Truppenteile (TrT) sind Gliederungen oder Formationen des Militärs, also der Gesamtheit aller Verteidigungskräfte eines Landes.
Gliederung In Deutschland üblich ist die Gliederung der Truppenteile wie folgt: Teileinheiten Einheiten Verbände Großverbände
Ausnahmen von der herkömmlichen Terminologie Zentren sowie Kommandos lassen sich keiner bestimmten Gruppe von Truppenteilen (s. o.) zuordnen. Je nach Truppenteil wird unterschiedlich entschieden. Beispiele hierfür sind folgende: das KSK sowie das Kommando Schnelle Einsatzkräfte Sanitätsdienst sind äquivalent zur Brigade das Heerestruppenkommando hatte Größe und Umfang einer Division die dem Ausbildungszentrum Munster unterstellten Ausbildungszentren der Heeresaufklärungs-, der Heeresflugabwehr- und der Panzertruppen sind (aufgrund ihrer Geschichte) mit Schulen vergleichbar und haben deshalb den Rang eines Regiments
Bei bestimmten Truppenteilen ist eine genaue Zuordnung nicht möglich. Ein Beispiel ist das neu eingerichtete Ausbildungszentrum Munster. Über die genaue Größe lässt sich nur spekulieren; da der Truppenteil drei mit Schulen vergleichbare Zentren sowie Unterstützungselemente umfasst, hätte es theoretisch die Größe einer Brigade. Das Heer macht darüber jedoch keine genaueren Angaben. Ähnlich verhält es sich mit dem SEK M: Vorgänger waren die Waffentauchergruppe und das Bataillon Spezialisierter Kräfte – beides Verbände.
Änderungen mini|Gliederung des Territorialheeres 1969–1992
Das Wehrbereichskommando (WBK) hatte bis 1992 (Heeresstruktur IV) die Größe eines Korps (vergleiche Territorialheer). Übergeordneter Großverband war das Territorialkommando. Nach Ende des Ost-West-Konflikts und im Zuge der neuen sicherheitspolitischen Ausrichtung der Bundesrepublik Deutschland wurden in der Heeresstruktur V Wehrbereichskommandos und Divisionen fusioniert und einem Korps unterstellt. Mit diesem Schritt stufte man das WBK auf eine Division herab. Als solche wird sie heute weiter aufgelistet.
Teileinheiten Teileinheiten sind die kleinsten Truppenteile.
Militärisches Symbol Name Truppenstärke Unterstellte Truppenteile Führung 80px|zentriert80px|zentriert Staffel 25–180 bis zu 3 Züge Hauptmann / Oberleutnant / Leutnant 80px|zentriert80px|zentriert Hörsaal / Schwarm / Kette / Zug 13–60 2 bis 4 Gruppen Hauptmann / Oberleutnant / Leutnant / Oberstabsfeldwebel / Stabsfeldwebel / Hauptfeldwebel 80px|zentriert80px|zentriert Gruppe / Halbzug / Rotte 8–12 2 bis 4 Trupps Oberfeldwebel / Feldwebel / Stabsunteroffizier / Unteroffizier 80px|zentriert80px|zentriert Trupp 2–7 keine Unteroffizier / Oberstabsgefreiter / Stabsgefreiter / Hauptgefreiter
Trupp
Die kleinste Teileinheit ist der Trupp mit zwei bis sieben Soldaten. Geführt wird er von einem Truppführer. Bei motorisierten, mechanisierten oder fliegenden Waffengattungen haben Besatzungen die taktische Größe eines Trupps (z. B. die Besatzung eines Spähwagens Fennek, Ausnahme: Panzertruppe). Die Bedienmannschaften von Geschützen oder Mörsern haben ebenfalls die Größe eines Trupps. Im Feldjägerwesen und im Bereich der Wach- und Ordnungsdienste der Bundeswehr werden Trupps als Streife bezeichnet und bestehen grundsätzlich aus zwei Soldaten/ausgebildeten Feldjägern. Drei Soldaten/ausgebildete Feldjäger bilden eine verstärkte Streife.
Bei der Kavallerie, die es in Deutschland heute so nicht mehr gibt, war die kleinste Teileinheit der Abmarsch.
Gruppe
Eine Gruppe setzt sich aus mindestens zwei, maximal vier Trupps zusammen. Sie umfasst acht bis zwölf Soldaten.
Da es in der Panzertruppe keine Trupps gibt, werden zwei Panzerbesatzungen zu einem Halbzug zusammengefasst. Zwei Halbzüge bilden einen Zug mit vier Fahrzeugen.
(feindlicher Panzerhalbzug)
Zug
Der Zug ist häufig die größte Teileinheit unterhalb einer Einheit wie der Kompanie. Er umfasst 13 bis 60 Soldaten, seltener 16 (bei der Panzertruppe und Kommando Spezialkräfte) und wird von einem Zugführer geführt. Dieser kann sowohl ein Offizier als auch ein Feldwebel sein. In der Regel werden Züge mit römischen Ziffern durchnummeriert.
Ein Hörsaal ist der kleinste Truppenteil einer Schule. Er gliedert sich in Gruppen. Mehrere Hörsäle bilden eine Inspektion.
Staffel
Eine Staffel ist etwa halb so groß wie eine Einheit (Kompanie oder Batterie). Sie umfasst mehrere Züge oder Gruppen einer bestimmten Waffengattung (z. B. Instandsetzungs- oder Umschlagstaffel als Teil einer Versorgungskompanie der Heereslogistiktruppen, Geschützstaffel als Teil einer Artillerie-Batterie).
Bei der Luftwaffe und den Heeresfliegern ist die Staffel dagegen ein Kompanieäquivalent.
Einheiten Bataillone, seltener Regimenter (sofern keine Bataillonsebene vorhanden) gliedern sich in Einheiten.
Militärisches Symbol Name Truppenstärke Unterstellte Truppenteile Führung 80px|zentriert80px|zentriert Batterie / Boot / Eskadron / Inspektion / Kolonne / Kompanie / Hauptabschnitte eines Schiffs (Bspw. HA 400 = Versorgung, Stabsdienst, Smuts) / Sektor / Staffel 60–300 2 bis 6 Züge Hauptmann oder Major
Siehe dazu auch
Kompanie
Die Kompanie ist ein Truppenteil der Größe von 60 bis 250 Soldaten. Sie umfasst zwei bis sechs Züge und wird von einem Kompaniechef (in Österreich und der Schweiz Kompaniekommandant) im Rang eines Hauptmanns oder Majors geführt. Je nach Waffengattung und Teilstreitkraft gibt es unterschiedliche Bezeichnungen: die Artillerie verwendet den Begriff Batterie, ebenso die ehemalige Heeres-Flugabwehr (historisch gesehen aus der Artillerie entstanden) Schiffe und Boote der Seestreitkräfte sind schwimmende Einheiten bei der Kavallerie war die kleinste Einheit die Eskadron bzw. Schwadron die Lehrgruppen einer Schule gliedern sich in Inspektionen der Begriff Kolonne war bis 1945 für logistische Truppenteile üblich (siehe Train) Sektor werden ortsfeste Einheiten der Fernmeldetruppe genannt Heer, Luftwaffe und Marine bezeichnen ihre fliegenden Einheiten als Staffel, auch die Flugabwehrraketengruppen der Luftwaffe verwenden diese Bezeichnung
Verbände Zu den Verbänden gehören das Bataillon und das Regiment.
Militärisches Symbol Name Truppenstärke Unterstellte Truppenteile Führung 80px|zentriert80px|zentriert Bereich / Bundeswehrkrankenhaus / Geschwader / Institut / Regiment / Schule 2.000–3.000 2 bis 4 Bataillone 7 bis 10 Kompanien Oberst oder Oberstleutnant 80px|zentriert80px|zentriert Abschnitt / Abteilung / Bataillon / Bootsgeschwader / Lazarett / (Lehr)Gruppe / Schiff / Zentrum 300–1.200 2 bis 7 Kompanien Oberstleutnant
Bataillon
Das Bataillon ist die kleinste Form eines Verbandes. Es umfasst mehrere Einheiten einer Waffengattung (z. B. Panzerbataillon, Pionierbataillon). Es kommt jedoch auch vor, dass es sich um einen gemischten Verband handelt. Dies ist bei Logistikbataillonen am deutlichsten zu sehen, die Truppenteile der Instandsetzungstruppe und Nachschubtruppe umfassen. Das Bataillon besteht aus 300 bis 1.000 Soldaten (beim Wachbataillon beim Bundesministerium der Verteidigung ca. 1800 Soldaten) unter Führung eines Bataillonskommandeurs, meist im Rang eines Oberstleutnants.
Je nach Teilstreitkraft oder Waffengattung gibt es weitere Begriffe: Artillerie-, Kavallerie- und Panzerregimenter waren bis 1945 in Abteilungen unterteilt. Der Unterschied zum Bataillon war der, dass Abteilungen nicht selbstständig auf dem Gefechtsfeld agierten, sondern i. d. R. von einem Verband, also dem Regiment, geführt wurden; die Abteilung umfasste lediglich eine bestimmte Zahl von Einheiten einer Waffengattung (sowie Unterstützungselemente). Zuletzt gab es diese Bezeichnung nur noch bei den Heeresfliegern, wo es unterhalb der Regimentsführung u. a. eine Fliegende und eine Luftfahrzeugtechnische Abteilung gab. Diese Ebene (mit eigenen Stäben) wurde Anfang der 2010er Jahre aufgelöst und seitdem sind alle Staffeln direkt dem Regiment unterstellt. Die untergeordnete Bezeichnung, die der Einheit, ist abhängig von der Waffengattung. Die Fernmeldeaufklärungsbereiche des Kommandos Strategische Aufklärung unterteilen sich in einen mobilen und einen ortsfesten Verband. Letztgenannter trägt die Bezeichnung Abschnitt (siehe Fernmeldeaufklärungsabschnitt) Zu den Bootsgeschwadern zählen die schwimmenden Verbände der Minenstreitkräfte und Korvetten (früher Schnellboote). Ihre Besatzungen sind im Vergleich zu denen der Fregatten oder größeren Versorgern wesentlich kleiner. Bei den fliegenden Verbänden und den Flugabwehrraketenverbänden der Luftwaffe entspricht die Gruppe der Bataillonsebene. Die Gruppe findet sich ebenfalls bei den Schulen der Bundeswehr in Form von Lehrgruppen wieder. Die Kommandanten der deutschen Kriegsschiffe sind auf der disziplinarischen Stufe eines Bataillonskommandeurs. Der Terminus Zentrum wird häufig Ausbildungseinrichtungen gegeben. Sie unterstehen Schulen (Regimentsebene). Gegliedert sind die Ausbildungszentren in Inspektionen. Sanitätszentren gliedern sich in Sanitätsstaffeln.
Regiment
Ein Regiment umfasst circa 2.000 bis 3.000 Soldaten. Bis in das 20. Jahrhundert waren Regimenter einer bestimmten Waffengattung üblich, z. B. ein Infanterieregiment oder ein Artillerieregiment. Diese führten drei, später vier Bataillone (bei der Artillerie und den Panzern Abteilungen genannt). Aufgrund von taktischen Überlegungen unterstellte man den Regimentern Unterstützungstruppen. Die herkömmliche Regimentsstruktur wurde aufgebrochen, so dass man in den westlichen Streitkräften zu Brigaden überging.
Aus Traditionsgründen tragen viele Verbände ausländischer Streitkräfte (z. B. in Frankreich, Großbritannien oder Italien) den Namen Regiment, obwohl von Form und Umfang eigentlich Bataillone gemeint sind. Dem Regiment können dementsprechend auch direkt Einheiten unterstellt sein. Die tatsächliche Größe hängt vom Truppenvolumen ab. Ein Beispiel hierfür ist das Jägerregiment 1.
Der Begriff Bereich wird bei den Fernmeldeaufklärungsbereichen des Kommando Strategische Aufklärung und bei den Einsatzführungsbereichen des Einsatzführungsdiensts der Luftwaffe verwendet.
Sowohl bei der Luftwaffe als auch bei der Marine existieren Geschwader. Fliegende Geschwader und Flugabwehrraketengeschwader organisieren sich in der Regel in zwei Gruppen.
Obwohl in der Marine heute nicht mehr so genau unterschieden wird, existieren zwei Klassen von Geschwader; lediglich das Schiffsgeschwader und nicht das Bootsgeschwader (!) ist äquivalent zum Regiment.
Eine Schule ist in der Bundeswehr mit dem Regiment äquivalent. Neben dem Schulstab umfasst sie ein bis vier Lehrgruppen, welche sich in Inspektionen unterteilen, sowie weitere Elemente. Bei den Truppenschulen des Heeres ist die Untergliederung in verschiedene Bereiche üblich, z. B. Bereiche Lehre und Ausbildung. Damit ist jedoch nicht das Truppenteil Bereich gemeint!
Großverbände
Als Großverbände bezeichnet man heutzutage Truppenteile mit einer Stärke von mehr als 3.000 Soldaten. Ihre Aufgabe besteht in der Führung kleiner Feldformationen.
Militärisches Symbol Name Truppenstärke Unterstellte Truppenteile Führung 80px|zentriert80px|zentriert Oberkommando 200.000 2+ Heeresgruppen General (historisch: Generalfeldmarschall) 80px|zentriert80px|zentriert Heeresgruppe 100.000 2+ Armeen General (historisch auch: Generalfeldmarschall) 80px|zentriert80px|zentriert Armee / Führungskommando 50.000–60.000 2+ Korps General (historisch auch: Generaloberst) 80px|zentriert80px|zentriert Amt / Korps / Luftwaffenkommando 30.000–80.000 2+ Divisionen Generalleutnant 80px|zentriert80px|zentriert Division / Wehrbereichskommando 10.000–20.000 2 bis 6 Brigaden Generalmajor 80px|zentriert80px|zentriert Brigade / Flottille / Landeskommando 3.000–5.000 2–4 Regimenter oder Bataillone Brigadegeneral oder Oberst
Brigade