Das Naturschutzgebiet Tongrube bei Altenkirchen liegt in der Gemarkung der Gemeinde Hohenahr im hessischen Lahn-Dill-Kreis. Das 5,81 ha große Areal mit der nationalen Schutzgebietsnummer 1532027 wurde am 9. September 1993 unter Naturschutz gestellt.
Lage Die „Tongrube bei Altenkirchen“ liegt am südwestlichen Ortsrand von Altenkirchen, einem Ortsteil der Gemeinde Hohenahr. Sie wird im Westen und Norden von der Kreisstraße K 60 zwischen Bellersdorf und Altenkirchen begrenzt. Im Osten und Süden vom Naturschutzgebiet verläuft die Landesstraße L 3052 von Bermoll und Altenkirchen. Über den südlichen Rand des Gebietes verläuft eine Hochspannungsleitung, welche das Naturschutzgebiet entsprechend beeinträchtigt. Das Naturschutzgebiet Tongrube bei Altenkirchen ist Bestandteil des Europäischen Vogelschutzgebietes „Wiesentäler um Hohenahr und die Aartalsperre“ (5316-401).
Bedeutung Das Naturschutzgebiet „Tongrube bei Altenkirchen“ ist eine ehemalige Tongrube, in der im Tagebau Ton für die Weiterverarbeitung zu Tonziegeln abgebaut wurde. Das Gebiet besteht aus der mit Süßwasser gefüllten ehemaligen Abbaugrube mit ausgedehnter Verlandungszone, Gehölzen, einzelnen Bäumen und Grünlandbereichen mit Feuchtwiesen. Durch seine kleinteiligen und von der menschlichen Nutzung ausgenommenen Flächen weist das Gebiet ein großes Artenspektrum mit seltenen und stark gefährdeten Arten auf und ist Rastareal für Wasser- und Wattvögel.
Flora und Fauna Im Schutzgebiet sind neben den feuchten und trockenen Grünlandbereichen, Borstgrasrasen und Heidegesellschaften vorhanden, und in den Verlandungszonen des Sees haben sich Röhrichte und Schilfbestände eingestellt. In den äußeren Randbereichen sind Sukzessionsflächen zu extensiv genutzten Wiesenflächen vorhanden, die sich mosaikartig um das Naturschutzgebiet in unterschiedlicher Ausprägung ausdehnen. Blütenreiche Hochstaudenfluren haben sich in diesem Bereich ausgebildet und dienen Insekten- und Schmetterlingsarten als Habitat und Nahrungsquelle.
Flora Im Naturschutzgebiet wurden folgende seltene Pflanzenarten nachgewiesen:
Die Färber-Scharte (Serratula tinctoria), die Traubige Trespe (Bromus racemosus), die Heide-Nelke (Dianthus deltoides) und der Knöllchen-Steinbrech (Saxifraga granulata).
Fauna Die folgenden seltenen Tierarten wurden für das Naturschutzgebiet aufgezeichnet:
Das Braunkehlchen (Saxicola rubetra), der Dunkle Wiesenknopf-Ameisenbläuling (Phengaris nausithous), der Wiesenpieper (Anthus pratensis), der Neuntöter (Lanius collurio), der Raubwürger (Lanius excubitor), die Turteltaube (Streptopelia turtur), der Grünspecht (Picus viridis), die Nördliche Geburtshelferkröte (Alytes obstetricans), die Kleine Pechlibelle (Ischnura pumilio), das Weißbindige Wiesenvögelchen (Coenonympha arcania), die Große Moosjungfer (Leucorrhinia pectoralis), der Schwalbenschwanz (Papilio machaon), die Goldene Acht (Colias hyale) und der Steppengrashüpfer (Chorthippus vagans).
Pflegemaßnahmen In Verbindung mit dem Europäischen Vogelschutzgebiet „Wiesentäler um Hohenahr und die Aartalsperre“ (5316-401) wurde ein Managementplan für das Naturschutzgebiet aufgestellt der eine angepasste ein- bis zweischürige Mahd für die Hochstaudenfluren und Wiesenflächen vorsieht.
Siehe auch Liste der Naturschutzgebiete im Lahn-Dill-Kreis Liste der EU-Vogelschutzgebiete in Hessen
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Einzelnachweise
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