Michael Ilgner (* 1. Mai 1971 in Werneck) ist ein deutscher Sportler und Manager.
Leben Michael Ilgner spielte Wasserball beim SV Würzburg 05. Er wurde 1990 in die deutsche Wasserballnationalmannschaft aufgenommen und war zeitweise deren Kapitän. Bei der Europameisterschaft 1995 errang er die Bronzemedaille. Bei den Olympischen Spielen 1996 in Atlanta erreichte er mit der Mannschaft den 9. Platz.
Nach einem Studium zum Wirtschaftsingenieur und anschließender Promotion in Mikroökonomie an der Universität Karlsruhe wurde er Mitglied des Vorstandes bei Booz Allen Hamilton. Im Jahr 2006 trat er als Vorsitzender der Geschäftsführung und Mitglied des Vorstands in die Stiftung Deutsche Sporthilfe ein. Im Zuge der Strukturreform der Stiftung wurde er zum 1. April 2010 zum hauptamtlichen Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Sporthilfe berufen.
Zum 1. März 2020 wechselte Ilgner als Personalchef zur Deutschen Bank. Hier sollte er zusammen mit Fabrizio Campelli den Wandel in der Belegschaft organisieren. Statt wie bisher für 40 war er hier für 90.000 Mitarbeiter verantwortlich. Eine Beförderung in den Vorstand wurde durch die Europäische Zentralbank mit dem Verweis auf fehlende Führungserfahrung im Finanzsektor zunächst nicht gestattet.
Im April 2023 hatte Ilgner Anleihen der Deutschen Bank im Wert von 201.000 Euro eine Woche vor Veröffentlichung der Quartalszahlen gekauft und damit gegen interne Compliance-Richtlinien verstoßen. Die Regeln der Deutschen Bank verbieten hochrangigen Managern in den acht Wochen vor der Zahlenvorlage Geschäfte mit Wertpapieren des Geldhauses. Seine nicht rechtzeitig eingegangene Meldung wurde von der Finanzaufsicht jedoch als geringfügig eingestuft und deswegen nicht weiter untersucht.
Am 30. Juni 2023 teilte die Deutsche Bank mit, dass Ilgner die Deutsche Bank zum 30. September 2023 auf eigenen Wunsch verlässt.
Im Jahr 2023 gründete Ilgner die One May Group, mit der er Erfahrungen aus dem Spitzensport auf betriebliche Herausforderungen überträgt und sich unter anderem als Investor beteiligt. Seit 2025 ist er über seine One May GmbH als Gesellschafter an der auf kognitives und motorisches Training spezialisierten Skillcourt GmbH beteiligt.
Im Dezember 2025 wurde Ilgner von der WHU – Otto Beisheim School of Management als Senior Fellow berufen.
Am 30. Januar 2026 wurde Ilgner überraschend von einigen Clubs als möglicher Kandidat für die Wahl zum Geschäftsführer der Basketball-EuroLeague vorgeschlagen. Er unterlag in der Abstimmung der Liga-Eigentümer dem Spanier Jesus „Chus“ Bueno.
Im Juli 2026 erreichte Ilgners Buch Erfolg = Talent x Training x Mindset: Entscheiden, führen und gewinnen mit den Erfolgsfaktoren des Spitzensports Platz 5 in der Bestsellerliste des Manager Magazins.
Sein Bruder ist der Autor und Kulturmanager Sven Ilgner.
Auszeichnungen
2003: Bayerischer Ministerpräsidentenpreis für Sport durch eine Jury bestehend aus namhaften Sportlern und Fachleuten 2013: Horizont Sportbusiness Award als „Manager des Jahres“ durch eine Fachjury 2016: Aufnahme in die Hall of Fame des Sponsoring durch den Fachverband Sponsoring (Faspo)
Veröffentlichungen Erfolg = Talent x Training x Mindset: Entscheiden, führen und gewinnen mit den Erfolgsfaktoren des Spitzensports. Wiley-VCH Verlag, Weinheim 2026, ISBN 978-3527512683.
Weblinks
„Die Leute wollen wieder ins Büro“ Interview F.A.Z.
Einzelnachweise
Kategorie:Wasserballnationalspieler (Deutschland) Kategorie:Olympiateilnehmer (Deutschland) Kategorie:Teilnehmer der Olympischen Sommerspiele 1996 Kategorie:Wasserballspieler (SV Würzburg 05) Kategorie:Sportförderung Kategorie:Person (Deutsche Bank AG) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1971 Kategorie:Mann