Magma (neu aufgelegt als Kobaïa) ist das Debütalbum der französischen Avantgarde-Progressive-Rock- oder Zeuhl-Band Magma, das 1970 als Doppel-LP veröffentlicht wurde. Das Album erzählt die Geschichte einer Gruppe Menschen, die von einer dem Untergang geweihten Erde fliehen und sich auf dem fiktiven Planeten Kobaïa niederlassen.
Musikstil Der Titelsong Kobaïa wird seit seiner ursprünglichen Aufnahme regelmäßig bei Magma-Konzerten gespielt, allerdings in einer jazzigeren Version, die der Version auf dem Live-Album Live / Hhaï von 1975 ähnelt, und mit einem neuen Text, der in der von Magma entwickelten Kunstsprache Kobaïanisch statt auf Englisch gesungen wird.
Inhalt Die Titel der ersten Platte des Doppelalbums berichten von der Abreise einer Gruppe Menschen von der Erde und ihrer Reise in einem Raumschiff zum Planeten Kobaïa. Nach der Ankunft folgt ein langwieriger und geduldiger Prozess des Aufbaus einer neuen Gesellschaft, die mit ihrer neuen Umgebung in Harmonie lebt, gleichzeitig aber einen hohen technologischen Fortschritt erreicht. Die zweite Platte berichtet von der Rettung der Besatzung eines in der Umlaufbahn um Kobaïa havarierten Raumschiffs. Die irdische Besatzung berichte von der fortschreitenden Degeneration und Katastrophen auf der Erde und zeigen sich von der friedlichen, harmonischen und fortschrittlichen Kultur der kobaïanischen Gesellschaft beeindruckt. Sie bitten die Kobaïaner sie zur Erde zurückzubegleiten, um ihre Philosophie dort zu verbreiten. Eine kleine Gruppe Kobaïaner erklärt sich bereit, die gestrandeten Menschen zurück auf die Erde zu begleiten.
Entstehungsgeschichte Die Bandmitglieder von Magma zogen sich für drei Monate in ein Haus im Vallée de Chevreuse im Département Essonne zurück, welches ihnen der klassische Pianist Karl Knutt zur Verfügung stellte. Vormittags arbeiteten sie separat und Nachmittag gemeinsam an den Proben zum Album. Lee Hallyday vermittelte am 1. April 1970 einen Vertrag bei Philips Records. Abgeschlossen wurden die Proben im Studio M.J.C. in Vincennes und im Navigator in Paris. Im April 1970 wurde die Platte schließlich im Pariser Studio Europa Sonor von Roger Roche und Claude Martenot aufgenommen und vom 4. bis 6. Mai abgemischt. Das Album erschien erstmals als Doppel-Vinylalbum beim Label Philips lediglich in Frankreich, Spanien, Deutschland und Kanada. Es wurde mehrmals unter dem Titel Magma und ab 1988 als Kobaïa neu aufgelegt, unter anderem bei Mercury Records, dann auf CD bei Stella Vanders Musiklabel Seventh Records. Englischsprachige Märkte wollte Philips erst mit dem Nachfolgealbum erschließen.Charly Heidenreich: Booklet der CD Zün Ẁohl Ünsaï - Live 1974. mig Music, 2014
Das Coverart wurden von Marie-Josèphe Petit, der Schwester des Produzenten Laurent Thibault, entworfen.
Titelliste Das Album ist auf der LP-Version als Doppelalbum erschienen, die Doppel-CD-Edition enthält jeweils eine LP pro Disk.
Rezeption Trotz des auffälligen Covers von Marie-Josèphe Petit war die Wirkung der Platte bei ihrer Veröffentlichung eher begrenzt. In einer Kolumne in der Zeitschrift Rock & Folk vom Juni 1970 betonte Philippe Paringaux die verstörende Seite der Musik:
Emmanuel Gray hob in der Zeitschrift Jazz Hot im September 1970 vor allem den Zusammenhalt und die Professionalität der Band sowie die Originalität ihrer Musik hervor und beschloss seinen Artikel mit dem Fazit:
Philippe Manoeuvre listete das Album in seinem 2010 erschienenen Buch der 123 essentiellen Musikalben der französischen Rockmusik.
Die britische Musikzeitschrift Classic Rock kürte das Album Magma im Juli 2010 zu einem der 50 Musikalben, die den Progressive Rock prägten.
Besetzung Band Klaus Blasquiz: Gesang François Cahen: Piano Alain „Paco“ Charlery: Trompete, Schlagzeug Claude Engel: Gitarren, Flöte, Gesang Teddy Lasry: Sopransaxophon, Flöte Francis Moze: E-Bass, Kontrabass Richard Raux: Altsaxophon, Tenorsaxophon, Flöte Christian Vander: Schlagzeug, Gesang
Technik Laurent Thibault: Produktion Lee Hallyday: Regie Louis Haig Sarkissian: Stage Manager Claude Martenot: Tontechnik Roger Roche: Tontechnik Marcel Engel: Tontechnik-Assistenz Marie-Josèphe Petit: Grafikdesign
Literatur
Einzelnachweise
Weblinks Kobaïa auf magmamusic.org (englisch)
Magma in Prog Archives (englisch)
Kategorie:Album (Progressive Rock) Kategorie:Album 1970 Kategorie:Konzeptalbum Kategorie:Magma-Album