Torfjanoje (, ) ist ein verlassener Ort im Rajon Osjorsk der russischen Oblast Kaliningrad.

Die Ortsstelle befindet sich einen Kilometer nördlich der russisch-polnischen Grenze. Der nächstliegende bewohnte Ort auf russischer Seite ist Plawni (Plawischken/Plauendorf) dreieinhalb Kilometer nordöstlich. Auf polnischer Seite liegt Wiłkajcie (Wilkatschen/Birkendorf) südwestlich unmittelbar an der Grenze. Südlich, von der Grenze geteilt, liegt der vor 1945 sogenannte Schlauger Bruch, in dem Torf gestochen wurde, woraus der russische Ortsname abgeleitet wurde. Bis 1945 gab es zwei Kilometer westlich den Haltepunkt Kuddern/Kudern an der Bahnstrecke Lyck–Insterburg.

Geschichte Schlaugen, früher auch Dittballen genannt, war um 1780 ein königliches Bauerndorf mit sechs Feuerstellen.Johann Friedrich Goldbeck: Volständige Topographie des Königreichs Preussen. Teil I, Königsberg/Leipzig 1785, Volständige Topographie vom Litthauischen Cammer-Departement, S. 143. 1874 wurde die Landgemeinde Schlaugen namensgebend für einen neu gebildeten Amtsbezirk im Kreis Goldap.Rolf Jehke, Amtsbezirk Schlaugen

Im Januar 1945 wurde der Ort von der Roten Armee besetzt. Die neue Polnische Provisorische Regierung ging zunächst davon aus, dass er mit dem gesamten Kreis Goldap unter ihre Verwaltung fallen würde. Im Potsdamer Abkommen (Artikel VI) von August 1945 wurde die neue sowjetisch-polnische Grenze aber unabhängig von den alten Kreisgrenzen anvisiert, wodurch der Ort unter sowjetische Verwaltung kam. Die polnische Umbenennung des Ortes in Dydbały im Oktober 1948Durch die Rozporządzenie Ministrów: Administracji Publicznej i Ziem Odzyskanych z dnia października 1948 r. o przywróceniu i ustaleniu urzędowych nazw miejscowości (Verordnung des Ministeriums für die öffentliche Verwaltung und die wiedergewonnenen Gebiete vom 1. Oktober 1948 über die Wiederherstellung und Bestimmung der offiziellen Ortsnamen) wurde vermutlich nicht mehr wirksam. Im Juli 1950 erhielt der Ort die russische Bezeichnung Torfjanoje und wurde gleichzeitig dem Gawrilowski selski Sowet im Rajon Osjorsk zugeordnet.Durch den Указ Президиума Верховного Совета РСФСР от 5 июля 1950 г., № 745/3, «О переименовании населённых пунктов Калининградской области» (Verordnung 745/3 des Präsidiums des Obersten Rats der RSFSR "Über die Umbenennung der Orte der Oblast Kaliningrad" vom 5. Juli 1950) Torfjanoje wurde vor 1975 aus dem Ortsregister gestrichen.In der Административно-территориальное деление Калининградской области 1975 (Die administrativ-territoriale Einteilung der Oblast Kaliningrad 1975, herausgegeben vom Sowjet der Oblast Kaliningrad) auf soldat.ru (rar-Datei) taucht der Ort nicht mehr auf.

Einwohnerentwicklung Jahr Einwohner 1867Die Gemeinden und Gutsbezirke des Preussischen Staates und ihre Bevölkerung nach den Urmaterialien der allgemeinen Volkszählung vom 1. December 1871, Berlin 1874 410 1871 407 1885Gemeindelexikon für das Königreich Preußen, I. Provinz Ostpreußen, Berlin 1888 323 1905Gemeindelexikon für das Königreich Preußen, Heft 1, Provinz Ostpreußen, Berlin 1907 294 1910 262 1933Amtliches Gemeindeverzeichnis für das Deutsche Reich, Teil I: Altreich und Land Österreich. Herausgegeben vom Statistischen Reichsamt, Vierte Auflage, 1939 223 1939 198

Amtsbezirk Schlaugen 1874–1945 Der Amtsbezirk Schlaugen wurde 1874 im Kreis Goldap eingerichtet. Er bestand zunächst aus elf Landgemeinden.

Name Änderungsnamevon 1938 Russischer Namenach 1945 Bemerkungen Jurgaitschen Kleinau (Ostpr.) Malaja Petrowka Klein Dumbeln Kräuterwiese Maloje Ischewskoje Linkischken Rabeneck (Ostpr.) Swerdlowo Plawischken Plauendorf Plawni Schaltinnen Quellental (Ostpr.) Nowoslawkino Schlaugen Torfjanoje Stonupönen Kaltenbach Schatkowo Stumbern Auersfeld Komaritschi Szeeben Scheeben (1936) Petrowka Wilkatschen Birkendorf (Ostpr.) kam 1897 in den Amtsbezirk Grilskehmen, der Ort heißt heute polnisch Wiłkajcie Zodszen Zoden Porchowo 1936 bis 1938: Zodschen

1935 wurden die Landgemeinden in Gemeinden umbenannt. Im Oktober 1944 umfasste der Amtsbezirk Schlaugen die zehn Gemeinden Auersfeld, Kaltenbach, Kleinau (Ostpr.), Kräuterwiese, Plauendorf, Quellental (Ostpr.), Rabeneck (Ostpr.), Scheeben, Schlaugen und Zoden. Davon ist nur noch das ehemalige Plawischken/Plauendorf bewohnt.

Kirche Schlaugen gehörte zum evangelischen Kirchspiel Gawaiten.

Weblinks D. Lange, Ortsinformationen Bildarchiv Ostpreußen: Schlaugen

Einzelnachweise

Kategorie:Wüstung in der Oblast Kaliningrad