Der Norddeutsche Bund entstand nach dem Sieg Preußens und seiner Verbündeten im Deutschen Krieg 1866 aus dem Königreich Preußen, dessen deutschen Verbündeten und den deutschen Staaten nördlich der Main-Linie außer den aus Deutschland ausgeschiedenen Staat Luxemburg, Liechtenstein, der niederländischen Provinz Limburg (Mitglied im Deutschen Bund 1842 - 1866) sowie Österreich. Die süddeutschen Staaten Großherzogtum Baden, Königreich Bayern und Königreich Württemberg gehörten dem Norddeutschen Bund nicht an. Das Großherzogtum Hessen gehörte mit den Gebieten nördlich des Main der Provinz Oberhessen dem Norddeutschen Bund an. Die Gegner Preußens im Deutschen Krieg, die nicht annektiert wurden (Königreich Sachsen) sowie neutrale Staaten schlossen sich den Norddeutschen Bund an. Der Norddeutsche Bund erhielt eine bundesstaatliche Verfassung vom 16. April 1867. Der Bundesstaat wurde am 1. Juli 1867 gegründet. Die Einwohnerzahlen sind aus der Volkszählung von 1867 entnommen.

Länder des Norddeutschen Bundes Bundesstaat Einwohner (1866)Zahlen nach: Antje Kraus: Quellen zur Bevölkerungsstatistik Deutschlands 1815–1875. Hans Boldt Verlag, Boppard am Rhein 1980 (Wolfgang Köllmann (Hrsg.): Quellen zur Bevölkerungs-, Sozial- und Wirtschaftsstatistik Deutschlands 1815–1875. Band I). Fläche in km² Preußen, Königreich (Preußischer Staat) 19.501.723 (mit den Annexionen von 1867: 23.971.462) 348.607 Sachsen, Königreich 2.382.808 14.993 Hessen, Großherzogtum (Hessen-Darmstadt), nur Provinz Oberhessen 118.950 (1858) 3.287 Mecklenburg-Schwerin, Großherzogtum 560.274 13.162 Oldenburg, Großherzogtum 303.100 6.427 Braunschweig, Herzogtum 298.100 3.672 Sachsen-Weimar-Eisenach, Großherzogtum 281.200 3.615 Hamburg, Freie Stadt 280.950 415 Anhalt, Herzogtum 195.500 2.299 Sachsen-Meiningen, Herzogtum 179.700 2.468 Sachsen-Coburg-Gotha, Herzogtum 166.600 1.958 Sachsen-Altenburg, Herzogtum 141.600 1.324 Lippe, Fürstentum (Detmold) 112.200 1.215 Bremen, Freie Stadt 106.895 256 Mecklenburg-Strelitz, Großherzogtum 98.572 2.930 Reuß jüngerer Linie, Fürstentum (Gera-Schleiz-Lobenstein-Ebersdorf) 87.200 827 Schwarzburg-Rudolstadt, Fürstentum 74.600 941 Schwarzburg-Sondershausen, Fürstentum 67.200 862 Waldeck, Fürstentum 58.400 1.121 Lübeck, Freie Stadt 48.050 299 Reuß älterer Linie, Fürstentum (Greiz) 44.100 317 Lauenburg, Herzogtum (mit dem preußischen König als Herzog) 49.500 (ca. 1857) 1.182 Schaumburg-Lippe, Fürstentum 31.700 340

Herzogtum Anhalt Das Herzogtum Anhalt gliederte sich am 1. Juli 1867 in 5 Kreise.Fußnote: Bildung der Kreise 1863. Geschichte der Kreisbildung in Deutschland Keine Stadt war kreisfrei.

Kreis Einwohner Ballenstedt 25.692 Bernburg 43.254 Dessau 46.626 Köthen 46.270 Zerbst 35.199

Herzogtum Braunschweig Das Herzogtum Braunschweig gliederte sich am 1. Juli 1867 in 6 Kreise. Es gab keine kreisfreien Städte.Fußnote: Neue Landschaftsordnung des Herzogtums Braunschweigs vom 12. Oktober 1832

Kreis Einwohner Blankenburg 22.928 Braunschweig 82.837 Gandersheim 43.430 Helmstedt 52.023 Holzminden 42.129 Wolfenbüttel 29.454

Freie Hansestadt Bremen Die Freie Hansestadt Bremen gliederte sich am 1. Juli 1867 in die selbständigen Städte Bremen, Bremerhaven und Vegesack und in die beiden Landherrenschaften Links der Weser und Rechts der Weser.Fußnote: Bildung der Landherrnämter am 15. Juni 1817. Landherrnamt

Stadtgemeinde Einwohner Bremen 74.574 Bremerhaven 8.572 Vegesack 3.943 Landherrnamt Einwohner links der Weser 9.234 rechts der Weser 13.555

Freie und Hansestadt Hamburg Die Freie und Hansestadt hamburg gliederte sich am 1. Juli 1867 in die Stadt Hamburg, die Vorstädte St. Pauli und St. Georg und die Landherrenschaften mit Gemeinden.Fußnote: Neugliederung 1830 in Kraft getreten zum 1. Januar 1831. Landherrenschaft Das Amt Bergedorf wurde gemeinsam mit der Freien und Hansestadt Lübeck verwaltet.

Stadt Einwohner Hamburg 156.722 Vorstadt Einwohner St. Georg 32.423 St. Pauli 31.775 Landherrenschaft Einwohner Geestlande 42.508 Marschlande 20.134 Ritzebüttel 6.017 Amt unter gemeinsamer Verwaltung der Freien und Hansestadt Hamburg und der Freien und Hansestadt Lübeck BergedorfFußnote: gemeinsame Verwaltung Hamburgs und Lübecks bis 1868 12.510

Großherzogtum Hessen Das Großherzogtum Hessen gehörte dem Norddeutschen Bund mit der nördlich der Mainlinie gelegenen Provinz Oberhessen sowie der nördlich der Mainlinie und östlich des Rheins gelegenen Gebiete Kastel, Amöneburg und Kostheim im Kreis Mainz in der Provinz Rheinhessen an. Bei der Gründung des Norddeutschen Bundes gliederte sich die Provinz Oberhessen in Kreise. Die Provinz entsprach einem Regierungsbezirk. Es gab keine kreisfreien Städte.Fußnote: Wiedereinführung der Provinzen und Kreise am 12. Mai 1852. Geschichte der Kreisbildung in Deutschland

Kreis Einwohner Alsfeld 33.694 Büdingen 17.460 Freidberg (Hessen) 41.279 Gießen 41.031 Grünberg 16.181 Lauterbach 29.369 Nidda 32.662 Schotten 18.864 Vilbel 20.825 Provinz Oberhessen 251.365 Kreis Mainz Gemeinden Amöneburg, Stadt Kastel, Gemeinde KostheimFußnote Anm. Diese Städte und Gemeinden nördlich der Mainlinie gehörten dem Norddeutschen Bund an. Teil der Provinz Rheinhessen

Herzogtum Lauenburg Das Herzogtum Lauenburg wurde seit 1865 in Personalunion mit dem Königreich Preußen regiert. Der preußische König wurde zum Herzog von Lauenburg. Das Herzogtum Lauenburg gliederte sich in amtsfreie Städte und Ämter.

Stadt Einwohner Lauenburg 1.094 Mölln 3.894 Ratzeburg 4.372 Amt EinwohnerFußnote: Nach der Volkszählung 1871 lebten in den Ämtern zusammen 40.618. Lauenburg Ratzeburg Schwarzenbek Steinhorst

Fürstentum Lippe Das Fürstentum Lippe gliederte sich am 1. Juli 1867 in 7 selbständige Städte und 13 Ämter.Die lippische Kommunalverfassung von Staatsarchivoberamtsrat Herbert Stöwer, in Archivpflege in Westfalen und Lippe, Heft 08 1976, Kapitel ILippische Gemeindeverfassungsordnung von 1841Lippische Städteordnung von 1843

Stadtbezirk Einwohner Barntrup 1.148 Blomberg 2.175 Detmold 6.269 Horn 1.785 Lage 2.476 Lemgo 4.640 Salzuflen 1.879 Amt Einwohner Blomberg 3.789 Brake 8.137 Detmold 8.944 Hohenhausen 6.621 Horn 5.973 Lage 13.526 Lipperode 704 Oerlinghausen 8.893 Schieder 3.596 Schötmar 11.355 Schwalenberg 6.482 Sternberg-Barntrup 9.325 Varenholz 5.401

Freie und Hansestadt Lübeck Die Freie und Hansestadt Lübeck gliederte sich am 1. Juli 1867 in das Stadtamt Lübeck das Landamt Lübeck und das Amt Travemünde. Gemeinsam mit der Freien und Hansestadt Hamburg wurde das Amt BergedorfFußnote: vgl. Freie und Hansestadt Hamburg verwaltet.

Stadtamt Einwohner Lübeck 36.998 Landamt Einwohner Lübeck 10.556 Amt Einwohner Travemünde 1.629 Amt (unter gemeinsamer Hamburger und Lübecker Verwaltung) BergedorfFußnote bis 1868 unter gemeinsamer Verwaltung der Freien Hansestädte Hamburg und Lübeck 12.510

Großherzogtum Mecklenburg-Schwerin Das Land Mecklenburg-Schwerin gliederte sich 1867 bei der Gründung des Norddeutschen Bundes in Städte, Domanialämter, Ritterschaftliche Ämter und Klosterämter. Diese Einteilung beruhte auf die feudale Struktur des Großherzogtum Mecklenburg-Schwerin.

Stadt Boizenburg Brüel Bützow Crivitz Doberan Dömitz Gadebusch Gnoien Goldberg Grabow Grevesmühlen Güstrow Hagenow Krakow Kröpelin Laage i. Mecklenburg Ludwigslust Lübz Malchin Malchow Marlow Neubukow Neukalen Neustadt i. Mecklenburg Parchim Penzlin Plau Rehna Ribnitz Röbel/Müritz Rostock Schwaan Schwerin Stavenhagen Sternberg Sülze Tessin Teterow Waren/Müritz Warin Wismar Wittenburg Domanialamt (ggf. Sitz) Boizenburg Bützow-Rühn Bukow (in Neubukow) Crivitz Dargun-Gnoien-Neukalen Doberan Dömitz Gadebusch-Rehna Grabow-Eldena Grevesmühlen-Plüschow Güstrow-Rosssewitz Hagenow-Toddin-Bakendorf-Lübteen Lübz-Marnitz Neustadt (Mecklenburg) Ribnitz Schwaan Stiftsamt Schwerin Stavenhagen Toitenwinkel zu Rostock Warin-Neukloster-Sternberg-Tempzin Wismar-Poel-Mecklenburg-Redentin Wittenburg-Walsmühlen-Zarrentin Wredenhagen (in Röbel) Herrschaft Wismar Ritterschaftliches Amt Boizenburg Bukow Crivitz Gadebusch Gnoien Goldberg Grabow Grevesmühlen Güstrow Ivenack Lübz Mecklenburg Neukalen Neustadt Plau Ribnitz Schwaan Schwerin Stavenhagen Sternberg Wittenburg Wredenhagen Klosteramt Dobbertin Malchow Ribnitz Kloster zum Heiligen Kreuz

Großherzogtum Mecklenburg-Strelitz Das Großherzogtum Mecklenburg-Strelitz gliederte sich bei der Gründung des Norddeutschen Bundes 1867 in Städte, Domanialämter, Ritterschaftliche Ämter und Sonstige Ämter, darunter das Fürstentum Ratzeburg. Diese Verwaltungsgliederung beruhte auf der feudalen Struktur des Landes.

Stadt Friedland Fürstenberg Neubrandenburg Stargard Strelitz Wesenberg Woldegk Domanialamt Feldberg Mirow Landvogtei Schönberg Stargard Strelitz, dazu gehört der Fürstenberger Amtsbezirk Kabinettsamt Strelitz Ritterschaftliches Amt Fürstenberg Stargard Strelitz Sonstiges Amt Fürstentum Ratzeburg

Großherzogtum Oldenburg Das Großherzogtum Oldenburg gliederte sich im Jahr 1867 bei der Gründung des Norddeutschen Bundes in die 3 Landesteile Herzogtum Oldenburg (Kernland), Fürstentum Lübeck und Fürstentum Birkenfeld.Hof- und Staatshandbuch des Großherzogtums Oldenburg. 1859

Das Herzogtum Oldenburg wurde in Städte I. Klasse, entsprachen kreisfreien Städten und Ämter eingeteilt.Hof- und Staatshandbuch des Großherzogtums Oldenburg. 1859

Das Fürstentum Lübeck wurden von einem Regierungspräsidenten geleitet und gliederte sich in die Stadt Eutin und Ämter.Hof- und Staatshandbuch des Großherzogtums Oldenburg. 1859

Das Fürstentum Birkenfeld wurde von einem Regierungspräsidenten geleitet und gliederte sich in Ämter.Hof- und Staatshandbuch des Großherzogtums Oldenburgs. 1859

Landesteil Einwohner Fürstentum Birkenfeld 35.668 Amt Einwohner Birkenfeld 9.804 Nohfelden 9.038 Oberstein 16.826 Landesteil Einwohner Fürstentum Lübeck 34.346 Stadt Einwohner Eutin 3.338 Amt Einwohner Ahrensbök (neue Gebietsteile)Fußnote: Neue Gebietsteile bei Ergebnissen der Volkszählung 1867 im Staatshandbuch des Großherzogtum Oldenburg 12.553 Eutin 8.928 Schwartau 9.527 Landesteil Einwohner Herzogtum Oldenburg 245.981 Städte I. Klasse Einwohner Jever 4.604 Oldenburg (Oldenbg.) 14.226 Varel 5.100 Amt Einwohner Berne 8.058 Brake Unterweser 8.245 Cloppenburg 10.723 Damme 8.236 Delmenhorst 18.312 Elsfleth 8.347 Friesoythe 9.880 Jever 21.355 Landwürden 1.474 Löningen 11.438 Oldenburg 26.805 Ovelgönne 8.772 Rastede Fußnote: Einwohner des Amtes Rastede bei Ämtern Oldenburg und Varel. 1868 Auflösung des Amtes Rastede und Aufteilung auf Ämter Oldenburg und Varel Steinfeld 10.356 Stollhamm 12.696 Varel 17.551 Vechta 13.382 Westerstede 17.809 Wildeshausen 8.612

Königreich Preußen Das Köngireich Preußen gliederte sich 1867 bei der Gründung des Norddeutschen Bundes in Provinzen. Die Provinzen wurden in Regierungsbezirke eingeteilt. Der Regierungsbezirk Sigmaringen wurde keiner Provinz zugeteilt als Hohenzollersche Lande hatte der Regierungspräsident Befugnisse eines Oberpräsidenten einer Provinz. Die Provinzen waren in kreisfreie Städte und Kreise eingeteilt.Verordnung wegen verbesserter Einrichtung der Provinzialbehörden vom 30. April 1815

Provinzen:

Brandenburg Hannover Hessen-Nassau Hohenzollernsche Lande Pommern Posen Preußen Rheinprovinz Sachsen Schlesien Schleswig-Holstein Westfalen

Provinz Brandenburg