Lage des Städteverbundes im Vogtlandkreis(in hellrot die Verwaltungsgemeinschaft Falkenstein)rahmenlos|zentriert|Lage des MZSV Göltzschtal (in hellrot die Verwaltungsgemeinschaft Falkenstein)BasisdatenBundesland:SachsenLandkreis:VogtlandkreisHöhe:515 m ü. NHNFläche:118,01 km²Einwohner:33.245 (31. Dez. 2025)Bevölkerungsdichte:282 Einwohner je km²Postleitzahlen:Rodewisch: 08228Auerbach: 08209Ellefeld: 08236Falkenstein: 08223, 08239 (Ortsteile)Kfz-Kennzeichen:V, AE, OVL, PL, RCVerbundsgliederung:3 Städte, 1 Gemeindemit offiziell:9 Ortsteilen1 StadtteilAdresse derProjektmanagerin:Mittelzentraler Städteverbund Göltzschtalc/o Stadtverwaltung Auerbach/Vogtl.Nicolaistraße 5108209 Auerbach/Vogtl.Website:das-goeltzschtal.deSprecher und StrategieausschussVerbundssprecher:Jens Scharff (parteilos, OB Auerbach) Der Mittelzentrale Städteverbund Göltzschtal (MZSV Göltzschtal) ist ein Verbund der vier Göltzschtalkommunen Rodewisch, Auerbach/Vogtl., Ellefeld und Falkenstein/Vogtl., der mit Beschluss vom 11. Dezember 1997 am Folgetag gegründet wurde.

Erklärtes Ziel des Verbundes ist es, die interkommunale Zusammenarbeit „in Fragen der kommunalen und regionalen Entwicklung und die Organisation des gegenseitigen Informationsaustausches zu stärken“Aus dem Vertrag Punkt 1 Abs. 2. und „die Voraussetzungen zum Entstehen der Göltzschtalstadt zum frühestmöglichen Zeitpunkt zu schaffen“.Aus dem Vertrag Punkt 1 Abs. 3. Diese Zielsetzung ist in der Bürgerschaft allerdings stark umstritten und wird nur von einer Minderheit der Bürger vertreten.Holger Weiß: Städteverbund Göltzschtal feiert: Was Gäste zum „25.“ wünschen. In: Freie Presse. / Auerbacher Zeitung. 6. März 2023, S. 10 (freiepresse.de; Artikelanfang frei abrufbar). Auch die vier Kommunen sind sich hinsichtlich der Umsetzung des Vertragsziels uneins. Überdies spricht sich auch die Studienlage gegen Städtefusionen dieser Art aus.

Das Gebiet befindet sich im Osten des Vogtlandkreises in Südwestsachsen. Mit ca. 33.000 Einwohnern ist der Verbund nach Plauen das einwohnerreichste Gebiet im Landkreis. Der Städteverbund liegt im oberen Göltzschtal. In Ellefeld fließen die Rote Göltzsch und die Weiße Göltzsch zusammen.

Eckdaten Indikatorrahmenlos|44x44pxStadt Rodewischrahmenlos|46x46pxGroße Kreisstadt Auerbachrahmenlos|50x50pxGemeinde Ellefeldrahmenlos|52x52pxStadt FalkensteinMittelzentraler Städteverbund GöltzschtalVergleich: Große Kreisstadt PlauenFläche26,88 km²55,52 km²4,55 km²31,06 km²118,01 km²102,11 km²Einwohner (31.12.2025)6.13117.3142.4127.38833.24565.599Einwohnerdichte228 EW/km²312 EW/km²530 EW/km²238 EW/km²282 EW/km²642 EW/km²Postleitzahl(en)08228082090823608223 / 08239–6 verschiedeneSchulden (31.12.2022)15.775.000 EUR43.443.000 EUR2.415.000 EUR8.154.000 EUR69.787.000 EUR152.793.000 EURSchulden je Einwohner2.470,66 EUR2.432,72 EUR949,80 EUR1.041,072.026,75 EUR2.378,40 EURInternetadressewww.rodewisch.de. Abgerufen am 31. Mai 2022.www.stadt-auerbach.de. Abgerufen am 31. Mai 2022.www.ellefeld.de. Abgerufen am 31. Mai 2022.www.stadt-falkenstein.de. Abgerufen am 31. Mai 2022.www.das-goeltschtal.de. Abgerufen am 31. Mai 2022.www.plauen.de. Abgerufen am 31. Mai 2022. Die zum Verwaltungsverband Falkenstein gehörenden Gemeinden Grünbach und Neustadt/Vogtl. gehören dem Verbund durch diesen Umstand nur indirekt an. In der Fläche, der Einwohnerzahl und der Einwohnerdichte sind sie hier nicht enthalten; auf der Internetpräsenz des Städteverbundes werden sie allerdings (teilweise) genannt. 2022 wurde ein gemeinsamer Flächennutzungsplan aller sechs Kommunen verabschiedet.

Geschichte

Gründung Mit dem „Vertrag über Zusammenarbeit im Mittelzentralen Städteverbund Göltzschtal“, der am 11. Dezember 1997 von den damals amtierenden Bürgermeistern unterzeichnet wurde, wurde der Verbund gegründet. Unter dem in der Präambel des Vertrages genannten Leitsatzes „Planen und handeln, als ob Gemeindegrenzen nicht vorhanden wären“, sollte die „Stadtplanung und Stadtentwicklung, die Wirtschafts- und Tourismusförderung sowie die gemeinsame Nutzung technischer und personeller Potenziale insbesondere im Bereich der Unterhaltung und Instandsetzung von Straßen“Aus dem Vertrag Punkt 2 Abs. 2. der Kommunen vorangetrieben werden. Die Gründung folgte den Vorgaben des Landesentwicklungsplanes des Freistaates Sachsen, der schon am 16. August 1994 eine Zusammenarbeit festlegte. Der Freistaates Sachsen forcierte zur damaligen Zeit den Zusammenschluss kleinerer Kommunen zu größeren Verwaltungseinheiten. Eine Gründung bot sich laut den Autoren des Vertrags allerdings auch aufgrund der gemeinsamen gewachsenen Strukturen im Göltzschtal und der naturräumlichen Lage im oberen Göltzschtal an.

Zweck des Verbundes ist der gegenseitige Informationsaustausch sowie interkommunale Abstimmung und Entwicklung. Viel zitiert und oftmals kritisiert wurde und wird bis heute Paragraph 1 Absatz 3 des Vertrags, der die Gründung einer gemeinsamen Stadt anvisiert (siehe dazu: Fusionsbemühungen).

Am 7. Juli 2020 wurde der Vertrag aufgrund einer Änderung im Punkt 6 „Finanzierung der Aufgaben des Städteverbundes“ neu unterzeichnet. Alle anderen Punkte des Vertrages wurden dabei nicht diskutiert und nicht geändert.

Weitere Entwicklung und heutige Zielsetzung Seit dem 30. April 2019 gibt es ein 147-seitiges „Regionales Entwicklungskonzept“. In ihm werden bestehende Strukturen aufgezählt und Ansatzpunkte für weitere Entwicklungszusammenarbeit aufgezeigt. Als Leitbausteine werden die Belebung der Innenstädte, Wirtschaftsförderung, Erneuerung der Infrastruktur, generationenübergreifendes Handeln, die Steigerung des Lebenswertes und verstärkte Zusammenarbeit genannt.

Klimaschutz und der nicht-motorisierte Verkehr sollen gefördert, Identität geschärft werden. Der kommunale Verbund nutzt die geschlechtergerechte Sprache, weil die Stadt Rodewisch, deren Bürgermeisterin derzeit die Sprecherin des Verbundes ist, diese Form bevorzugt. Einen gemeinsame Positionierung dazu durch Strategieausschuss oder Bürgermeister ist nicht bekannt.

Weiterhin werden die Sanierung von Altstadtbeständen, das Füllen entstandener Lücken der Zentren, die Senkung der Leerstandsquote, die Entwicklung von Gewerbestandorten, die Digitalisierung oder die Stärkung von Sport- und Freizeitangeboten genannt.

Die Mittelzentrale Städteverbund Göltzschtal wurde als eine von 40 Kommunen vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend für das Modellprojekt „Zukunftswerkstatt Kommunen – Attraktiv im Wandel (ZWK)“ ausgewählt, das bis 2024 „mit Unterstützung von Moderatoren die Selbstorganisation und Handlungskompetenz der Teilnehmenden in Bezug auf den demografischen Wandel fördert“. Dabei wurde ein Kommunalprofil erstellt. +Kommunalprofil 2020Vergleichsindikator20112020TrendFundortEinwohnerzahl37.54234.826−2716↘Kommunalprofil. 2020, S. 6.Pendlersaldo −1397 −819+578↗Kommunalprofil. 2020, S. 11.Kaufkraft (in Euro)15.88319.781+3898↗Arbeitslosenzahl1838912−926↗Kommunalprofil. 2020, S. 12. Besonders sank die Zahl der erwerbsfähigen Einwohner, und die Anzahl an über 75-Jährigen stieg.Kommunalprofil. 2020, S. 7. In diesem Zeitraum war der Gesamtsaldo der Einwohnerentwicklung in jedem Jahr negativ. Das trifft auch für die natürliche Entwicklung (Verhältnis Natalität zu Mortalität), nicht jedoch für den Wanderungssaldo zu. Dieser war in den Jahren 2015 bis 2017 und 2019–2020 positiv.Kommunalprofil. 2020, S. 8. Der Bildungszustand wird in diesem Profil als zufriedenstellend bezeichnet. Der Anteil der Ausländer an der Arbeitslosenquote stieg an. Fast jeder zehnte Arbeitslose war Ausländer.

Die Kommunen arbeiten auch bei Freizeitprojekten zusammen, wenn es dafür Fördermittel gibt. So wurden 2021 in den vier Orten „Verweilinseln“ geschaffen, an denen je eine interaktive Stele montiert ist. Auch finden Projekte wie der „Göltzschsommer“ oder die „Göltzschsommersprossen“ statt.

Das 25-jährige Jubiläum sollte 2022 mit einem Göltzschtal-Ball und gemeinsamen Veranstaltungen begangen werden. Dabei wurde der Göltzschball sehr kurzfristig und unter Angabe eines offiziellen, aber zweifelhaften Grundes abgesagt. Einladungen an mehrere hundert auserwählte Empfänger waren schon verschickt. Es wird vermutet, dass fehlendes Interesse an der Veranstaltung der wirkliche Absagegrund ist.

Zudem wurde ein „Göltzschtal-Bierdeckel“ bei verschiedenen Veranstaltungen ausgelegt, auf den Bürger Anregungen und Kritik anbringen können.

Es wurde eine Studie über eine gemeinsame Feuerwehr in Auftrag gegeben.

Eine bereits durchgeführte Studie zur Zusammenlegung alle Kultureinrichtung widerlegt das erhoffte Einsparungspotenzial und zeigt die Schwierigkeiten auf. Die geplante „Göltzschtal-Kultur-Verwaltung“ musste im Sommer 2022 verworfen werden. Die Studie ist nichtöffentlich. Information erfolgte durch die lokale Presse.

Fusionsbemühungen Vor dem Städteverbund (1913/1924) 1913 wollte Ellefeld mit Falkenstein oder Auerbach zusammengehen. 1924 wollten beide Städte Ellefeld eingemeinden, die Gemeinde lehnte dann aber ab.

Erster Vorstoß (2000–2003) Im Januar lehnte der Rodewischer Stadtrat eine Fusion noch ab. Im Februar wurde diese Entscheidung revidiert und man bewilligte einen „freiwilligen Zusammenschluß [zur] Einheitsstadt“. Ein Anreiz war die scheinbar gute Finanzlage Auerbachs, die, wie sich später herausstellen sollte, auch prekär war. Falkenstein und Ellefeld standen dem damals ablehnend gegenüber, so dass im Frühjahr nurmehr eine Fusion von Rodewisch und Auerbach im Raum stand, die noch vor der Sommerpause 2002 auf den Weg gebracht werden sollte. Eine Abstimmung im Fusionsgebiet wurde jedoch zunächst auf 2003 verschoben und dann nie durchgeführt. 2004 befand Johannes Graupner, damaliger Bürgermeister Auerbachs, dass der Anlauf für eine Fusion gescheitert wäre. In einer Unterschriftensammlung wandten sich viele Rodewischer Bürger gegen die Bildung einer „Kleinen Göltzschtalstadt“.

Zweiter Vorstoß (2010) Der Vorstoß kam 2010 von Falkensteins Bürgermeister Arndt Rauchalles. Die Fusion sollte bis 2012 stattfinden, denn bis zu diesem Jahr gab es eine staatliche Prämie für Zusammenschlüsse. Der Vorstoß verlief ergebnislos. Auch Auerbachs Stadtoberhaupt war bei dieser Idee involviert.

Dritter Vorstoß (2021/2022) Öffentliche Aussagen aus Rodewisch und Auerbach Ende 2021 und Anfang 2022 kam die Fusion erneut auf den Tisch. In einem Interview mit der Freien Presse äußerte die derzeitige Sprecherin des Städteverbundes, Kerstin Schöniger, es werde jährlich auf eine Million Euro verzichtet. Zudem gab sie in Bezug auf ihre eigene Stadt bekannt: „Rodewisch wird zum Dorf.“ Sie wolle nach 25 Jahren der Zusammenarbeit nicht weiter „Konzeptarbeit“ betreiben, sondern „Doppelstrukturen“ abschaffen. In einem Interview anlässlich der Oberbürgermeisterwahl in Auerbach im Juni 2022 äußerte sich der (dann nicht wiedergewählte) Amtsinhaber Manfred Deckert im Januar 2022 zu einer Fusion. Er sehe mittelfristig eine Notwendigkeit dazu. Es wurden folgende Argumente für einen Zusammenschluss genannt: sinkende Einnahmen in Folge „drastisch sinkender Einwohnerzahlen“, komplexer werdende Verwaltungsaufgaben, schwierigere Akquise von Verwaltungspersonal

Zwischen Rodewisch und Auerbach wurden indes die Verbindungen schon vertieft. Das betrifft: die Übernahme der Rodewischer Stadtbibliothek durch Auerbach ab 2022. Auf Basis einer Zweckvereinbarung übernimmt Auerbach die Aufgaben und Rodewisch bezahlt dafür.