mini|rahmenlos|zentriert|hochkant=0.8|klasse=skin-invert-image notpageimageSteven Spielberg (2023) Steven Allan Spielberg (* 18. Dezember 1946 in Cincinnati, Ohio) ist ein US-amerikanischer Filmregisseur, Filmproduzent und Drehbuchautor.
Neben seinem Debütfilm Duell (1971) gehören zu Spielbergs bekanntesten Filmen Der weiße Hai (1975), Unheimliche Begegnung der dritten Art (1977), E.T. – Der Außerirdische (1982), Jurassic Park (1993), Schindlers Liste (1993), Der Soldat James Ryan (1998), Catch Me If You Can (2002), Lincoln (2012), Ready Player One (2018) und die ersten vier der fünfteiligen Indiana-Jones-Reihe (1981–2023). Als Produzent war Spielberg u. a. für die Filmreihen Zurück in die Zukunft, Men in Black und Transformers verantwortlich.
Der 22-fach für den Oscar nominierte Spielberg erhielt den Filmpreis für seine Regiearbeiten bei Schindlers Liste und Der Soldat James Ryan sowie als Produzent für Schindlers Liste. Insgesamt erhielten seine Filme 140 Oscar-Nominierungen und konnten 35 Mal die weltweit wichtigste Filmtrophäe gewinnen.Imanuel Marcus: Berlin International Film Festival To Honor Steven Spielberg. berlinspectator.com, 23. November 2022. Mit seiner Nominierung für West Side Story im Jahr 2022 ist Spielberg der erste und bislang einzige Regisseur, der in sechs Jahrzehnten (1970er bis 2020er Jahre) für den Oscar nominiert war oder ausgezeichnet wurde.
Der Mitbegründer der Filmproduktionsfirmen Amblin Entertainment und DreamWorks ist mehrfacher Golden-Globe-, BAFTA- und Emmy-Preisträger. Er ist einer von wenigen Personen im Showgeschäft, die alle vier großen Preise der US-amerikanischen Unterhaltungsindustrie (sämtliche zuvor benannten Auszeichnungen inklusive eines Grammys) gewonnen haben. Außerdem wurde er mit zahlreichen Ehrungen für seine philanthropischen Bemühungen außerhalb des Filmgeschäfts bedacht. Mit seinen Filmen spielte er mehr als zehn Milliarden US-Dollar ein und gilt damit als der kommerziell erfolgreichste Regisseur der Filmgeschichte (Stand: Januar 2026).Sonika Kamble: Why Steven Spielberg Loses Box-Office Crown to James Cameron Despite Having $10B+ Grossing Movie, in: FandomWire vom 21. Januar 2026, abgerufen am 27. April 2026.
Biografie Familie und Privates Steven Allan Spielberg wurde 1946 im The Jewish Hospital in Cincinnati geboren.Joseph McBride: Steven Spielberg: A Biographie. 2. Auflage. University Press of Mississippi, 2010, Seite 35. Sein Vater war der Elektroingenieur und Computer-Pionier Arnold Spielberg (1917–2020), seine Mutter Leah Frances Posner (1920–2017) wirkte bis zu ihrer Heirat 1945 als studierte Konzertpianistin. Spielbergs Eltern gehörten dem orthodoxen Judentum an. Steven Spielberg hat drei jüngere Schwestern: Anne (* 1949), Susan (* 1953) und Nancy (* 1956). Spielbergs Eltern ließen sich am 20. April 1966 scheiden. Die Mutter heiratete 1967 Bernard Adler (1919–1995), einen ehemaligen Assistenten Arnold Spielbergs.Joseph McBride: Steven Spielberg: A Biographie. 2. Auflage. University Press of Mississippi, 2010, Seite 133. Arnold Spielberg heiratete 1997 Bernice Goldsmith Colner (1920–2016).Kathi Jackson: Steven Spielberg: A Biography. Greenwod Press, 2007, ISBN 978-0-313-33796-3, Timeline xxii / xxiv
Spielbergs Großeltern väterlicherseits stammten aus der zum russischen Kaiserreich gehörenden westukrainischen Oblast Chmelnyzkyj. Die Wurzeln der Familie lagen in der Stadt Spielberg in der Steiermark. Spielbergs Vorfahren wanderten in die Ukraine aus und gaben sich den Nachnamen „Spielberg“. Sein Großvater Shmuel Spielberg (1873–1945) emigrierte 1906 unter dem anglisierten Namen Samuel aus Kamjanez-Podilskyj nach Cincinnati und betrieb dort einen Gemischtwarenhandel. Spielbergs Großmutter Rebecca Chechik (1884–1969) folgte ihrem Mann 1908 aus Sudylkiw in die USA.Joseph McBride: Steven Spielberg: A Biographie. 2. Auflage. University Press of Mississippi, 2010, Seite 22–24. Spielbergs Großvater mütterlicherseits Philip „Fievel“ Posner (1884–1961) lebte zunächst in Odessa (Ukraine) und wanderte nach Pogromen während der Russischen Revolution 1905 nach Cincinnati aus. 1915 heiratete der jüdisch-orthodox praktizierende Bekleidungshändler die in Cincinnati geborene Jennie Fridmann (1882–?).Joseph McBride: Steven Spielberg: A Biographie. 2. Auflage. University Press of Mississippi, 2010, Seite 24–26.
Spielberg heiratete 1985 die Schauspielerin Amy Irving, mit der er einen gemeinsamen Sohn (* 1985) hat. Nach der Scheidung im Februar 1989 heiratete er im Oktober 1991 die Schauspielerin Kate Capshaw, die er bei den Dreharbeiten zu Indiana Jones und der Tempel des Todes kennengelernt hatte. Das Paar lebte bis Ende 2025 in Hollywood. Seit Januar 2026 leben sie in New York City. Zusammen mit Kate Capshaw hat Spielberg die Stieftochter Jessica Capshaw (* 1976) und drei leibliche Kinder, darunter Sasha Spielberg (* 1990), einen 1992 geborenen Sohn sowie eine 1996 geborene Tochter. Er adoptierte zwei 1996 geborene Kinder. Spielbergs Patenkinder sind die Schauspielerinnen Drew Barrymore und Gwyneth Paltrow.
Zu seinem beruflichen Freundeskreis zählen Regisseure wie George Lucas, Robert Zemeckis, Barbra Streisand, Chris Columbus, Peter Jackson, Barry Levinson und Paul Thomas Anderson sowie die Schauspieler Tom Hanks und Tom Cruise. Eine enge Freundschaft verbindet Spielberg zudem seit 1974 mit dem amerikanischen Filmmusikkomponisten John Williams.
Spielberg hatte im Mai 2025 ein Vermögen von rund 10 Milliarden US-Dollar.Steven Spielberg bei bloomberg.com, abgerufen am 1. Juni 2025.
Kindheit und Jugend Spielberg verbrachte seine frühe Kindheit zunächst in seiner Geburtsstadt Cincinnati. Im Juni 1949 nahm der frisch von der Universität graduierte Vater ein Angebot des von David Sarnoff geleiteten Elektronikkonzerns RCA an und die Familie Spielberg zog nach Camden (New Jersey). In Philadelphia, das sich gegenüber von Camden am anderen Ufer des Delaware River befindet, erlebte Spielberg im Jahr 1952 den ersten Kinobesuch seines Lebens. Mit seinem Vater sah er den Film Die größte Schau der Welt von Meisterregisseur Cecil B. DeMille.Steven Awalt: Steven Spielberg and Duel – The Making of a Film Career. ISBN 978-0-8108-9261-3, Seite 12. Im Verlauf des Jahres 1952 folgte ein weiterer Umzug in das nur wenige Meilen entfernte Viertel Haddon Township.Joseph McBride: Steven Spielberg: A Biographie. 2. Auflage. University Press of Mississippi, 2010, Seite 46 bis 48 Nach der Geburt seiner dritten Schwester zog die Familie im Februar 1957 aufgrund eines beruflichen Wechsels des Vaters zu General Electric in Richtung Westküste der USA nach Scottsdale, einem exklusiven Vorort von Phoenix im US-Bundesstaat Arizona. Spielberg wuchs gutsituiert auf, war ein durchschnittlicher Schüler, entwickelte bereits als Kind eine ausgeprägte Leidenschaft für Film, Fernsehen und Filmsoundtracks, las Science-Fiction-Comichefte, spielte jahrelang Klarinette in der Ingleside Thunderbird Band und interessierte sich nicht für Sport. Spielberg litt während seiner Kindheit bis hinein in die Jugend unter den zunehmenden Spannungen und Streitereien seiner Eltern, die 1966 in eine Scheidung mündeten. Laut eigener Aussage hatte er zu seinen drei Schwestern und seinem beruflich bedingt häufig abwesenden Vater bis hinein ins Erwachsenenalter ein vorwiegend schwieriges Verhältnis.Joseph McBride: Steven Spielberg: A Biographie. 2. Auflage. University Press of Mississippi, 2010, Seite 132. Zudem hatte er in den verschiedenen Schulen, an denen er im Laufe seiner Kindheit und Jugend unterrichtet wurde, aufgrund seines schmächtigen Körpers und seiner jüdischen Herkunft in unregelmäßigen Abständen Probleme mit Mitschülern, die sich über ihn lustig machten, ihn beleidigten oder physisch angingen. Spielberg fand an allen Schulen aber auch Freunde, Gleichgesinnte und Verbündete.
Als Zehnjähriger erhielt er von seinem Vater dessen 8-mm-Filmkamera vom Typ Eastman Kodak Brownie Movie Camera II mit einer 13-mm-Festbrennweite.Steven Awalt: Steven Spielberg and Duel – The Making of a Film Career. ISBN 978-0-8108-9261-3, Seite 13. Spielbergs Vater war der Kritik seines Sohnes überdrüssig, da Steven ständig die Qualität der von ihm gedrehten Familienfilme bemängelte. Fortan übertrug der Vater an Steven die Aufgabe, die Familienfilme zu drehen.Joseph McBride: Steven Spielberg: A Biographie. 2. Auflage. University Press of Mississippi, 2010, Seite 68 bis 70 1958 drehte Spielberg im Alter von elf Jahren seinen ersten Kurzfilm, der die Kollision zweier Züge seiner Spielzeugeisenbahn zeigte. Im selben Jahr erhielt er von den Pfadfindern ein Verdienstabzeichen für den von ihm gedrehten 8-mm-Film The Last Gunfight. Mit vierzehn Jahren spannte er seine Nachbarskinder und Klassenkameraden für die Dreharbeiten des 40-minütigen Kriegsfilms Escape to Nowhere ein. Der Kriegsfilm zeigt den Kampf von Generalfeldmarschall Erwin Rommel und den deutschen Truppen gegen einen amerikanischen Armeeverbund.Kathi Jackson: Steven Spielberg: A Biography. Greenwod Press, 2007, ISBN 978-0-313-33796-3, Seite 8. Spielberg gewann mit dem Werk das Arizona Amateur Film Festival und erhielt als Preis eine 16mm-Kodak-Filmkamera sowie eine umfangreiche Sammlung mit Fachliteratur für Filmemacher. Auf Anraten seines Vaters verkaufte Spielberg die Kamera und investierte den Erlös stattdessen in eine vollausgestattete 8mm-Bolex H-8 de luxe mit Stop-Motion- und Zeitlupenfunktion, mehreren Filmoptiken und einem 400-Fuß-Magazin, so dass Spielberg in der Lage war, alles so drehen zu können, wie er es wollte. Zusätzlich spendierte der Vater ihm noch einen passenden Bolex-Projektor und ein gerade auf dem Markt gekommenes Bolex-Sonerizer-Tonsystem, mit dem es Spielberg erstmals möglich war, seine Filme zu vertonen.Kathi Jackson: Steven Spielberg: A Biography. Greenwod Press, 2007, ISBN 978-0-313-33796-3, Timeline xxiJoseph McBride: Steven Spielberg: A Biographie. 2. Auflage. University Press of Mississippi, 2010, Seite 102. Spielberg experimentierte von nun an mit allen Einstellungsgrößen, Stop-Motion und Zeitlupen. Die immensen Kosten für Negative und Filmentwicklung übernahm der Vater.Joseph McBride: Steven Spielberg: A Biographie. 2. Auflage. University Press of Mississippi, 2010, Seite 84. Zeitzeugen erinnern sich, dass Spielberg fest davon überzeugt und gewillt war, Filmregisseur zu werden.
In seiner Zeit als Teenager drehte Spielberg insgesamt 15 Kurzfilme.Joseph McBride: Steven Spielberg: A Biographie. 2. Auflage. University Press of Mississippi, 2010, Seite 137. Hauptthema war zumeist der Zweite Weltkrieg, sodass Filme wie Fighter Squad gespickt mit Flugzeugen, deutschen Soldaten und deutschen Nazis waren.Joseph McBride: Steven Spielberg: A Biographie. 2. Auflage. University Press of Mississippi, 2010, Seite 92. Als begeisterter Filmemacher ging Spielberg jeden Samstagnachmittag mit seinen Freunden ins Kiva Theatre-Kino in Scottsdale. Hier sah er neben den Filmen von John Ford und John Huston zahlreiche B-Movie-Western, Tarzan-Filme, Zorro-Filme und Cartoons, die ihn nachhaltig inspirierten. Zu seinen Lieblingsfilmen zählten Hitchcocks Psycho, Ben Hur und insbesondere Die Brücke am Kwai sowie der mit sieben Oscars prämierte Historienfilm Lawrence von Arabien aus dem Jahr 1962.Joseph McBride: Steven Spielberg: A Biographie. 2. Auflage. University Press of Mississippi, 2010, Seite 81 bis 82. Im Garten seiner Eltern veranstaltete er für die Kinder aus der Nachbarschaft mit Unterstützung seiner Familie Kinovorführungen mit einem 16-mm-Projektor, den sein Vater ihm geschenkt hatte. Die hier erzielten Einnahmen investierte er wieder in seine zunehmend aufwändigeren Filmprojekte.Joseph McBride: Steven Spielberg: A Biographie. 2. Auflage. University Press of Mississippi, 2010, Seite 85 bis 86.