauft, und Eveline Gerstl und ihr Ehemann wurden nach Wien in eine Sammelwohnung in der Zirkusgasse umgesiedelt. Dort verstarb Eveline Gerstl am 12. Oktober 1939, ihr Ehemann Heinrich Gerstl am 24. März 1941. Ihr Grab befindet sich am Wiener Zentralfriedhof. Den beiden Söhnen gelang rechtzeitig die Flucht nach Frankreich. 120px HIER WOHNTEELSA GERSTLJG. 1903DEPORTIERT 1942ERMORDETMALY-TROSTINEC Bahnstraße 28 wurde am 28. November 1903 in Neunkirchen geboren. Sie war die Tochter von Moritz und Hanni Gerstl und hatte fünf Geschwister. Elsa lebte in Neunkirchen in der Bahnstraße 28. Nach der Annexion Österreichs musste sie diese Wohnung verlassen und sie kam in eine Sammelwohnung für Juden in der Kohlmessergasse 6 im 1. Wiener Gemeindebezirk. Am 31. August 1942 wurde sie mit dem Transport 39, Zug Da 225 von Wien ins Vernichtungslager Maly Trostinez deportiert, dort wurde Elsa Gerstl am 4. September 1942 ermordet.120pxHIER WOHNTEHANS GERSTL JG. 1913FLUCHT 1938FRANKREICH MIT HILFE ÜBERLEBTWiener Straße 18–20120pxHIER WOHNTEHEINRICH GERSTL JG. 1863GEDEMÜTIGT/ENTRECHTETTOT 24. MÄRZ 1941Wiener Straße 18–20Heinrich Gerstl wurde am 20. August 1863 als Sohn von Samuel Gerstl (1831–1910) und Theresia Gerstl (1835–1920), geborene Weiner, in Neunkirchen geboren. Er lebte mit seiner Frau Eveline und seinen beiden Söhnen Hans (1913) und Egon (1918) in der Wienerstraße 18. Auf dem Grundstück befand sich auch sein Betrieb. Die Familie waren angesehene Kaufleute (Lederhändler). Im März 1938 begann die Verfolgung jüdischer Bürger in Neunkirchen. Im Zuge der „Arisierung“ wurde das Haus samt Betrieb am 14. September 1938 zwangsverkauft, und das Ehepaar Gerstl wurde nach Wien in eine Sammelwohnung in der Zirkusgasse gebracht. Dort verstarb Eveline Gerstl am 13. Oktober 1939 und am 24. März 1941 auch ihr Ehemann Heinrich Gerstl. Ihr Grab befindet sich heute noch auf dem Wiener Zentralfriedhof. Den beiden Söhnen gelang die Flucht nach Frankreich. 120px HIER WOHNTEKAROLINE GERSTLJG. 1896DEPORTIERT 1942ERMORDETRIGA Bahnstraße 24 , geborene Kohn, wurde am 8. Oktober 1896 in Mattersburg geboren. Sie war verheiratet mit Oskar Gerstl. Das Paar lebte in Neunkirchen in der Bahnstraße 24. In Wien lebte sie zuletzt in einer Sammelwohnung für Juden in der Rembrandtstraße 25 im 2. Wiener Gemeindebezirk. Am 6. Februar 1942 wurde sie mit dem Transport 16 von Wien nach Riga deportiert (ihre Nummer auf dem Transport lautete 106). Karoline Gerstl hat die Shoah nicht überlebt. 120px HIER WOHNTEKAROLINE GERSTLGEB. BAUERJG. 1880FLUCHT IN DEN TODWIEN 19.6.1940 Wienerstraße 42 , geborene Bauer, wurde am 28. August 1880 in Straßburg geboren. Sie war verheiratet mit Moritz Gerstl, das Paar lebte in Neunkirchen in der Wienerstraße 42. Nach der Annexion Österreichs musste sie diese Wohnung verlassen und sie kam in eine Sammelwohnung für Juden in der Oberen Donaustraße 85 im 2. Wiener Gemeindebezirk. Am 19. Juni 1940 beging sie Selbstmord durch Erhängen. 120px HIER WOHNTEMORITZ GERSTLJG. 1885DEPORTIERT 1941ERMORDETŁODZ Wienerstraße 42 wurde am 5. April 1885 in Wien geboren. Er war Kaufmann und verheiratet mit Hanni, geborene Stössel. Mit ihr hatte er sechs Kinder. 1935 starb Hanni. Danach heiratete er Karoline, geborene Bauer. Das Paar lebte in Neunkirchen in der Wienerstraße 42. Nach der Annexion Österreichs musste er diese Wohnung verlassen und er kam in eine Sammelwohnung für Juden in der Leopoldgasse 22 im 2. Wiener Gemeindebezirk. Am 19. Oktober 1941 wurde er mit dem Transport 7, Zug Da 5 von Wien ins Ghetto Litzmannstadt (Łódź) deportiert. Hier wurde Moritz Gerstl am 30. April 1942 ermordet.