Antipino (, , ) ist ein verlassener Ort im Rajon Neman der russischen Oblast Kaliningrad.

Die Ortsstelle befindet sich vier Kilometer südwestlich von Schilino (Szillen) an der Kommunalstraße 27K-205, die in Bobry (Babillen/Billen etc.) von der aus Schilino kommenden Kommunalstraße 27K-068 abzweigt.

Geschichte Anstippen, zunächst Angstippen genannt, war um 1780 ein meliertes Dorf mit elf Feuerstellen.Johann Friedrich Goldbeck: Volständige Topographie des Königreichs Preussen. Teil I, Königsberg/Leipzig 1785, Volständige Topographie vom Litthauischen Cammer-Departement, S. 4. 1874 wurde die Landgemeinde Anstippen namensgebend für einen neu gebildeten Amtsbezirk im Kreis Ragnit.Rolf Jehke, Amtsbezirk Ansten 1931, nun im Kreis Tilsit-Ragnit, wurde die Landgemeinde Wilkawischken an die Landgemeinde Anstippen angeschlossen. Anstippen wurde 1938 in Ansten umbenannt, der Ortsteil Wilkawischken hieß nun Wildhegen.

1945 kam der Ort in Folge des Zweiten Weltkriegs mit dem nördlichen Ostpreußen zur Sowjetunion. 1950 erhielt das eigentliche Anstippen/Ansten den russischen Namen Antipino und wurde dem Dorfsowjet Schilinski selski Sowet im Rajon Sowetsk zugeordnet.Durch den Указ Президиума Верховного Совета РСФСР от 5 июля 1950 г., № 745/3, «О переименовании населённых пунктов Калининградской области» (Verordnung 745/3 des Präsidiums des Obersten Rats der RSFSR "Über die Umbenennung der Orte der Oblast Kaliningrad" vom 5. Juli 1950) Antipino wurde vor 1988 aus dem Ortsregister gestrichen.In der Административно-территориальное деление Калининградской области 1989 (Die administrativ-territoriale Einteilung der Oblast Kaliningrad 1989 (mit Stand von 1988), herausgegeben vom Sowjet der Oblast Kaliningrad) auf soldat.ru (rar-Datei) taucht der Ort nicht mehr auf.

Einwohnerentwicklung Jahr Einwohner Bemerkungen 1867Die Gemeinden und Gutsbezirke des Preussischen Staates und ihre Bevölkerung nach den Urmaterialien der allgemeinen Volkszählung vom 1. December 1871, Berlin 1874 142 1871 128 1885Gemeindelexikon für das Königreich Preußen, I. Provinz Ostpreußen, Berlin 1888 155 1905Gemeindelexikon für das Königreich Preußen, Heft 1, Provinz Ostpreußen, Berlin 1907 127 davon 22 litauischsprachige 1910 158 1933Amtliches Gemeindeverzeichnis für das Deutsche Reich, Teil I: Altreich und Land Österreich. Herausgegeben vom Statistischen Reichsamt, Vierte Auflage, 1939 200 Einschließlich Wilkawischken 1939 177 Einschließlich Wildhegen (Wilkawischken)

Amtsbezirk Anstippen (Ansten) 1874–1945 Der Amtsbezirk Anstippen wurde 1874 im Kreis Ragnit eingerichtet. Er bestand zunächst aus elf Landgemeinden (LG) und drei Gutsbezirken. Um 1900 kamen aus dem aufgelösten Amtsbezirk Ostwethen weitere fünf Landgemeinden und ein Gutsbezirk hinzu. Seit 1922 gehörte der Amtsbezirk zum Kreis Tilsit-Ragnit.

Name Änderungsnamevon 1938 Russischer Namenach 1945 Bemerkungen Anstippen (LG) Ansten Antipino Bebruwethen (GB) Bebern 1928 zur LG Schattlauken Dejehnen (LG) Dehnen Wischnewoje 1929(?) zur LG Paballen Gerlauken (GB) Fjodorowo gehörte zunächst zum Amtsbezirk Ostwethen, 1928 zur LG Ostwethen Jägerkrug (LG) Majakowskoje Jodszehmen (LG) Schwarzerd Polewoje gehörte zunächst zum Amtsbezirk Ostwethen, 1932 zur LG Stannen (ex Wittgirren-Stannen) Krebschen (LG) Eichbaum Pokrowskoje gehörte zunächst zum Amtsbezirk Ostwethen Ostwethen (LG) Ostfelde (Ostpr.) gehörte zunächst zum Amtsbezirk Ostwethen Paballen (LG) Werfen (Ostpr.) Wischnewoje Pakullen (LG) Fuchshausen Petratschen[Ksp Szillen] (LG) Petersmoor Tuschinskoje Popelken (LG) Bruchfelde Prudowka Rablauken, Forst (GB) 1928 zur LG Uszlauszen im Amtsbezirk Neuhof Schattlauken (LG) Schattenau Prudowka Schwirblienen (LG) Mühlenhöh zunächst Szwirblienen Sziedlauken (GB) Assafjewo 1928 zur LG Abschruten im Amtsbezirk Grünheide im Landkreis Insterburg Uszberszen (LG) Birkenweide Fjodorowo gehörte zunächst zum Amtsbezirk Ostwethen, 1936 bis 1938: Uschberschen Uszelxnen (LG) Erlenbruch Wischnewoje 1936 bis 1938: Uschelxnen Wilkawischken (LG) Wildhegen Kopalewo 1931 zur LG Anstippen Wittgirren-Stannen (LG) Stannen (1932) Schustowo gehörte zunächst zum Amtsbezirk Ostwethen

1935 wurden die Landgemeinden in Gemeinden umbenannt. 1939 wurde der Amtsbezirk in Ansten umbenannt. Im Januar 1945 gehörten ihm noch die 13 Gemeinden Ansten, Birkenweide, Bruchfelde, Eichbaum, Erlenbruch, Fuchshausen, Jägerkrug, Mühlenhöh, Ostfelde (Ostpr.), Petersmoor, Schattenau, Stannen und Werfen (Ostp.) an.

Kirche Anstippen/Ansten gehörte zum evangelischen Kirchspiel Szillen.

Einzelnachweise

Kategorie:Wüstung in der Oblast Kaliningrad