mini|Burg Köpenick um 1650
Das Amt Köpenick war ein kurfürstlich-brandenburgisches, später königlich-preußisches Domänenamt mit Sitz im Schloss Köpenick. Es bestand seit dem Mittelalter und wurde 1810 aufgelöst. Der Großteil des Amtes ging im Amt Mühlenhof auf.
Geographie Das Amtsgebiet befand sich zu beiden Seiten der Spree und lag in den Kreisen Niederbarnim und Teltow. Es umfasste Dörfer, Vorwerke und Forstbezirke vom Dämeritzsee im Osten bis zur Rummelsburger Bucht im Westen. Nach Norden hin reichte das Amtsgebiet die Wuhle entlang hoch bis Marzahn, im Süden bildeten Zeuthen und der Schmöckwitzer Werder an der Dahme die Grenze.
Geschichte Das Amt Köpenick ging aus dem polabischen Fürstentum Köpenick hervor, das durch ihren Fürsten Jaczo einen wichtigen Gegenpol zur frühen deutschen Mark Brandenburg bildete.
Burgamt Köpenick Am 13. Januar 1371 verpfändete Otto der Faule Köpenick an die Bismarcks. 1382 war Hans von Metzenrode Hauptmann von Köpenick. 1387 erhielt die Stadt Berlin das Burgamt von den Herren von Biberstein als Pfand. Am 14. Januar 1416 verpfändete Friedrich I. Schloss und Stadt Köpenick an Otto von Lossow für 600 Schock böhmischer Groschen.Codex Diplomaticus Brandenburgensis, Band XII, Urkunde XXV. Digitalisat Am 20. Juni 1426 wurden Schloss und Stadt erneut vom Kurfürstensohn Johann verpfändet, diesmal an Hans von Uchtenhagen.Codex Diplomaticus Brandenburgensis, Band XII, Urkunde XXVII. Digitalisat 1457 übertrug Kurfürst Friedrich II. das Burgamt an Henning Schowelbolz. Am 14. November 1499 setzte Kurfürst Joachim I. den Rat Georg Flans als Amtmann ein.Codex Diplomaticus Brandenburgensis, Band XII, Urkunde XLIV. Digitalisat 1516 verpfändete der Kurfürst das Amt an Flans für 1.000 Gulden, welche zur Hälfte in den Neubau des Schlosses fließen sollten.Codex Diplomaticus Brandenburgensis, Band XII, Urkunde XLVI. Digitalisat
Domänenamt Köpenick Das Domänenamt Köpenick bildete sich aus dem markgräflichen Burgamt Köpenick. Nach der Auflösung des Amtes 1810 ging der Besitz zum größten Teil an das Amt Mühlenhof. Das Schloss Köpenick selbst wurde Sitz eines Lehrerseminars.
Zugehörige Orte, Vorwerke und Einzelhäuser mini|Forste des Amtes Köpenick
Zu Anfang des 19. Jahrhunderts wurde das Amtsgebiet von Bratring genau beschrieben. Zum Domänenamt Köpenick gehörten folgende Siedlungen und bewohnten Plätze.
Adlershof (Erbzinsgut) Biesdorf (Dorf und Amtsvorwerk) Bockswerder (Etablissement) Bohnsdorf (Dorf) Cöpenick (Amtssitz, Vorwerk und Forsthaus) Erkner (Forsthaus) Friedrichsfelde ehem. Rosenfelde (Dorf und Amtsvorwerk) Friedrichshagen (Spinner-Dorf) Klein-Glienicke (Dorf) Grünau (Kolonie und Dorf) Grünelinde oder Schönelinde (Kolonie) Hammelstall (Haus) Hessenwinkel (Erpachtsvorwerk) Johannisthal (Kolonie und Erbzinsgut) Kanne (Forsthaus) Kietz (Fischerwohnungen) Köpenicker Werder (Forst) Krampenbude (Fischerhütte) Krummendammer Heide (Forst) Neuer Krug (Krug) Mahlsdorf (Dorf und Amtsvorwerk) Mahrzahn (Dorf) Müggelbusch (Teerofen) Müggelheim (Kolonie-Dorf) Neue Scheune (Forsthaus) Quappenkrug (Meierei und Krug)Ortschafts-Verzeichniß des Regierungs-Bezirks Potsdam nach der neuesten Kreiseintheilung vom Jahre 1817. I. Die Niederbarnimsche Kreis. Georg Decker d. J. (Königlich Geheimer Oberhofbuchdrucker), Berlin 1817/1819. Digitalisat Rauchfangswerder (Kolonie) Sandmühle (Wasser- und Windmühle) Cöllnischer Schlächterstall (Haus) Schmöckwitz (Dorf) Schmöckwitzer Werder (Kolonie) Schöneweide (Etablissement) Steinbinde (Forsthaus) Zeuthen (Dorf)
Literatur Friedrich Beck, Lieselott Enders, Heinz Braun (unter Mitarbeit von Margot Beck, Barbara Merker): Behörden und Institutionen in den Territorien Kurmark, Neumark, Niederlausitz bis 1808/16. XII, 702 S., Brandenburgisches Landeshauptarchiv Corporation, in: Übersicht über die Bestände des Brandenburgischen Landeshauptarchivs Potsdam, Teil 1, Schriftenreihe: Veröffentlichungen des Brandenburgischen Landeshauptarchivs (Staatsarchiv Potsdam), Band 4, Böhlau, Weimar 1964. Friedrich Wilhelm August Bratring: Statistisch-topographische Beschreibung der gesammten Mark Brandenburg. Zweiter Band. Die Mittelmark und Ukermark enthaltend. VIII, 583 S., Maurer, Berlin 1805. Digitalisat Lieselott Enders (unter Mitarbeit von Margot Beck): Historisches Ortslexikon für Brandenburg, Teil VI, Barnim. 676 S., Weimar 1980. Berthold Schulze: Besitz- und siedlungsgeschichtliche Statistik der brandenburgischen Ämter und Städte 1540–1800. Beiband zur Brandenburgischen Ämterkarte. in: Einzelschriften der Historischen Kommission für die Provinz Brandenburg und die Reichshauptstadt Berlin, Band 7, 190 S., Im Kommissionsverlag von Gsellius, Berlin 1935, S. 50–52.
Quellen Adolph Friedrich Riedel: Codex diplomaticus Brandenburgensis. Sammlung der Urkunden, Chroniken und sonstigen Geschichtesquellen für die Geschichte der Mark Brandenburg und ihrer Regenten, 1 (A),12. (Des ersten Haupttheils zwölfter Band), G. Reimer, Berlin 1857. Digitalisat: Urkunde XXV. Markgraf Friedrich verpfändet das Schloß und die Stadt Köpenick an Otto von Lossow, am 14. Januar 1416 Urkunde XXVII. Markgraf Johann verpfändet Stadt und Schloß an Hans von Uchtenhagen, am 20. Juni 1426 Urkunde XLIV. Kurfürst Joachim I. verschreibt das Amt Köpenick seinem Rathe Georg (v.) Flanß zum Besitz in Amtsmann Weise auf Lebenszeit, am 19. November 1499 Urkunde XLVI. Kurfürst Joachim I. verpfändet das Amt Köpenick an seinem Amtmann Georg (v.) Flanß für tausend Gulden um das Jahr 1516
Weblinks 7 Köpenick; Rep. 7 Amt Köpenick; 1319–1910 Bestand Amt Köpenick, in: Brandenburgisches Landeshauptarchiv Potsdam (BLHA)
Einzelnachweise
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