Terrassa (kat. [], Archivo a fondo, terrassa.cat (spanisch), abgerufen am 24. Juni 2017) ist eine moderne Industriestadt mit historischem Stadtzentrum in der Provinz Barcelona in Katalonien (Spanien) und liegt 28 km nordwestlich von Barcelona.
Mit Einwohnern (Stand: ) ist Terrassa eine der größten Städte Kataloniens. Sie nahm wesentlich an der industriellen Revolution des 19. Jahrhunderts teil.
Seit 2004 ist die Stadt Sitz des römisch-katholischen Bistums Terrassa. Hauptkirche ist die Catedral del Sant Esperit (Heilig-Geist-Kathedrale), die 1621 geweiht wurde. In Terrassa befindet sich auch ein Campus der Universitat Politècnica de Catalunya, deren Hauptsitz sich in Barcelona befindet.
Geographische Lage Die Stadt liegt 286 Meter über dem Meeresspiegel.
Terrassa liegt in der Comarca Vallès Occidental und ist zusammen mit der Nachbarstadt Sabadell Verwaltungszentrum und Hauptstadt dieses Kreises.
Stadtname Der Stadtname entwickelte sich aus dem im 10. Jahrhundert entstandenen Namen Terracia, der auf Katalanisch Terraça oder Terrassa lautete. Im 16. Jahrhundert trug der Ort die Namensform Tarrassa, bis man im 19. Jahrhundert zum Namen Terrassa zurückkehrte. In der Zeit des Franquismus erfolgte die Umbenennung in Tarrasa, die 1977 nach einer Bürgerinitiative wieder rückgängig gemacht wurde, sodass die Stadt heute wieder Terrassa heißt.
Geschichte Die ältesten Spuren auf Besiedlung in der Gegend des heutigen Terrassa stammen aus der Zeit des Pleistozän. Etwa um das Jahr 400 v. Chr. entwickelte sich eine erste dauerhafte Siedlung, die später dem Römischen Reich angehörte. Unter dem Kaiser Vespasian wurde diese Siedlung unter dem Namen Egara oder Municipium Flavium Egara zu einer Gemeinde erhoben. Dieser römische Name lässt sich noch heute im Bistum Egara wiederfinden.
Mit dem beginnenden Ende des Römischen Reiches kam im 4. Jahrhundert das Christentum nach Terrassa, sodass eine Kirche errichtet wurde, die mit dem Einfall der Mauren im 8. Jahrhundert zerstört wurde, das Gebiet um Terrassa gehörte fortan zum arabischen al-Andalus. Im 10. Jahrhundert wurde die Region im Rahmen der Reconquista wieder von den Christen erobert. 1110 wurde ein Stück Land dort von Raimund Berengar III., dem Grafen von Barcelona, an einen Adligen verkauft, um dort eine Festung zu errichten, um die herum sich der heutige Ort ansiedelte.
Im Rahmen der industriellen Revolution wuchs Terrassa weiter an und erhielt 1856 einen Anschluss an das Eisenbahnnetz. Aufgrund des hohen Bevölkerungswachstums wurden 1876 die mittelalterlichen Stadtmauern eingerissen. 1885 hatte Terrassa 15.956 Einwohner, 1904 wurde die Gemeinde Sant Pere eingemeindet. Das starke Wachstum der Stadt brachte auch einen wirtschaftlichen Aufschwung mit sich, was die Immigration vor allem aus dem Süden Spaniens förderte. So zählte die Stadt 1930 knapp 40.000 Einwohner, 1960 waren es bereits über 90.000 Einwohner. Am 25. September 1962 war Terrassa von einer Hochwasserkatastrophe betroffen, die viele Menschenleben forderte.HISTORIA DE LA CIUDAD (spanisch), terrassa.cat, abgerufen am 24. Juni 2017
Am 17. April 2024 erhielt die Stadt den Europapreis des Europarates für ihre herausragenden Bemühungen um den europäischen Integrationsgedanken.
Bevölkerung miniatur|Bevölkerungsentwicklung von Terrassa (bis 2007) Die Großstadt Terrassa ist mit über 200.000 Einwohnern hinter L’Hospitalet de Llobregat und knapp hinter Badalona die viertgrößte Stadt Kataloniens.
Sehenswürdigkeiten mini|Kirchenfamilie Das Stadtbild ist im Wesentlichen vom architektonischen Erbe des Mittelalters, wie auch vom Modernisme (dem katalanischen Jugendstil) geprägt. Zudem findet man zahlreiche Zeugen (Industriegebäude, Schornsteine) aus der Zeit, als Terrassa zu den führenden Städten der industriellen Revolution gehörte.
Historische Bauten Die drei Kirchen von Sant Pere aus dem 9. bis 12. Jahrhundert (Kirchenfamilie von Terrassa), Torre del Palau (ein Turm aus dem 12. Jahrhundert), Pont de Sant Pere (eine Brücke aus dem 17. Jahrhundert), Castell de Vallparadis (eine Burg aus dem 12. bis 14. Jahrhundert), Kathedrale von Terrassa (17. Jahrhundert) mini|hochkant|Die Masia Freixa, 1907–10 erbaut, beherbergt heute das Tourismusbüro
Jugendstilbauten Das Rathaus, die Apotheke Albiñana (ehemals Confiteria Viuda Carné), das Konservatorium (Masia Freixa) und verschiedene Häuser, u. a. Casa Baumann, Casa Joan Barata, Casa Alegre de Sagrera, Casa Baltasar Gorina.
Industriezeitalter Die Fabrikgebäude Vapor Aymerich, Amat i Jover (Sitz des Museu de la Ciència i de la Tècnica de Catalunya, ein Ankerpunkt der Europäischen Route der Industriekultur), Izar, Marcet i Poal, der Nordbahnhof (von 1899), das Stadttheater (von 1911), das Textilmuseum, die Industrieschule (Palau d’Indústries, von 1901) u. a.
Verkehr Öffentlicher Verkehr Terrassa ist über die Linien R4 und S1 des S-Bahn-Netzes Rodalies Barcelona mit der Provinzhauptstadt und dem Umland verbunden. 2015 wurde die Verlängerung der S1, die zunächst in Terrassa Rambla endete, mit den neuen Stationen Vallparadís - Universitat, Terrassa Estació del Nord (mit Umstieg zur R4) und Terrassa Nacions Unides, eröffnet. Der Bau kostete 401 Millionen Euro.Inauguran las tres nuevas estaciones de la red de FGC en Terrassa (spanisch), elperiodico.com, abgerufen am 24. Juni 2017
Individualverkehr Terrassa ist über zwei Autobahnen, die mautpflichtige C-16 sowie die mautfreie C-58, mit Barcelona verbunden.Como llegar a Terrassa (spanisch), visitaterrassa.cat, abgerufen am 24. Juni 2017
Sport Terrassa ist im In- und Ausland bekannt für seine Hockey-Tradition: Mit dem CD Terrassa, Atlètic Terrassa und dem Club Egara kommen gleich drei Spitzenklubs des spanischen und katalanischen Hockeys aus dieser Stadt. Der Fußballverein FC Terrassa, der bereits in der Segunda División antrat und zweimal die Copa Catalunya gewann, spielt zurzeit in der Tercera División.
Städtepartnerschaften Partnerstädte Terrassas sind:Website Terrassa – Convenis bilaterals i agermanaments (katalanisch), abgerufen am 23. Mai 2017 Örebro, Schweden Pamiers im Département Ariège, (Frankreich) seit 1992
Vereinbarungen über Entwicklungszusammenarbeit gibt es mit Granada (Nicaragua), seit 1989 Tétouan (Marokko), seit 2002 Tecoluca (El Salvador), seit 2004 Weitere bilaterale Abkommen bestehen mit Toulouse (Frankreich) Alayh (Libanon) Maringá (Brasilien) Umeå und Uppsala (Schweden) Peking und Shanghai (Volksrepublik China) Mostar (Bosnien und Herzegowina)
Söhne und Töchter der Stadt Pere Jorba (1617–1647), Organist Jacint Boada i Casanoves (1772–1859), Chormeister, Organist, Komponist und Mönch des Klosters Montserrat Jaime Janer (1900–1941), Radrennfahrer Margot Moles (1910–1987), Leichtathletin, Skirennläuferin und Schwimmerin Aniceto Utset (1932–1998), Radrennfahrer José Colomer (1935–2013), Hockeyspieler Pedro Roig (1938–2018), Hockeyspieler Pedro Amat (* 1940), Hockeyspieler Jaime Amat (1941–2020), Hockeyspieler Francisco Amat (* 1943), Hockeyspieler Juan Amat (1946–2022), Hockeyspieler Jaime Arbós (* 1952), Hockeyspieler Juan Arbós (* 1952), Hockeyspieler Elisenda Fábregas (* 1955), Pianistin und Komponistin Miguel Prat (* 1955), Skilangläufer Jordi Oliva (1959–2014), Hockeyspieler Sergi Belbel (* 1963), Schriftsteller, Regisseur und Übersetzer Celia Corres (* 1964), Hockeyspielerin Juan Dinarés (* 1969), Hockeyspieler María Ángeles Parejo Jiménez (* 1969), Fußballspielerin Jordi Arnau (* 1970), Hockeyspieler Javier Arnau (* 1973), Hockeyspieler Xavier Ribas (* 1976), Hockeyspieler Albert Luque (* 1978), Fußballspieler Ana Copado (* 1980), Wasserballspielerin Laura Roca (* 1980), Schwimmerin Xavi (* 1980), Fußballspieler Silvia Bonastre (* 1981), Hockeyspielerin Eduard Tubau (* 1981), Hockeyspieler Eduard Arbós (* 1983), Hockeyspieler Quico Cortés (* 1983), Hockeyspieler Santiago Freixa (* 1983), Hockeyspieler José Carlos Ballbé (* 1985), Hockeyspieler Albert Pintó (* 1985), Filmregisseur Gisela Detrell (* 1986), Ingenieurin und Hochschullehrerin Nadia Hafid (* 1990), Illustratorin Georgina Oliva (* 1990), Hockeyspielerin Marta Corredera (* 1991), Fußballspielerin Antonio Pedrero (* 1991), Radrennfahrer Maria Elena Sánchez (* 1994), Wasserballspielerin Francisco Javier Castro Peña (* 1996), Handballspieler Álvaro Granados (* 1998), Wasserballspieler Dani Olmo (* 1998), Fußballspieler Oier Lazkano (* 1999), Radrennfahrer Paula Leitón (* 2000), Wasserballspielerin Bernat Sanahuja (* 2000), Wasserballspieler Clara Pérez (* 2001), Hockeyspielerin Ismael Saibari (* 2001), marokkanisch-belgischer Fußballspieler Arnau Fernández Guzmán (* 2002), Handballspieler Marc Pubill (* 2003), Fußballspieler
Weblinks
Website der Gemeinde (katalanisch, spanisch)
Einzelnachweise
Kategorie:Ort in Katalonien
Kategorie:Träger des Europapreises