Catholic Discipline war eine US-amerikanische Punkband. Die zwischen 1979 und 1980 bestehende „Punk-Supergroup“ gehörte der Punkszene von Los Angeles an und erlangte vor allem durch ihren Konzertauftritt im 1981 veröffentlichten Dokumentarfilm The Decline of Western Civilization nachhaltige Bekanntheit.
Bandgeschichte Catholic Discipline wurde 1979 von Sänger Claude Bessy, als „Kickboy Face“ Redakteur beim Fanzine Slash, Gitarristin Susan Gottlieb alias „Phranc“ (Nervous Gender), Bassist Rick Jaffe (Bpeople), Schlagzeuger Craig Lee (The Bags) und Keyboarder Richard Meade gegründet. Der Bandname leitete sich von einem Graffito ab, das Bessy auf der Herrentoilette des Klubs The Masque entdeckt hatte.Claude Bessy alias Kickboy Face in: The Decline of Western Civilization, Spheeris Films, Los Angeles 1981 (englisch). Ihr erstes Konzert gab die Gruppe im August – anderen Angaben zufolge am 14. September – 1979 im Hong Kong Café in Los Angeles. In der Zeitschrift Damage wurde ihr Musikstil als „The Seeds go French Gothic“ beschrieben.Profiles. In: Damage, Ausgabe von Oktober 1979, S. 18. Online im Internet Archive, abgerufen am 13. Mai 2022 (englisch). Kristine McKenna lobte in einer Konzertkritik für die Los Angeles Times Frontmann Claude Bessy:
Nach den ersten Auftritten löste Robert López (The Zeros) Richard Meade als Keyboarder ab. Während die Gruppe das Angebot einer gemeinsamen Europatournee mit Echo & the Bunnymen ausschlug, ließ sie sich im Januar 1980 von Penelope Spheeris für ihren Dokumentarfilm The Decline of Western Civilization ablichten. Wenige Monate danach zerfiel die Band. Weil die meisten Mitglieder auch in anderen Bands aktiv waren, habe es sich laut Gitarristin Phranc bei Catholic Discipline nie um eine „richtige Band“ gehandelt. López, der wie auch Craig Lee für die Mitwirkung sein Hauptinstrument wechselte, sah in der kurzlebigen Supergroup eine Möglichkeit für musikalische Experimente.
Nachgeschichte Claude Bessy wanderte bald nach dem Ende von Catholic Discipline ins Vereinigte Königreich aus und arbeitete als Pressesprecher für Rough Trade Records, Video-DJ und Produzent von Musikvideos. Er starb 1999 an Krebs. Phranc startete als Folk-Singer-Songwriterin eine erfolgreiche Solokarriere, ebenso wie Robert López, der sich als „mexikanischer Elvis“ El Vez neu erfand. Craig Lee war bis zu seinem AIDS-Tod im Jahr 1991 vor allem als Autor und Musikkritiker für das Fanzine Flipside und andere Publikationen tätig.Nick Talevski: Rock Obituaries: Knocking On Heaven’s Door. Omnibus Press, London 2010, ISBN 978-0-85712-117-2, S. 360–361 (englisch).
Die Band fand sich während ihres kurzen Bestehens nie in einem Tonstudio ein, es existieren lediglich Konzertaufnahmen und eine bei KPFK live eingespielte Aufnahme des Titels Pablo Picasso. Bei Artifix Records erschien 2004 unter dem Titel Underground Babylon eine Kompilation mit den gesammelten Stücken.
Diskografie Kompilation 2004: Underground Babylon
Lieder (Auswahl) 1979: Pablo Picasso 1980: Underground Babylon 1980: Barbee Doll Lust
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Punkband Kategorie:No-Wave-Band Kategorie:Band (Los Angeles) Kategorie:US-amerikanische Band