Hans-Joachim BuhlmannZum Vornamen und dessen Schreibung mit Bindestrich siehe beispielsweise Webpräsenz seiner Tochter: Katja Buhlmann – Töpferin aus Leidenschaft (Abruf 8. Januar 2026). (* 1. August 1924 in Berlin; † 24. August 2008 in Potsdam-Neu Fahrland) war ein deutscher Maler. Er wird in der Öffentlichkeit zumeist als Joachim Buhlmann rezipiert.
Leben und Werk Buhlmann absolvierte von 1938 bis 1941 in Bernau und Berlin eine Lehre als Graveur. Von 1941 bis 1945 nahm er als Soldat der Kriegsmarine am Zweiten Weltkrieg teil. Ab 1945 studierte er an der Hochschule für bildende Künste in Berlin-Charlottenburg, anschließend von 1949 bis 1952 an der späteren Kunsthochschule Berlin-Weißensee. Danach zog er mit seiner Frau, der Keramikerin Carola Buhlmann, nach Neu Fahrland und arbeitete als freischaffender Künstler, wobei er auch häufig Entwürfe für die Werke im öffentlichen Raum und architekturbezogene Werke seiner Frau fertigte.
Buhlmann war eine Zeitlang Vorsitzender der Potsdamer Genossenschaft Bildender Künstler Kunst der Zeit und bis 1990 Mitglied des Verbands Bildender Künstler der DDR. Er stand lange hinter der Politik der DDR und gehörte zum Beispiel 1961 zu den Künstlern, die die Schließung der Grenze zur Bundesrepublik befürworteten.Magdalene Latkowska: „Sozialismus-Pädagogen“ oder „Klassenfeinde“? LIT-Verlag, Münster, 2019; ISBN 978-3-643-14105-7; S. 157. Er bezeichnete sich als „bekennenden Linken“, der die „Diktatur des Egos“ ablehnte. Wegen seiner kritischen Haltung gegenüber der Politik der DDR-Führung geriet er zunehmend ins politische Abseits. Bis zum Ausschluss 1984 war er zwölf Jahre lang Mitglied der SED.Christian Th. Müller und Patrice G. Poutrus (Hrsg.): Ankunft – Alltag – Ausreise. Migration und interkulturelle Begegnung in der DDR-Gesellschaft. Böhlau, Köln u. a., 2005, ISBN 3-412-14605-6, S. 206.
In seiner Biografie schrieb Buhlmann: „Meiner humanistischen, kritischen Gesinnung wegen als Mensch und Künstler disqualifiziert. Mit Repressalien belegt. Keine Ausstellungen, keine Aufträge… Zum Feind des Sozialismus erklärt. Seit 1984 bespitzelt…“ Buhlmann war „ein Moralist im Selbstauftrag, mit Sendungsbewusstsein für den Planeten, fühlt[e] sich Brecht und der Dialektik verpflichtet.“
Die Landesgeschichtliche Vereinigung für die Mark Brandenburg erwarb 2017 aus dem Antiquitätenhandel einen Teilnachlass Buhlmanns, der Lebensdokumente, Fotografien und 15 Handzeichnungen Buhlmanns umfasst.Joachim Buhlmann [Sammlung] :: Landesgeschichtliche Vereinigung für die Mark Brandenburg e.V., Archiv :: museum-digital:berlin
Die Kinder Buhlmanns, Katja Buhlmann (* 1953) und Andreas Buhlmann (* 1955), sind Keramiker.
Werkbeispiele Tafelbilder Selbstbildnis (Öl, 100 × 80 cm, 1951) Meine Frau (Öl, 75 × 55 cm, 1952)
Werke im öffentlichen Raum
Pflanzen und Tiere (1961; Wandgestaltung, keramisches Scherbenmosaik, etwa 20 m2; Hennigsdorf, Stirnwand der damaligen Milchbar; Auftraggeber VEB Stahl- und Walzwerk „Wilhelm Florin“; existiert nicht mehr)Ruth Pape et al.: Bildende Kunst + Architektur. Baukatalog Teil 4, Potsdam. Deutsche Bauakademie, Berlin, 1972, S. 24/25Hennigsdorf: Erinnerungen an die Milchbar
Völkerfreundschaft (Wandfries, Glasurmalerei auf Terrakotta, Höhe 70–120 cm, Länge 1400 cm, 1979; Potsdam, Wall am Kiez 3–4) Völkerfreundschaft (2 Wandfriese, farbige Glasurmalerei auf Keramik, Höhe 380 cm, Breite 485 cm, 1979; Potsdam, Kindergarten Lotte-Pulewka-Straße 5/7) Familie Grün (Figurengruppe, glasierte Keramik, 1979; Potsdam, Brandenburger Straße, Ecke Lindenstraße; nach Vandalismus-Schäden 2013 abgebaut; 2020 als Replik errichtet)
Ausstellungen (unvollständig) Einzelausstellungen seit der deutschen Wiedervereinigung 2004: Potsdam, Altes Rathaus 2004: Neu Fahrland, Gemeindezentrum („Spiegelbilder der Moral und des Geistes“)
Ausstellungsbeteiligungen 1964, 1969, 1974 und 1981: Potsdam, Bezirkskunstausstellungen 1969: Brandenburg, Kulturhaus der Stahl- und Walzwerker („Landschaftsgraphik von Künstlern der DDR“) 1977/1978 und 1982/1983: Dresden, VIII. und IX. Kunstausstellung der DDR 1981: Potsdam (Kunstausstellung zum X. Parteitag der SED)
Literatur
Saur. Allgemeines Künstlerlexikon. Band 15, 1997, S. 87 Dietmar Eisold (Hrsg.): Lexikon Künstler in der DDR. Verlag Neues Leben, Berlin, 2010, ISBN 978-3-355-01761-9, S. 120
Weblinks
Museum-digital Berlin: Joachim Buhlmann
Einzelnachweise
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