Der Fußball-Club Würzburger Kickers e. V. (kurz Würzburger Kickers oder FWK) ist ein Fußballverein aus der unterfränkischen Bezirkshauptstadt Würzburg. Der Verein wurde 1907 gegründet und die Vereinsfarben sind seither Weiß und Rot; hiervon leitet sich auch der Spitzname Rothosen ab. Seine Heimspiele trägt der Verein in der vereinseigenen Akon Arena am Würzburger Dallenberg aus.
Nach erfolgreichen Jahren in den höchsten Klassen zu Beginn des 20. Jahrhunderts spielte der Verein 1977/78 für eine Saison in der 2. Bundesliga Süd, bevor die erste Mannschaft für längere Zeit im Amateurfußball zu Hause war. Ab 2014 feierten die Kickers vier Mal den Gewinn des Bayerischen Toto-Pokals (2014, 2016, 2019, 2026) sowie zwei Aufstiege in die 3. Liga (2015, 2026). 2016/17 war der Verein nach 38 Jahren wieder in der 2. Bundesliga vertreten, schaffte den Klassenerhalt jedoch nicht. 2020/21 spielte der Verein ein weiteres Jahr zweitklassig, stieg aber erneut direkt wieder ab. Seit 2026/27 spielt der Verein wieder drittklassig.
Seit 2014 ist die Profiabteilung in eine Aktiengesellschaft ausgegliedert, an der der Verein mit 51 Prozent und die AKON Aktivkonzept e.K. mit 49 Prozent beteiligt sind.
Geschichte Die Gründungsjahre nach 1907 mini|100px|links|Historisches Logo um 1930 Der FC Würzburger Kickers wurde am 17. November 1907 von Gymnasiasten gegründet. Vorsitzender des jungen Vereins war Georg Beer, der schon kurz darauf von Alfred Günzburger abgelöst wurde. 1908 konnte das erste Lokalderby gegen den FV 04 Würzburg mit 5:0 gewonnen werden. Bereits im folgenden Jahr 1909 zogen die Kickers erstmals um, als die bisherige Heimspielstätte am Würzburger Galgenberg verlassen und der Platz an der Randersackerer Straße bezogen wurde. Die Spielstätte am Galgenberg hatte währenddessen unter anderem auch der FV Würzburg 04 genutzt. Der drei Jahre vor den Kickers entstandene Stadtrivale, 1981 in Konkurs gegangen, wurde 1912 erstmals auch hinsichtlich der Liga überflügelt, als der FWK zur Saison 1912/13 in die Ostkreisliga einzog. In der damals höchsten Spielklasse traten die Kickers gegen die großen Vereine aus Nürnberg, München und Fürth, etwa den 1. FC Nürnberg, den FC Bayern München, die SpVgg Fürth oder den TV München 1860 an und erreichten den sechsten von acht Plätzen. Die Platzierung sicherte den Verbleib in der höchsten Liga.
Die Zeit war geprägt vom Ersten Weltkrieg und mehreren Änderungen der Ligenordnung und des Spielsystems um die süddeutsche Fußballmeisterschaft. Bis 1916 qualifizierte sich der Meister der Ostkreisliga für die Endrunde um den Titel des Süddeutschen Fußball-Verbands, ab Saison 1916/17 fand die Entscheidung über das Weiterkommen per Finalrunde statt. Gleich im ersten Jahr nach der Regelreform konnten die Kickers das Halbfinale erreichen, verloren dieses jedoch gegen die SpVgg Fürth.
Dennoch konnte sich der FC Würzburger Kickers vorerst auf höchstem Niveau etablieren und den Fußball im Nordwesten Bayerns dominieren.
1920er-Jahre bis zum Zweiten Weltkrieg Bis zum Zweiten Weltkrieg waren die „Rot-Weißen“ vom Dallenberg weiterhin eine bestimmende Kraft im Würzburger Fußball, wobei sie ab den späten 1920er-Jahren vom FV 04 überholt wurden, der ab 1927 mehr Jahre in der Erstklassigkeit vorzuweisen hatte. Auch zu Beginn der 1920er-Jahre waren die Kickers in den höchsten Spielklassen erfolgreich, verpassten den Einzug in die Finalrunde um die Nordbayerische und folglich auch um die süddeutsche Fußballmeisterschaft aufgrund der Dominanz des 1. FC Nürnberg und der SpVgg Fürth regelmäßig.
Eine neuerliche Reform des Ligensystems, anstelle von zehn Kreisligen entstanden ab der Saison 1923/24 fünf erstklassige süddeutsche Bezirksligen, wurde es für die Kickers erheblich schwerer, sich in der höchsten Spielklasse durchzusetzen und um die süddeutsche Meisterschaft zu spielen. Nach dem Abstieg 1923 setzte sich die Liga aus acht Teams aus ganz Bayern zusammen. Erst eine erneute Reform zur Saison 1927/28 machte es dem Verein wieder möglich, in das Fußballoberhaus aufzusteigen, denn die von nun an erstklassige Bezirksliga Bayern spielte zweigleisig, mit einer Nord- und einer Südgruppe. Dennoch dauerte es drei Jahre, bis der FWK wieder aufsteigen und 1930 mit dem bereits 1927 aufgestiegenen Stadtrivalen FV 04 wieder gleichziehen konnte. Einer der herausragenden Spieler zu dieser Zeit war der Österreicher Gustav Wieser. Darüber hinaus bestritten die Kickers etliche Freundschaftsspiele in Deutschland sowie im Ausland.
Im Jahr 1928 erfolgte der Anschluss des VfL Würzburg an den Verein, der daraufhin für zwei Jahre als FC Würzburger Kickers VfL am Spielbetrieb teilnahm. 1930 kehrte man zum traditionellen Namen FC Würzburger Kickers zurück.
Die Kickers konnten sich in der obersten Spielklasse halten, bis im Jahr 1933 mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten der Süddeutsche Fußball-Verband aufgelöst und in den landesweit 16 Gauligen gespielt wurde. Bei deren Einführung blieben die Kickers unberücksichtigt und stiegen erst 1940 in die höchste Spielklasse auf. Nach einem Jahr folgte der erneute Abstieg, gefolgt vom Wiederaufstieg 1942. Ab 1943 firmierte der FWK zusammen mit dem FV als Kriegsspielgemeinschaft Würzburg (KSG Würzburg) bis zur kriegsbedingten Einstellung des Spielbetriebs in der Gauliga.
Während des Krieges wurde das Stadion an der Randersackerer Straße durch einen Bombenangriff vollständig zerstört.
Nachkriegszeit und Etablierung in der Bayernliga bis in die 1970er-Jahre Saisondaten 1950–1989 Saison Liga Klasse Platz Spiele Tore Punkte Auf-/Abstieg 1949/50 II. Unterfränkische Amateurliga III 1. 25 69:17 41:9 17px|Aufstieg 1950/51 Bayernliga III 6. 30 53:42 32:28 1951/52 Bayernliga III 4. 34 66:47 41:27 1952/53 Bayernliga III 3. 36 63:44 43:29 1953/54 Bayernliga Nord III 9. 28 45:50 27:29 1954/55 Bayernliga Nord III 2. 24 40:27 33:15 1955/56 Bayernliga Nord III 11. 26 49:55 24:28 1956/57 Bayernliga Nord III 7. 28 44:46 30:26 1957/58 Bayernliga Nord III 6. 30 67:58 31:29 1958/59 Bayernliga Nord III 6. 30 51:35 33:27 1959/60 Bayernliga Nord III 2. 30 44:32 38:22 1960/61 Bayernliga Nord III 4. 32 64:52 38:26 1961/62 Bayernliga Nord III 7. 30 61:54 32:28 1962/63 Bayernliga Nord III 3. 32 65:40 42:22 1963/64 Bayernliga III 12. 34 50:64 32:36 1964/65 Bayernliga III 4. 34 73:51 39:29 1965/66 Bayernliga III 3. 34 69:46 44:24 1966/67 Bayernliga III 12. 36 66:73 34:38 1967/68 Bayernliga III 10. 34 65:68 32:36 1968/69 Bayernliga III 12. 34 48:61 29:39 1969/70 Bayernliga III 11. 34 53:57 29:39 1970/71 Bayernliga III 6. 34 52:52 34:34 1971/72 Bayernliga III 5. 34 59:46 40:28 1972/73 Bayernliga III 15. 34 43:59 28:40 1973/74 Bayernliga III 8. 34 57:50 36:32 1974/75 Bayernliga III 6. 34 47:52 36:32 1975/76 Bayernliga III 3. 34 55:36 43:25 1976/77 Bayernliga III 1. 34 59:29 49:19 17px|Aufstieg 1977/78 2. Bundesliga Süd II 19. 38 38:93 17:59 17px|Abstieg 1978/79 Bayernliga III 13. 34 46:53 31:37 1979/80 Bayernliga III 14. 34 55:55 31:37 1980/81 Bayernliga III 5. 34 68:49 38:30 1981/82 Bayernliga III 3. 38 90:64 51:25 1982/83 Bayernliga III 19. 36 40:82 16:56 17px|Abstieg 1983/84 Landesliga Nord IV 4. 38 79:45 48:28 1984/85 Landesliga Nord IV 7. 36 62:53 40:32 1985/86 Landesliga Nord IV 9. 34 53:44 34:34 1986/87 Landesliga Nord IV 4. 34 56:37 43:25 1987/88 Landesliga Nord IV 13. 32 45:49 28:36 1988/89 Landesliga Nord IV 4. 32 57:45 37:27
Nach dem Zweiten Weltkrieg schloss sich der TSV Würzburg dem FC Würzburger Kickers an und der Verein trat fortan als SC Würzburger Kickers auf. Zunächst spielten die Kickers in der Saison 1945/46 in der Landesliga, der damals zweithöchsten Spielklasse. Nachdem diese in der darauf folgenden Saison zweigleisig wurde, stiegen die Kickers 1947 aus der Landesliga Nord ab. Bereits 1950 folgte der Aufstieg aus der II. Unterfränkischen Amateurliga in die nunmehr drittklassige Amateurliga Bayern, wo prompt ein sechster Platz eingefahren werden konnte und wo in den folgenden Jahren ebenfalls das obere Tabellendrittel erreicht wurde.Amateurliga Bayern 1950/51 bei www.f-archiv.de Jedoch zeigte der Verein keine ernsthaften Ambitionen, in den Profifußball aufzusteigen und an die früheren Erfolge anzuknüpfen. Die Kickers spielten mit großer Konstanz in der Bayernliga, in die der Verein 1950 aufgestiegen war. Bis zum Jahr 1977, als der Aufstieg in die 2. Bundesliga erfolgte, nahmen die Kickers ununterbrochen 27 Jahre lang am Spielbetrieb in der drittklassigen Bayernliga teil. Dabei wurden zumeist einstellige Platzierungen erreicht.
Ab dem Jahr 1956 trat der Verein, rechtzeitig vor dem 50. Gründungsjubiläum, wieder als FC Würzburger Kickers auf.
Der Weg in die 2. Bundesliga 1977 Saisonbilanzen 1990–2000 Saison Liga (Klasse) Platz Auf-/Abstieg 1989/90 Landesliga Nord (IV) 1. 17px|Aufstieg 1990/91 Bayernliga (III) 17. 17px|Abstieg 1991/92 Landesliga Nord (IV) 4. 1992/93 Landesliga Nord (IV) 11. 1993/94 Landesliga Nord (IV) 15. 1994/95 Landesliga Nord (V) 9. 1995/96 Landesliga Nord (V) 7. 1996/97 Landesliga Nord (V) 1. 17px|Aufstieg 1997/98 Bayernliga (IV) 16. 17px|Abstieg 1998/99 Landesliga Nord (V) 9. 1999/00 Landesliga Nord (V) 5.
Während sich der Verein als feste Größe in der Bayernliga etabliert hatte, konnte im Sommer des Jahres 1967 das neu gebaute Stadion am Dallenberg bezogen werden. Zu diesem Zeitpunkt war lediglich die überdachte Haupttribüne fertiggestellt, das übrige Stadion wurde in den Folgejahren weiter ausgebaut.
Dabei beendete die Mannschaft ihre Spielrunden in der Bayernliga zumeist vor dem Stadtrivalen FV 04, dennoch gelang diesem 1975/76 als Tabellenzweitem, damit einen Platz vor den Kickers, der Zweitligaaufstieg nach dem Verzicht des Meisters FC Wacker München. Ein Jahr später, in der Saison 1976/77 wurde jedoch die Mannschaft vom Dallenberg Meister der Bayernliga und folgte dem Lokalrivalen in die zweite Bundesliga. Nach nur einem Jahr stand am Ende der Saison 1977/78 bereits wieder der Abstieg und die Rückkehr in den Amateurfußball der Bayernliga.
In der gewohnten Bayernliga hielten sich Kickers bis zum Jahr 1983, als der Abstieg aus der dritten Spielklasse in die Landesliga anstand, wobei noch im Jahr zuvor ein dritter Platz in der Liga erzielt werden konnte.
1980er-Jahre bis 2011 Saisonbilanzen ab 2001 Saison Liga (Klasse) Platz Auf-/Abstieg 2000/01 Landesliga Nord (V) 8. 2001/02 Landesliga Nord (V) 17. 17px|Abstieg 2002/03 Bezirksoberliga (VI) 13. 17px|Abstieg 2003/04 Bezirksliga (VII) 1. 17px|Aufstieg 2004/05 Bezirksoberliga (VI) 1. 17px|Aufstieg 2005/06 Landesliga Nord (V) 6. 2006/07 Landesliga Nord (V) 6. 2007/08 Landesliga Nord (V) 2. 17px|Aufstieg 2008/09 Bayernliga (V) 18. 17px|Abstieg 2009/10 Landesliga Nord (VI) 4. 2010/11 Landesliga Nord (VI) 5. 2011/12 Landesliga Nord (VI) 1. 17px|Aufstieg 17px|Aufstieg 2012/13 Regionalliga Bayern (IV) 10. 2013/14 Regionalliga Bayern (IV) 11. 2014/15 Regionalliga Bayern (IV) 1. 17px|Aufstieg 2015/16 3. Liga (III) 3. 17px|Aufstieg 2016/17 2. Bundesliga (II) 17. 17px|Abstieg 2017/18 3. Liga (III) 5. 2018/19 3. Liga (III) 5. 2019/20 3. Liga (III) 2. 17px|Aufstieg 2020/21 2. Bundesliga (II) 18. 17px|Abstieg 2021/22 3. Liga (III) 18. 17px|Abstieg 2022/23 Regionalliga Bayern (IV) 2. 2023/24 Regionalliga Bayern (IV) 1. 2024/25 Regionalliga Bayern (IV) 6. 2025/26 Regionalliga Bayern (IV) 2. 17px|Aufstieg2011/12: Doppelaufstieg
Nach dem Abstieg aus der Bayernliga in die regionalen Spielklassen verschwanden die Würzburger immer öfter in den Niederungen des Amateurfußballs. Bis zum Jahr 2011 kam es nur noch zu drei – jeweils einjährigen – Gastauftritten des FWK in der Bayernliga. 1990/91 stand ebenso wie 1997/98 sowie 2007/08 dem Aufstieg erneut der direkte Abstieg nach nur einer Saison. In den 1990er-Jahren musste sich das Kickers-Publikum, wie bereits nach dem Bayernliga-Abstieg 1983, meist mit der Landesliga Nord zufriedengeben.