Willi Leisner (* 6. Oktober 1899 in Thorn; † 10. August 1965 in Pullach) war ein deutscher Publizist und RedakteurSiegfried Prokop: Der Kessel begann zu singen. Die DDR-Intelligenz und die Juni-Krise 1953. In: der Freitag. 30. Mai 2003 sowie Schriftsteller.Günter Wirth: Siegfried Prokop: Intellektuelle im Krisenjahr 1953 (Buchbesprechung). In: SITZUNGSBERICHTE DER LEIBNIZ-SOZIETÄT, Band 60, Jahrgang 20; ISBN 978-3-89626-461-9, S. (141–152) 144 f.: Von 1950 bis August 1952 arbeitete er als Funktionär der Ost-CDU. Wegen Abweichens von der kirchenpolitischen Parteilinie in der DDR wurde er abgelöst.Besier, Gerhard: Die Ost-CDU, ihre Religionspolitik und das MfS. In: Historisch-politische Mitteilungen. Archiv für christlich-demokratische Politik. 3/1996, S. (133–144) 137;

Anfang 1951 wurde er Bevollmächtigter der Parteileitung für die Tageszeitung Neue Zeit.ARCHIVALIE CDU in der SBZ/DDR, Karton/AO Signatur: 07-011; KAS Dokument: Protokoll der 1. Sitzung des Sekretariats der CDU-Parteileitung am 21. Februar 1951 Leisner hielt als Parteifunktionär Reden auf Jahreshauptversammlungen, z. B. im CDU-Kreisverband Osthavelland am 20. April 1952. Er nahm an Sitzungen des Sekretariats und Erweitertes Sekretariat des Hauptvorstandes der CDU teil, die im Büro des Parteivorsitzenden Otto Nuschke und des Generalsekretärs Gerald Götting stattfanden. Zu den Teilnehmern gehörten weiter Heinrich Toeplitz, Gerhard Desczyk, Max Sefrin Otto Hartmut Fuchs, Gerhard Fischer, Erwin Krubke, Günter Wirth und andere.Findbuch CDU in der SBZ/DDR, Bd. III, Archiv für Christlich Demokratische Politik der Konrad-Adenauer-Stiftung e. V., Sankt Augustin 2018. Signatur 1834; Teilnehmende an Sitzungen des Sekretariats und auch des Erweiterten Sekretariats des CDU-Hauptvorstandes 1952; KAS Dokument; S. 11; Scrollen auf 41! Schwerpunktmäßig leitete er das Referat für kirchliche Angelegenheiten, deren Bezeichnung sich mehrmals änderte. Nach seinem Ausscheiden aus der Parteileitung der Ost-CDUAktennotiz für Gerald Götting von Willi Leisner bezüglich dessen Rücktritts als Referent für Kirchenfragen vom 30. August 1952; Archivalie Exil-CDU Karton/AO Signatur 03-013 im Archiv für Christlich-Demokratische Politik der Konrad-Adenauer-Stiftung e. V., Leisner, Willi S. 202; Scrollen auf 215! wurde Leisner verantwortlicher Redakteur bei der nach einjährigem Erscheinen verbotenen Dresdener evangelischen ZeitschriftSiegfried Prokop: Der Kessel begann zu singen. Die DDR-Intelligenz und die Juni-Krise 1953 in der Freitag Die Wochenzeitung, 30. Mai 2003 (online) Verantwortung.Zeitschriftendatenbank: OCLC-Nr.: 311758050 Vorübergehend wirkte er von 1959 bis ins Jahr 1960 hauptamtlich als Kreissekretär des Deutschen Kulturbundes in Brandenburg.Archivale im Deutsches Bundesarchiv; Kaderakten hauptamtlicher Mitarbeiter des Kulturbundes. Enthält u. a. Personalbogen von Leisner, Willi Vor seinem Eintritt ins Rentenalter arbeitete er als freier Journalist, insbesondere als sogenannter Volkskorrespondent. Tagespolitische Einschätzungen und Prognosen gehörten zu seinen journalistischen Stärken.

Er war für gezielte politische Fehlinformationen verantwortlich, wie sich später herausstellte, beispielsweise für die von ihm im ersten Halbjahr 1961 an den Bundesnachrichtendienst weitergeleitete Falschmeldung „Moskau habe der SED-Führung seine Zustimmung zur Grenzschließung versagt.“Ronny Heidenreich: Die DDR-Spionage des BND. Von den Anfängen bis zum Mauerbau, Berlin 2019; ISBN 978-3-96289-024-7, S. 638

Lebensweg Er wurde als Willy Carl Julius Flehmke, Sohn der Näherin Amalie Flehmke (* 1878) in ihrer Wohnung in der Thorner Schuhmacherstraße im Beisein einer Hebamme, geboren. Letztere zeigte die Geburt dem Standesamt in Thorn an.Geburts-Haupt-Register des Königlich Preußischen Standesamtes Thorn für das Jahr 1899 Band II, Eintrag der Geburtsanzeige Nr. 612, Thorn, am 12. Oktober 1899, Anzeigende: Hebamme Maria Polenz, geb. Reinert; Archivale im Staatsarchiv in Toruń, online abgerufen von Benutzer:Schudi 45 am 30. Oktober 2021 Sein leiblicher Vater Karl Julius Leisner und die Mutter Amalie Flehmke heirateten am 15. August 1900 – beide waren evangelischer Konfession.Urkunde über die Eheschließung Nr. 91 aus dem Jahr 1900 Karl Julius Leisner war preußischer Sergeant sowie „Halbinvalide“, der garnisonsfähig war. Er wohnte in der Jakobstraße 20 in Thorn. Dort befand sich eine Militär-Arrestanstalt im Gouvernements-Gerichtsgebäude. Sergeant Leisner erkannte am 10. September 1900 seine Vaterschaft vor dem Standesamt Thorn – unter Vorlage der Heiratsurkunde für sich und seine Ehefrau Amalie Leisner, geborene Flehmke – rechtswirksam an. So wurde die Eintragung im Geburtenregister von 1899 unter Nr. 612 für Sohn Willy entsprechend ergänzt. Ebenso hinzugefügt wurde vom Standesbeamten, dass der Funktions-Unteroffizier zur „Halbinvaliden-Abteilung“ gehörte. Die „Halbinvaliden-Abteilung“ umfasste die „Anzahl von halb invaliden Mannschaften, die vom Staat versorgt“ wurden.Meyers Großes Konversations-Lexikon, 6. Auflage, 8. Band, Leipzig/Wien 1908, S. 646 Spalte 2 Zum Bereich des XVII. Armee-Korps zählte der Landwehrbezirk Thorn. Leisners Vater, der aus dem schlesischen Hilbersdorf gebürtig war, starb auf Grund seines schlechten Gesundheitszustandes bereits im März 1904 im 36sten Lebensjahr im Thorner Garnisons-Lazarett.Thorner Sterberegister für das Jahr 1904, Nr. 99; Archivale im Archiwum Państwowe w Toruniu, am 3. Januar 2022 online abgerufen. Seine Mutter, Amalie Leisner, wurde als Witwe im Adressbuch für Thorn aufgeführt.Thorner Adressbuch 1908, S. 57, Spalte 1; Martin-Opitz-Bibliothek: Elektronischer Lesesaal

Nach dem frühen Tod des Vaters wuchs der älteste Sohn Willi zusammen mit den jüngeren Geschwistern Charlotte (* Juni 1901) und Hans (* Januar 1904) bei der Mutter auf. Die junge Witwe Amalie Leisner bestritt den Lebensunterhalt zeitweilig aus dem Verkauf von Lebensmitteln als Viktualienhändlerin„Leisner, Witwe und Viktualienhändlerin, Gerstenstraße 11“, laut Adressbuch für Thorn Stadt und Land, Ausgabe 1908, S. 157 Spalte 2; Martin-Opitz-Bibliothek, elektronischer Lesesaal. Später arbeitete Amalie Leisner wieder als Schneiderin in ThornLeisner, Amalie; Schneiderin, wohnte in der Tuchmacherstraße 10, laut Adressbuch für Thorn Stadt und Land, Ausgabe 1912, Druck und Verlag der C. Dombrowski’schen Buchdruckerei, S. 70 und in den 1920er Jahren als Arbeiterin.Adressbuch der Stadt Luckenwalde 1927, Stuttgart; [Abschnitt Einwohnerverzeichnis: Leisner Amalie, Arbeiterin, Witwe, Beelitzer Tor 6]

Nach dem Besuch der Volksschule und Teilnahme an der EinsegnungEinsegnung der Konfirmanden fand in den evangelischen Stadtkirchen Thorns, am Sonntag Judica, den 29. März 1914, statt, lt. der Zeitung Die Presse, (Sonnabend-Ausgabe Rubrik: Kirchliche Nachrichten)In der Neustädtischen Kirche wurden 42 Jungen und 42 Mädchen durch den Superintendenten Friedrich Waubke und in der Altstädtischen Kirche 91 Knaben und 61 Mädchen durch den Ersten Pfarrer, Franz Jacobi (* 1857; † 1923), konfirmiert, lt.Die Presse, Rubrik: Lokalnachrichten 30. März, 31. März 1914, S. 2 bewarb sich Leisner im Frühjahr 1914 um einen Platz an der evangelischen Präparandenanstalt in Thorn, um später das Lehrer-Seminar besuchen zu können. Der schriftlichen Meldung hatte der Bewerber seinen Geburtsschein, das Schulabgangszeugnis, den Impfschein und ein Gesundheitszeugnis beizulegen, bevor er zur zweitägigen Prüfung vom Präparanden-Anstaltsvorsteher, Ferdinand PantenGeburtsdatum des „Königlichen Seminaroberlehrer“ F. Panten: 10. Oktober 1859 laut Mitgliederverzeichnis der St. Johannis-Loge zum Bienenkorb Thorn, in der er seit dem 5. November 1902 Mitglied war; Mitglieder=Verzeichnis der unter Konstitution der Höchstleuchtenden Hochwürdigsten Grossen Landes=Loge der Freimaurer von Deutschland zu Berlin arbeitenden gelehmähigen, verbesserten und vollkommenen Johannis-Loge genannt „Zum Bienenkorb“ zu Thorn (Zur Feier des 124-jährigen Bestehens) Thorn 1917, Lfd. Nr. 6 Matrikel-Nr. 27, S. 24/25, eingeladen wurde.Zeitungsanzeige der Königlichen evangelischen Präparanden-Anstalt in Thorn über die „Meldung“ und Aufnahmeprüfung. Veröffentlicht in: Die Presse. (Thorner Presse) Ostmärkische Tageszeitung. Anzeiger für Stadt und Land. Beispielsweise vom 15. März 1910, 28. Jahrgang Nr. 62, S. 11. Druck und Verlag der C. Dombrowski’schen Buchdruckerei in Thorn. Im März 1917 konnte Leisner das Königliche Evangelische Lehrerseminar nach Abschluss der Präparandenanstalt und dem Bestehen der erforderlichen Aufnahmeprüfung bei Seminardirektor Ludwig JohnThorner Presse, Die Presse. Ostmärkische Tageszeitung. Anzeiger für Stadt und Land. (Thorner Presse), Nr. 75; 35. Jahrgang; 30. März 1917, S. 3 Spalte 1 unter Rubrik Lokalnachrichten i. V. m. den Lokalnachrichten Thorn, 29. März 1917, S. 3 der Thorner Presse; Nachweis dieser Thorner Zeitung im ZDB-Katalog in seiner westpreußischen Geburtsstadt Thorn besuchen. Während seines Seminarbesuchs als angehender Volksschullehrer wurde Leisner u. a im Fach Religion für die evangelische Kirche ausgebildet.Lehrbücher (Auswahl): Hilfsbuch für den evangelischen Religionsunterricht in Lehrerbildungsanstalten, ; Bibelkunde des Neuen Testaments, ; Bibelkunde des Alten Testaments für Präparandenanstalten, ; Kirchengeschichte,

Unter Vorsitz von Direktor John fand im letzten Kriegsjahr die Erste Lehrerprüfung letztmals am 4. Juli 1918 am Thorner Evangelischen Lehrerseminar statt.Die Presse. Ostmärkische Tageszeitung. Anzeiger für Stadt und Land, 6. Juli 1918, Lokalnachrichten, S. 2, Spalte 4 Seminaristen aus dem Aufnahmejahr 1917 konnten ihre Erste Lehrerprüfung am 30. Juni sowie noch letztmals am 18. und 19. Dezember 1919 in Thorn, dem heutigen Toruń, ablegen.Archivdatenbank der Bibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung: Preußische Volksschullehrerkartei; Personalunterlagen von einigen Mit-Seminaristen Leisners mit in Thorn absolvierter Erster Lehrerprüfung wie Kurt Treichel (* 1899), Erich Riewe (* 1900), Ernst Kühnast (* 1899), Fritz Tews (* 1899), Erich Ziese (* 1899), Kurt Sengpiel (* 1899) Zu dieser Zeit hatte Leisner Wohnrecht bei seiner Mutter, Amalie, geborene Flehmke, die als Witwe und Mieterin im Adressbuch von Thorn für 1919 genannt wurde.Tuchmacherstraße 1 (Am Altstädter Markt), Eigentümer/Vermieter CVJM lt. Adressbuch Thorn, Ausgabe 1919, S. 76 Sp. 1; Toruń, Polen Leisner musste im kaiserlichen Deutschland noch Kriegsdienst leisten und erwartete am 9. November 1918 „eine neue Zeit nach der Katastrophe des Ersten Weltkrieges“.Neue Zeit, 9. November 1952, S. 2 „Sonntagswort für das Christliche Haus: Habt Frieden untereinander!“ Er wurde im Januar 1918 Musketier im Infanterieregiment 176. Leisner war nach Ende des Ersten Weltkrieges noch bis Januar 1919 Militärangehöriger. Als angehender Volksschullehrer ohne die Zweite Lehrerprüfung verließ er im Dezember 1919 seine Geburtsstadt und orientierte sich beruflich neu.

Zeitungsredakteur und Verfasser von Gedichten