mini|hochkant=1.2|Kirche Güldengossa (2009) Die Kirche Güldengossa ist die evangelisch-lutherische Kirche in Güldengossa, einem Ortsteil der Gemeinde Großpösna im Landkreis Leipzig, südöstlich von Leipzig in Sachsen. Sie steht unter Denkmalschutz.
Geschichte mini|Die Kirche um 1840 Eine Pfarrkirche wird für Güldengossa erstmals um 1540 erwähnt, für frühere Zeit aber zumindest eine Kapelle angenommen. Nach einem Brand von 1636 wurde sie bald wieder aufgebaut. Sie besaß wohl ehemals einen Fachwerkturm über dem Chor.Cornelius Gurlitt, S. 45 Ihre heutige äußere Form erhielt sie in etwa durch den 1721 vom Besitzer des Güldengossaer Rittergutes Johann Ernst Kregel von Sternbach (1652–1731) angeregten und finanzierten Umbau. Kregel von Sternbach sorgte auch für eine barocke Ausstattung des Innenraums durch einen holzgeschnitzten und goldverzierten Altar und eine ebensolche Kanzel.
Durch die Völkerschlacht bei Leipzig 1813 wurde die Kirche stark beschädigt. Altar und Kanzel blieben unversehrt. Sie mussten aber 1893 bei der Rekonstruktion durch den Architekten Theodor Quentin (1851–1905) einer neugotischen Einrichtung weichen.
Die bisher letzte Sanierung der Kirche erfolgte im Jahr 2003, für die der Förderverein „Kirche im Dorf“ Spendengelder sammelte. In den letzten Jahren bedrohen Rissbildungen, möglicherweise durch Absenkung des Grundwasserspiegels, die Stabilität der Kirche.
Architektur Die auf dem Ortsfriedhof stehende Kirche ist ein verputzter Saalbau mit einem eingezogenen Chor mit glattem Abschluss, an welchen sich die Sakristei anschließt. Ihre Länge über alles beträgt etwa 25 Meter und ihre Breite 9 Meter.gemessen mit Google Maps An der Westseite steht ein kleiner Eingangsvorbau. Auf beiden Längsseiten befinden sich zwei hohe und zwei kleinere Korbbogenfenster. Das Langhaus besitzt ein ziegelgedecktes Satteldach, der Chor ein Walmdach.
Der sich an der Westseite aus dem Dach erhebende Turm hat bis zum Dachfirst quadratischen Querschnitt und setzt sich dann als achteckiger Schaft fort. Er endet in einer barocken kupfergedeckten Haube mit Laterne und Turmkugel.
Ausstattung Der Innenraum zeigt die neugotische Ausstattung von 1893. In dem über einige Stufen zu erreichenden Chor steht der schlichte, mit einem Kreuz geschmückte Altar aus französischem Sandstein vom Copitzer Steinmetzen Heinrich Schneider. Sockelzone und Decke des Chors sind in Blau gehalten. Zwischen Sockel und braunem oberen Teil verläuft ein Spruchband. Ambo und Taufbecken sind aus Holz.
Eine dreiseitige Empore umgibt das flachgedeckte Langhaus. In einer Nische steht eine Marmorbüste des ehemaligen Kirchenpatrons Johann Ernst Kregel von Sternbach.
Orgel Die erste Orgel der Kirche war ein Werk aus dem Jahr 1842 vom Leipziger Orgelbauer Johann Gottlob Mende (1787–1850). Das heutige Instrument baute Alfred Schmeisser (1878–1957) aus Rochlitz im Jahr 1927. Es besitzt zwölf Register auf zwei Manualen und Pedal bei folgender Disposition:ORKASA Orgel-Datenbank der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens I Manual C–f3 1. Prinzipal 8′ 2. Gambe 8′ 3. Hohlflöte 8′ 4. Octav 4′ 5. Octav 2′ II Manual C–f3 6. Salicional 8′ 7. Aeoline 8′ 8. Gedackt 8′ 9. Gemshorn 4′ 10. Concertflöte 4′ Pedal C-d1 11. Subbass 16′ 12. Prinzipalbass 8′
Koppeln: Normalkoppeln: II/I, I/P, II/P Superoktavkoppel: II/II Suboktavkoppel: II/II Spielhilfen: Feste Kombinationen (mf, Tutti) Calcant
Kirchgemeinde Güldengossa war die wenigste Zeit eine selbständige Kirchgemeinde. Sie war Filialkirche von Liebertwolkwitz, Lößnig und Störmthal.
Seit dem Jahr 2000 gehört Güldengossa zur Kirchgemeinde Probstheida-Störmthal-Wachau, die sich wegen ihrer vier Kirchen (Immanuelkirche Probstheida, Kirche Güldengossa, Störmthal und Kirchenruine Wachau) auch als Kirchenquartett bezeichnet.
Geistliche Das Verzeichnis pfarrerbuch.de listet für die Güldengossaer Kirche folgende Pfarrer auf: 1601: Valentin Rauschmann 1626: Christoph Hütter 1638: Christoph Garmann 1686: Friedrich Schultze 1687: Friedrich Schultze 1692: Adam Christoph Jacobi 1699: Michael Ranfft 1714: Christian David Seyffert d. Ä. 1739: Johann Peter Hoier 1753: Immanuel Gottlieb Anton 1792: Absalom Friedrich Marx 1795: Johann Christian August Bauer 1811: Carl Wilhelm Goldschad 1815: Wilhelm Friedrich Wlömen 1843: Karl *Hermann Francke 1853: Karl Ernst Otto 1860: Johann August Kreisel 1870: Karl August Hermann Jörschke 1872: Karl Adolf Paul Wille 1884: Johannes Balduin Neumann 1888: Adolf *Max Kröber 1892: Arno Heinig
Literatur
Güldengossa. In: Sachsens Kirchengalerie. Die Inspectionen: Leipzig und Grimma. Leipzig 1844, S. 66/67. (Digitalisat)
Weblinks
Einzelnachweise
Guldengossa Guldengossa Guldengossa Guldengossa Kategorie:Disposition einer Orgel Kategorie:Erbaut in den 1720er Jahren Guldengossa