Baron Heinrich Otto von Wülcknitz, selten auch Wülknitz (* 8. Februar 1773 in BerlinJerusalemskirche Berlin: Taufen 1765–1777, S. 406/407. In: Ancestry.com. Deutschland: Ausgewählte evangelische Kirchenbücher 1500–1971 [Database on-line].; † 1842 oder 1843Die letzte Belegung von Wülcknitz' als Kammerherr ist im Jahre 1841. Davon kann auszugehen sein, dass er im Jahre 1842 oder im Jahre 1843 gestorben ist, da er da nicht mehr aufgelistet ist.) war ein deutscher Kammerherr, GutsbesitzerFreiherr vom Stein. Briefwechsel, Denkschriften und Aufzeichnungen: Im Auftrag der Reichsregierung der Preussischen Staatsregierung und des Deutschen und Preussischen Städtetages. Band 6, Carl Heymanns Verlag, Berlin 1931, S. 321. und Immobilienspekulant, welcher sich durch die Wülcknitzschen Familienhäuser einen Namen machte.
Leben
Herkunft und Familie Von Wülcknitz entstammte dem alten, anhaltischen Adelsgeschlecht derer von Wülcknitz. Er war Sohn des preußischen Majors Hans Heinrich Otto von Wülcknitz († 1815) und dessen Ehefrau, Josephe Charlotte,G. C. F. Lisch: Geschichte und Urkunden des Geschlechtes Hahn. Mit einer Steindrucktafel · Band 4, Schwerin 1856, S. 123. geb. von Hahn.Ernst Fidicin: Die Territorien der Mark Brandenburg oder Geschichte der einzelnen Kreise, Städte, Rittergüter und Dörfer in derselben, als Fortsetzung des Landbuchs Kaiser Karl’s IV. Band III: Das Havelland. Der Kreis West-Havelland. Der Zauchsche Kreis. J. Guttentag, Berlin 1860, S. 28.; Reprint’s: Walter de Gruyter-Berlin 1974, ff. b. 2018. Wülcknitz war verheiratet mit Clara Ernestine von Rüling (1769–1827). Das Ehepaar hatte einen Sohn, Otto Rudolf von Wülcknitz (um 1794–1866), der 1824 Sophie Rosalie von Arnstedt (1791–1861) heirateteJerusalemskirche Berlin, Heiraten 1821–1827, S. 30. In: Ancestry.com. Deutschland: Ausgewählte evangelische Kirchenbücher 1500–1971 [database on-line]. und später Kammergerichtsrat wurde, und eine Tochter,Vgl. Garnisongemeinde Berlin, Traubuch 1816–1822, S. 193. In: Ancestry.com. Deutschland: Ausgewählte evangelische Kirchenbücher 1500–1971 [Database on-line]. Charlotte Wilhelmine von Wülcknitz (1796–1834). Diese war mit Karl von L’Estocq (1788–1864) verheiratet, ihr Sohn war Anton Wilhelm Karl von L’Estocq.
Karriere H. O. von Wülcknitz diente als Landkavalier in Kartzow im Osthavelland. Er trat am 25. Oktober 1792 der Freimaurerloge Zu den drei Degen bei.Library.oapen.org.: PDF, S. 430. Im Jahre 1793 wurde von Wülcknitz von König Friedrich Wilhelm II. zum Kammerherrn im preußischen Hofstaat ernannt.Handbuch über den Königlich Preußischen Hof und Staat über das Jahr 1804. Geheime Ober-Hofbuchdruckerei-Decker sen., Berlin 1804, S. 7. 1803 übernahm er die Dorfkirche Günterberg von der Familie von Sparr.Burg Greiffenberg: Chronologie. Im Jahre 1809 tauschte er mithilfe eines Vertrags das ihm gehörende Gut Henseberg bei Königsberg in der Neumark durch ein anderes Gut aus.Charlotte Bühl, Charlotte Bühl-Gramer: Festschrift Rudolf Endres: Zum 65. Geburtstag gewidmet von Kollegen, Freunden und Schülern. Degener & Co., Neustadt an der Aisch 2000, , S. 384.
Nach dem Tode seines Vaters erbte von Wülcknitz zahlreiche Gebäude und Gebiete, unter anderem einen Komplex in Berlin-Mitte und mehrere märkische Rittergüter, darunter das Schloss Lanke, das Rittergut Ützdorf und das Rittergut Kartzow. In den Jahren 1820 bis 1824 ließ er auf dem Komplex in Berlin zahlreiche Miethäuser errichten, um die dortige Wohnungsnotlage auszunutzen. Für ihn waren die mehrstöckigen Unterkünfte ein gutes Geschäft, doch brachten sie ihm auch viel Kritik und Ärger mit den Behörden ein. Da die Mietwohnungen teils unter sehr schlechten Bedingungen errichtet wurden, entwickelte sich das Gebiet schnell zu einem sozialen Brennpunkt. 1826 entschloss er sich, das Schloss Lanke und das Rittergut Ützdorf an den Grafen Friedrich Wilhelm von Redern zu verkaufen. Nachdem es sichtlich wurde, dass er von den Mietern der Wülcknitzschen Familienhäuser keine Miete erlangen würde, gab er auf und setzte sich nach Paris ab. Wo und wann genau er starb, ist nicht bekannt.
Literatur Die Eltern und die Schwester Sophia Friedrike Henrietta von Wülknitz, In: Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adligen Häuser. Deutscher Uradel. 1922. Jahrgang 23, Justus Perthes, Gotha 1921, S. 949 f. Heinrich Otto von Wülcknitz, In: Rudolf Augstein: Der Spiegel. 1980. Band 34 (Ausgaben 50–53), Selbstverlag, Hamburg 1980, , S. 158. Heinrich Otto von Wülcknitz, In: Johann Friedrich Geist, Klaus Kürvers: Das Berliner Mietshaus. 1740–1862. Teil: Band 1.: 1740 - 1862. Ein dokumentarische Geschichte der "von Wülcknitzschen Familienhäuser" vor dem Hamburger Tor, der Proletarisierung des Berliner Nordens u. d. Stadt im Übergang von d. Residenz zur Metropole. Verlag Prestel, München 1980, ISBN 3-7913-0524-7, u. a. S. 76 f.
Einzelnachweise
Heinrich Otto Kategorie:Freiherr Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1773 Kategorie:Gestorben im 19. Jahrhundert Kategorie:Mann