mini|Robert Jurjewitsch Wipper (1910) Robert Jurjewitsch Wipper (russisch Роберт Юрьевич Виппер, * in Moskau; † 30. Dezember 1954 ebenda) war ein russischer Historiker.Abschnitt nach: Igor Lisový: Robert Jurjewitsch Wipper. In: LThK3.
Leben und Werk Robert Jurjewitsch Wipper studierte in Moskau, Berlin, Wien, München und Paris. Er promovierte 1894 mit der Arbeit „Der Einfluss Calvins und des Calvinismus auf die politischen Lehren und Bewegungen des 16. Jahrhunderts. Kirche und Staat im Genf des 16. Jahrhunderts während der kalvinistischen Ära.“
Seit 1891 wirkte er als Privatdozent an der Universität Moskau. Von 1894 bis 1897 forschte und lehrte er als Professor in Odessa, von 1899 bis 1924 in Moskau. Er emigrierte aus Russland und wirkte von 1924 bis 1941 als Professor in Riga. Nachdem Lettland 1940 in die Sowjetunion eingegliedert wurde, lehrte Wipper ab 1941 wieder an der Universität Moskau.
Im Zentrum von Wippers Forschungen standen Geschichte und Kultur der Antike, Geschichte der Neuzeit sowie methodologische Probleme der Geschichtswissenschaft. Besondere Aufmerksamkeit widmete Wipper den Fragen der wirtschaftlichen Entwicklung und der sozialen Beziehungen.
Robert Jurjewitsch Wipper schrieb zahlreiche Lehrbücher der Alten Geschichte in russischer, lettischer, jiddischer und ukrainischer Sprache. Zahlreiche Werke Robert Jurjewitsch Wippers erschienen in englischer Übersetzung.
1944 erhielt Wipper den Orden des Roten Banners der Arbeit, 1945 erhielt er den Leninorden. 1943 wurde er Mitglied der Akademie der Wissenschaften der Sowjetunion.Angaben nach: Robert Jurjewitsch Wipper. In: Chronik der Universität Moskau.
Schriften Geschichte des römischen Imperiums, Moskau 1908. Studien zur Theorie historischer Erkenntnis, Moskau 1911. Die Entstehung des Christentums, Moskau 1918. Der Kreislauf der Geschichte, Moskau 1923. Ivan Grosny, Moskau 1942 (deutschsprachige Ausgabe Moskau 1947). Die Entstehung der christlichen Literatur, Moskau 1946. Rom und das frühe Christentum. Moskau 1954.
Diese Werke erschienen in russischer Sprache unter russischsprachigen Titeln.
Literatur
Maike Sach: Ein russischer Exil-Historiker in Riga. Robert Ju. Vipper (1859–1954) und sein Beitrag zur lettischen Geschichtswissenschaft in der Zwischenkriegszeit. In: Norbert Angermann, Detlef Henning, Wilhelm Lenz (Hrsg.): Baltische Politiker, Historiker und Publizisten des 20. Jahrhunderts (= Schriften der Baltischen Historischen Kommission. Band 25; = Baltische biographische Forschungen. Band 2). Lit, Berlin 2021, ISBN 978-3-643-14657-1, S. 381–406. Jan Kusber, Ilgvars Misāns, Maike Sach (Hrsg.): Die drei Leben eines Historikers. Robert Vipper (1859–1954) in der russischen, lettischen und sowjetischen Geschichtsschreibung (= Transformationen – Differenzierungen – Perspektiven. Band 11). Peter Lang, Berlin 2024, ISBN 978-3-631-91830-2.
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Historiker Kategorie:Träger des Leninordens Kategorie:Träger des Ordens des Roten Banners der Arbeit Kategorie:Russe Kategorie:Geboren 1859 Kategorie:Gestorben 1954 Kategorie:Mann