Lindicken (Kreis Pillkallen) ist ein verlassener Ort im Rajon Krasnosnamensk der russischen Oblast Kaliningrad.

Die Ortsstelle befindet sich in einem heute weithin unbewohnten Gebiet inmitten eines Truppenübungsplatzes. Fünf Kilometer südwestlich befindet sich das unbewohnte Kutusowo, ehemals die Stadt Schirwindt. Jeweils etwa zehn Kilometer entfernt liegen im Nordwesten Pobedino (Schillehnen/Schillfelde), im Westsüdwesten die Neuansiedlung Mirny und im Südwesten der heutige Kasernenort Tretjakowo (Sodargen). Vor 1945 war Lindicken Haltepunkt am nach Schirwindt führenden Strang der Pillkaller Kleinbahn.

Geschichte mini|Die Gemeinde Lindicken auf einem Messtischblatt von 1936 Lindicken, zunächst auch Groß Paszuiszen genannt, war im 18. Jahrhundert ein Schatulldorf.Johann Friedrich Goldbeck: Volständige Topographie des Königreichs Preussen. Teil I, Königsberg/Leipzig 1785, Volständige Topographie vom Litthauischen Cammer-Departement, S. 87. Um 1820 war der Ort ein meliertes Dorf mit 181 Einwohnern.Alexander August Mützell: Neues Topographisch-Statistisch-Geographisches Wörterbuch des Preussischen Staates, Dritter Band, Kr-O, Halle 1822 Später entstand aus dem Dorf ein Gut. 1874 wurde der Gutsbezirk Lindicken Namensträger eines neu gebildeten Amtsbezirks im Kreis Pillkallen.Rolf Jehke, Amtsbezirk Lindicken Um 1880 bekam das Gut ein Vorwerk, das mit Neuhof Lindicken bezeichnet wurde. 1928 wurde der Gutsbezirk in eine Landgemeinde umgewandelt.

1945 kam der Ort in Folge des Zweiten Weltkrieges mit dem nördlichen Ostpreußen zur Sowjetunion. Einen russischen Namen bekam er nicht mehr.

Einwohnerentwicklung Jahr Einwohner Bemerkungen 1867Die Gemeinden und Gutsbezirke des Preussischen Staates und ihre Bevölkerung nach den Urmaterialien der allgemeinen Volkszählung vom 1. December 1871, Berlin 1874 206 1871 198 1885Gemeindelexikon für das Königreich Preußen, I. Provinz Ostpreußen, Berlin 1888 218 Davon im Vorwerk Lindicken 5 1905Gemeindelexikon für das Königreich Preußen, Heft 1, Provinz Ostpreußen, Berlin 1907 231 Davon auf dem Neuhof Lindicken 11 1910 206 1925Zeitschrift des Preussischen Statistischen Landesamts, Band 67, 1927 201 1933Amtliches Gemeindeverzeichnis für das Deutsche Reich, Teil I: Altreich und Land Österreich. Herausgegeben vom Statistischen Reichsamt, Vierte Auflage, 1939 213 1939 177

Amtsbezirk Lindicken 1874–1945 Der Amtsbezirk Lindicken wurde 1874 im Kreis Pillkallen eingerichtet. Er bestand zunächst aus sechs Landgemeinden (LG) und dem Gutsbezirk (GB) Lindicken.

Name Änderungsnamevon 1938 Bemerkungen Endruhnen (LG) Bruchlage Jogschen (LG) Seehuben Kruschinehlen (LG) Frankenreuth Lindicken (GB) seit 1928 LG Naujehnen (LG) Rotfelde (Ostpr.) Pötschlauken (LG) Peterort Stobern (LG)

1935 wurden die Landgemeinden in Gemeinden umbenannt. Im Oktober 1944 umfasste der Amtsbezirk Lindicken die sieben Gemeinden Bruchlage, Frankenreuth, Lindicken, Peterort, Rotfelde (Ostpr.), Seehuben und Stobern. Die ehemaligen Gemeinden sind alle verlassen.

Kirche Lindicken gehörte zum evangelischen Kirchspiel Willuhnen.

Einzelnachweise

Kategorie:Wüstung im Rajon Krasnosnamensk Kategorie:Ort in Ostpreußen