mini|Seraina Kobler beim Ingeborg-Bachmann-Preis 2026 mini|Seraina Kobler (2025) Seraina Kobler (* 10. August 1982 in Locarno) ist eine Schweizer Schriftstellerin und Journalistin.

Leben Ihre ersten Lebensjahre verbrachte Seraina Kobler in den Bergen des Tessiner Onsernonetals. Aufgewachsen ist sie schliesslich in Basel und Umgebung. Später studierte sie Linguistik am Institut für Angewandte Medienwissenschaften in Winterthur und Kulturwissenschaften an der Universität Konstanz. Danach war sie mehrere Jahre als Journalistin tätig, etwa für die SonntagsZeitung oder als Wirtschaftsreporterin für den Tages-Anzeiger. 2014 wechselte sie zur Neuen Zürcher Zeitung, wo sie sich im Inlandressort gesellschaftlichen Fragen widmete. Ende 2016 wurde sie in den Schweizer Presserat gewählt, dem sie bis 2018 angehörte.

2017 erfolgte der Schritt in die Selbstständigkeit. Sie gründete eine Firma, dozierte an verschiedenen Bildungsstätten, lektorierte und schrieb Kolumnen, Reportagen und Essays. Sie habe tagsüber gearbeitet, um Geld zu verdienen und abends und an den Wochenenden am ersten Buch geschrieben, erzählt sie in einem Interview.

2020 erschien ihr Debütroman Regenschatten, der für den Weinfelder Buchpreis nominiert war. «Der Roman beeindruckt durch die Analogien zwischen dem sich verschiebenden Innenleben Annas und feinen Beobachtungen der Veränderungen in der Aussenwelt. Ein Debütroman, der es schafft, die drohende Klimaveränderung erfahrbar zu machen», schrieb das Schweizer Radio und Fernsehen.

Ende April 2022 erschien der Zürich-Krimi Tiefes, dunkles Blau rund um die Seepolizistin Rosa Zambrano im Diogenes Verlag, der mehrere Monate auf der Schweizer Bestsellerliste stand. Die Fortsetzung Nachtschein wurde im Folgejahr veröffentlicht. Dazwischen erfolgten regelmässige Schreibaufenthalte in den Bergen und am Genfersee, Lesereisen auf Einladung der Schweizer Botschaft nach San Francisco oder durch Finnland. Kobler hat fünf Kinder und lebt mit ihrer Familie in Zürich.

Von Philipp Tingler wurde sie 2026 zum Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb eingeladen, wo sie ihren Text Rifugio las. Jurymitglied Mara Delius: «Was ich am Interessantesten am Text fand, ist, wie hier Landschaft erzählt wird, und zwar als eine Form von psychischem Resonanzraum. Dass jede emotionale Bewegung im Grunde über eine Art von Topografie erzählt wird.»

Publikationen (Auswahl) Regenschatten. Roman, Kommode Verlag, Zürich 2020, ISBN 978-3-9525014-6-7. Die schönsten Wald- und Wiesensträusse der Schweizer Landfrauen, mit Fotografien von Tina Sturzenegger. LandLiebe-Edition, Zürich 2021, ISBN 978-3-906869-26-1. Tiefes, dunkles Blau: Ein Zürich-Krimi. Diogenes, Zürich 2022, ISBN 978-3-257-30091-8. Nachtschein: Ein Zürich-Krimi. Diogenes, Zürich 2023, ISBN 978-3-257-30094-9. Wie ein Fisch im Wasser. Kurzgeschichte in Anthologie, Diogenes, Zürich 2023, ISBN 978-3-257-24695-7. Verflixte Festtage. Kurzgeschichte in Anthologie, Diogenes, Zürich 2024, ISBN 978-3-257-24769-5. Tal der Schwalben. Roman, Diogenes, Zürich 2026, ISBN 978-3-257-07377-5. Regenschatten. Roman, Taschenbuch, Diogenes Zürich 2026 ISBN 978-3-257-24848-7

Auszeichnungen und Nominierungen 2020: Essaypreis der Zeitung Der Bund 2021: Nominierung für den Weinfelder Buchpreis mit Regenschatten 2022: «Genuss Buch Award» des Genuss Film Festival Zug für Tiefes, dunkles Blau 2024: Nominierung für den Zürcher Krimipreis mit Nachtschein 2024: Werkbeitrag des Fachausschusses Literatur Basel 2026: Nominierung für den Ingeborg-Bachmann-Preis

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