mini|Südostansicht mit Gruftanbau mini|Restaurierter Engel in der Dorfkirche von Protzen vom Anfang des 17. Jahrhunderts mini|Chor mit Kanzelaltar und Taufengel mini|Pilgerzeichen an der großen Glocke|320x320px
Die Dorfkirche Protzen ist ein Kirchengebäude im Ortsteil Protzen der Gemeinde Fehrbellin im Landkreis Ostprignitz-Ruppin des deutschen Bundeslandes Brandenburg.
Architektur Die Kirche ist ein knapp 24 m langer und 10 m breiter Saalbau aus Feldstein aus der Mitte des 13. Jahrhunderts. An der Ostseite findet sich ein eingezogener quadratischer Rechteckchor mit Kreuzgratgewölbe, auf dem Westteil des Schiffes ein quadratischer Turmaufsatz. An der Südseite befinden sich ein vermauertes rundbogiges Feldsteinportal sowie eine Priesterpforte im Chor. Die Fenster sind bis auf ein rundbogiges der Chornordseite barock vergrößert. Am südlichen Chor wurde im 17. Jahrhundert eine Gruft angebaut.
Der quadratische, verschieferte Fachwerkturm stammt aus 1682 und trägt einen hohen quadratischen Knickhelm mit achteckiger Spitze. Er wurde 1894 erneuert.
Innengestaltung Im Inneren, das von Westen her betreten wird, finden sich ein leicht spitzbogiger Triumphbogen und eine große rundbogige Öffnung zum Turm. Der älteste Abendmahlskelch der Kirche zeigt die drei Fische des Gadowschen Wappens und die Jahreszahl 1584. Der hölzerne Kanzelaltar von 1778 hat einen gebauchten Korb und Baldachinaufsatz. Er ragt aus einer Kanzelwand von Chorbreite mit seitlichen Durchgängen. Der schwebende Taufengel stammt aus dem 18. Jahrhundert. Der Kronleuchter aus Messing ist von 1904. Im Jahr 1912 wurde der Innenraum neubarock ausgemalt.
Orgel Die Orgel auf der Westempore wurde 1869 von Conrad Geißler in der Kirche aufgestellt, wozu er ein barockes Werk aus dem 18. Jahrhundert eines unbekannten bzw. nicht ermittelten Erbauers umbaute. Die Prospektpfeifen wurden 1917 eingezogen. 1982 baute die Eberswalder Orgelbauwerkstatt ein neues Werk mit sechs Registern und mechanischen Trakturen in das bestehende Gehäuse hinein.
Seit 1982 ist die Disposition: Manual Cis–c3 1. Gedackt 8′ 2. Prinzipal 4′ 3. Flöte 4′ 4. Oktave 2′ 5. Mixtur III ′ Pedal 6. Subbass 16′
Koppeln: I/P
Glocken Das Geläut der Kirche hat sich seit 1682 nicht verändert und komplett in unsere Zeit hinein überdauern können. Es besteht aus drei Glocken, deren größte noch aus gotischer Zeit stammt und eine lateinische Inschrift in gotischen Minuskeln zeigt. Die mittlere Glocke zeigt das Wappen derer von Quast und nennt Alexander Ludolph von Quast als Stifter. Die kleinste Glocke besitzt mehrere Brakteatenabdrücke und Engelsköpfe auf ihrem Körper. GlockeGussjahrGießer und GussortDurchmesser [mm]Masse [kg]Ton [HT-1/16]11476unbezeichnet1008ca. 610gis1-821682Martin Heintze, Berlin899ca. 380gis1-831578Joachim Jenderich, Havelberg646ca. 150dis2-5
Literatur Georg Dehio: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler. Brandenburg. Deutscher Kunstverlag, München / Berlin 2012, ISBN 978-3-422-03123-4, S. 945
Weblinks
Einzelnachweise
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