mini|hochkant|Ludwig Schneider Ludwig Schneider (* 23. März 1855 in Namslau, Kreis Namslau, Provinz Schlesien; † 29. Dezember 1943 in ReichensteinReichenstein, Landkreis Frankenstein, Provinz Niederschlesien; vollständiger Name: Ludwig Ignatz Anton Schneider) war ein deutscher Architekt, der vorwiegend römisch-katholische Kirchen und andere Sakralbauten in Schlesien schuf. Häufig verwendete er in seinen Werken die Neugotik und die Neuromanik.

Leben Ludwig Schneider war der Sohn eines Anwalts. Am 5. Februar 1887 heiratete er Elisabeth Halama aus Beuthen. Schneider lebte und wirkte in Kattowitz, Gleiwitz, Oppeln und zuletzt in Breslau. Der Großteil seiner Bauwerke wurde in der Provinz Oberschlesien errichtet. 1910 kaufte er ein Grundstück in Reichenstein, wo er sich 1914 nach seinem Eintritt in den Ruhestand niederließ. Am 29. Dezember 1943 starb er dort und wurde auch auf dem örtlichen Friedhof beigesetzt.Gliwicki Magazyn Kulturalny, Nr. 9, 2013 (Digitalisat)Marcin Dziedzic: Architekt Ludwig Schneider w Złotym Stoku. In: Śląski Kwartalnik Historyczny Sobótka, Nr. 69, 2014.

Arbeitsweise und Stilistik Schneider war ein sehr guter Kenner von Niederschlesien und Oberschlesien, achtete auf die städtebauliche Struktur und die Bedürfnisse der Orte, für welche er eine Kirche entwarf, meist für Katholiken.

Er berücksichtigte die damaligen Zahl der Gläubigen, die Proportionen der Kirchenschiffe im Verhältnis zu den vorhandenen Gebäuden und Straßenabmessungen, die verfügbaren Baumaterialien (Ziegelsteine aus Hartbrand oder Lehm, Klinker, Holz). Seine Entwürfe bezogen auch die Ausgestaltung des Kircheninneren mit ein wie die Anordnung der Altäre und Beichtstühle, die Breite der Abstände zwischen den Kirchenbänken und vieles andere mehr. Dem damaligen Breslauer Bischof Georg Kopp stand Schneider nahe, der dann auch meist die nach seinen Plänen errichteten Gotteshäuser persönlich weihte.

Er hatte sich auch umfassend mit der europäischen Baukunst des Hoch- und Spätmittelalters, insbesondere der Gotik, beschäftigt und bevorzugte für seine Pläne vor allem den neugotischen Stil, seltener den neoromanischen. Nach seinen Entwürfen wurden über 40 Kirchen realisiert, vor allem in Oberschlesien, hauptsächlich im Gebiet der damaligen Regentschaft Oppeln im Bistum Breslau. Darüber hinaus hinterließ er Werke in Mähren, Niederschlesien, Dänemark und sogar im Brandenburgischen am Rand von Berlin (das im Bistum Breslau lag).

Selbst noch im Ruhestand setzte Ludwig Schneider seine Tätigkeit als Architekt vor Ort fort und entwarf zwei Villen in Humel. In die damaligen Feierlichkeiten zum 1000-jährigen Jubiläum des Bergbaus um Hummel brachte er sich aktiv ein und leitete damit verbundene Arbeiten.

Bauten und Entwürfe (Auswahl) mini|Peter-Paul-Kirche in Kamień (Kamin), Piekary Śląskie mini|Ziegel mit dem Namen Schneiders

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