Selbstfürsorge (auch: Selbstsorge, ) ist der Prozess, sich auf physischer und psychischer Ebene um seine eigene Gesundheit zu kümmern.Selbstfürsorge – Mehr als nur ein heißes Bad Resilienz-Akademie Hierzu zählen unter anderem Ernährung, Schlaf, Körperpflege, soziale Interaktionen, Sport sowie Erholung. Regelmäßige Selbstfürsorge ist für gesunde Menschen im Sinne der Gesundheitsförderung wichtig, wird aber erst wesentlich bei physischen und psychischen Beschwerden und Krankheiten im Sinne von Prävention und der Aufrechterhaltung der Lebensqualität.Barbara Riegel et al.: A Middle-Range Theory of Self-Care of Chronic Illness. In: Advances in Nursing Science. Juli/September 2012 – Volume 35 – Band 3 – S. 194–204. doi:10.1097/ANS.0b013e318261b1ba

Ursprung und Geschichte Obwohl der Name eher auf den Ursprung in jüngerer Zeit schließen lässt, kann man die Ursprünge bis zurück in die griechische Antike zu Sokrates bestimmen.You've been getting self-care all wrong. It's a political act and always has been. mashable.com Vor dem 20. Jahrhundert war Selbstfürsorge noch stark an Wohlstand gebunden. Erst danach wurde sie allmählich auch für die Mittelschicht erschwinglich.The history of “Self-Care” the good the bad and the ugly Life of Wellness In den Schriften Der Gebrauch der Lüste, Die Sorge um sich und dem kürzeren Beitrag Die Ethik der Sorge um sich als Praxis der Freiheit von Michel Foucault wird die antike Selbstsorge als alternative Form des freiheitlichen Selbstverhältnisses analysiert: Die Selbstsorge ist eine asketische Praxis, in der das Subjekt durch ständige Selbstreflexion eine eigene Tugend entwickelt, anhand derer es sich selbst regieren kann (Foucault 1984, S. 877ff.). Selbsterkenntnis im platonischen Sinne und die (stoische) Ausrüstung mit Wahrheiten und Vorschriften dienen der eigenständigen Formulierung von Verhaltensprinzipien, mit deren Hilfe das Subjekt sich selbst regiert (vgl. ebd., S. 881ff.). Damit unterscheidet sich die Foucaultsche Konzeption der Selbstsorge drastisch von der spätmodernen Verwendung im Sinne der "Self Care": Foucault spricht von einer ethischen Selbstregierung, die "Self Care" bezieht sich auf das geistige und körperliche Wohlbefinden.

Beeinflussende Faktoren Unterstützende Faktoren Es gibt zahlreiche Faktoren, welche die Selbstfürsorge unterstützen, unter anderemBarbara Riegel, Sandra B. Dunbar et al.: Self-care research: Where are we now? Where are we going? Version of Record 29 May 2021 doi:10.1016/j.ijnurstu.2019.103402: Motivation durch menschlichen Kontakt und Empathie Maßgeschneiderte Interventionen Unterstützendes soziales Umfeld Erleichterte Kommunikation mit sozialem Umfeld und medizinischem Fachpersonal kompetenzorientierte Herangehensweisen um Selbstfürsorge-Fähigkeiten zu bilden Routine

Hindernde Faktoren Bei den hindernden Faktoren handelt es sich um Faktoren die einen Mangel an Selbstfürsorge stabilisieren bzw. eine Verbesserung erschweren: Bindung an ungesunde Angewohnheiten. Dies kann über das soziale Umfeld sein. Mangel an Motivation zur Änderung Schwierigkeiten, gesunde Angewohnheiten langfristig beizubehalten Selbstfürsorge kann die Investition von Geld erfordern, beispielsweise in Form von Urlauben, höherwertigen Lebensmitteln, oder Nutzung von Beratungsangeboten. Andere Möglichkeiten wie soziale Unternehmungen, Breitensportarten oder Meditation sind auch mit geringen Mitteln erreichbar. Trotzdem erfordern auch diese frei verfügbare und planbare Zeit, Fahrtkosten für Besuche oder initiale Kosten wie Sportkleidung. Daher steht Selbstfürsorge oft in dem Ruf, ein Thema für Wohlhabende zu sein. Hier ist es besonders wichtig, Angebote auch für Menschen mit geringem Einkommen aufzuzeigen. Diese Menschen können in besonderem Maße davon profitieren, Ausgleich zu Stressfaktoren wie beruflicher und finanzieller Unsicherheit zu finden.

Auswirkungen Eine 2018 an psychosozialen Fachkräften durchgeführte Studie zeigte, dass ein Seminar zum Thema Selbstfürsorge das Ausmaß an Erschöpfung der Teilnehmer reduzieren kann. Die Veränderungen konnten sowohl 6 Wochen als auch 3 Jahre nach der Seminarteilnahme nachgewiesen werden.Christina Dahl: Warum es sich lohnt, gut für sich zu sorgen, 2. Juli 2018.doi:10.1007/s11553-018-0650-5Christina Dahl: Ein Plädoyer für mehr Selbstfürsorge, 2. November 2017.doi:10.1007/s11553-017-0626-x

Literatur Michel Foucault: Die Sorge um sich. Sexualität und Wahrheit, Band 3. Suhrkamp Taschenbuch, Berlin 1989, ISBN 978-3-518-28318-9. Tobias Esch, Sonja Maren Esch: Stressbewältigung. Mind-Body-Medizin, Achtsamkeit, Selbstfürsorge. Medizinisch Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, 2. Auflage, Berlin 2016, ISBN 978-3-95466-230-2.

Weblinks

The International Center For Self Care Research (Donath et al. 2014)

Einzelnachweise

Kategorie:Gesundheitswesen