Bolschoje Saretschnoje (, ) ist ein verlassener Ort im Rajon Nesterow der russischen Oblast Kaliningrad.

Die Ortsstelle befindet sich an der Regionalstraße 27A-059 (ex R510) drei Kilometer nördlich der Rajonstadt Nesterow (Stallupönen/Ebenrode) an dem kleinen Fluss Tumannaja (dt. Rauschwe).

Geschichte Der Ort wurde seit Mitte des 16. Jahrhunderts erwähnt. Um 1780 war Drusken ein meliertes Dorf mit 13 Feuerstellen.Johann Friedrich Goldbeck: Volständige Topographie des Königreichs Preussen. Teil I, Königsberg/Leipzig 1785, Volständige Topographie vom Litthauischen Cammer-Departement, S. 31. Es gab dort auch zwei Windmühlen.Alexander August Mützell: Neues Topographisch-Statistisch-Geographisches Wörterbuch des Preussischen Staates, Erster Band, A-F, Halle 1821, S. 304. 1874 wurde Drusken, das neben einer Landgemeinde auch aus einem Gutsbezirk bestand, namensgebend für einen neu gebildeten Amtsbezirk im Kreis Stallupönen.Rolf Jehke, Amtsbezirk Drusken 1928 wurde der Gutsbezirk an die Landgemeinde angeschlossen.

Im Oktober 1944 wurde der Ort von der Roten Armee besetzt und kam in der Folge mit dem nördlichen Ostpreußen zur Sowjetunion. 1950 erhielt er den russischen Namen Bolschoje Saretschnoje und wurde dem Prigorodny selski Sowet im Rajon Nesterow zugeordnet.Durch den Указ Президиума Верховного Совета РСФСР от 5 июля 1950 г., № 745/3, «О переименовании населённых пунктов Калининградской области» (Verordnung 745/3 des Präsidiums des Obersten Rats der RSFSR "Über die Umbenennung der Orte der Oblast Kaliningrad" vom 5. Juli 1950) Bolschoje Saretschnoje wurde vor 1975 aus dem Ortsregister gestrichen.In der Административно-территориальное деление Калининградской области 1975 (Die administrativ-territoriale Einteilung der Oblast Kaliningrad 1975, herausgegeben vom Sowjet der Oblast Kaliningrad) auf soldat.ru (rar-Datei) taucht der Ort nicht mehr auf.

Einwohnerentwicklung Jahr Einwohner Bemerkungen 1867Die Gemeinden und Gutsbezirke des Preussischen Staates und ihre Bevölkerung nach den Urmaterialien der allgemeinen Volkszählung vom 1. December 1871, Berlin 1874 237 in der Landgemeinde 148, im Gutsbezirk 89 1871 207 in der Landgemeinde 123, im Gutsbezirk 84 1885Gemeindelexikon für das Königreich Preußen, I. Provinz Ostpreußen, Berlin 1888 266 in der Landgemeinde 150, im Gutsbezirk 116 1905Gemeindelexikon für das Königreich Preußen, Heft 1, Provinz Ostpreußen, Berlin 1907 199 in der Landgemeinde 111, im Gutsbezirk 88 1910 198 in der Landgemeinde 116, im Gutsbezirk 82 1933Amtliches Gemeindeverzeichnis für das Deutsche Reich, Teil I: Altreich und Land Österreich. Herausgegeben vom Statistischen Reichsamt, Vierte Auflage, 1939 189 1939 198

Amtsbezirk Drusken 1874–1945 Der Amtsbezirk Drusken wurde 1874 im Kreis Stallupönen eingerichtet. Er bestand zunächst aus 18 Landgemeinden (LG) und zwei Gutsbezirken (GB).

Name Änderungsnamevon 1938 Russischer Namenach 1945 Bemerkungen Bareischkehmen (LG) Baringen Perwomaiskoje Doblendszen (LG) Parkhof 1936 bis 1938: Doblendschen Drusken (LG) Bolschoje Saretschnoje Drusken (GB) 1928 zur LG Drusken Enskehmen (LG) Rauschendorf (Ostpr.) Kerrin (GB) Stubbenhof 1928 zur LG Enskehmen Kischen (LG) Krähenwalde Klein Degesen (LG) Kleinlucken Wysselki 1937 zur LG Lucken Klein Wannagupchen (LG) kam 1906 zum GB Amalienhof im Amtsbezirk Groß Wannagupchen Kögsten (LG) Leibgarten (LG) Pobednoje 1938 zur LG Baringen (ex Bareischkehmen) Lucken (LG) Lukoschen (LG) Neulucken 1937 zur LG Lucken Packern (LG) Patilszen (LG) Brücken (Ostpr.) 1936 bis 1938: Patilschen Plicken (LG) Kleinlucken Wysselki 1938 zur LG Baringen (ex Bareischkehmen) Ribben (LG) Schöckstupönen (LG) Pohlau Brigadnoje Szillehnen (LG) Lehmau 1936 bis 1938: Schillehnen Wilpischen (LG) Wilpen Nagornoje

1935 wurden die Landgemeinden in Gemeinden umbenannt. Im Oktober 1944 umfasste der Amtsbezirk Drusken, nun im umbenannten Landkreis Ebenrode, die 13 Gemeinden Baringen, Brücken (Ostpr.), Drusken, Kögsten, Krähenwalde, Lehmau, Lucken, Packern, Parkhof, Pohlau, Rauschendorf (Ostpr.), Ribben und Wilpen.

Kirche Drusken gehörte zum evangelischen Kirchspiel Stallupönen.

Weblinks Drusken auf wiki.genealogy.net

Einzelnachweise

Kategorie:Wüstung in der Oblast Kaliningrad