Tichwino (, ) ist ein verlassener Ort im Rajon Nesterow der russischen Oblast Kaliningrad.
Die Ortsstelle befindet sich vier Kilometer nordwestlich von Tschistyje Prudy (Tollmingkehmen/Tollmingen).
Geschichte Pickeln war um 1780 ein meliertes Dorf mit 13 Feuerstellen.Johann Friedrich Goldbeck: Volständige Topographie des Königreichs Preussen. Teil I, Königsberg/Leipzig 1785, Volständige Topographie vom Litthauischen Cammer-Departement, S. 118. 1874 wurde die Landgemeinde Pickeln dem neu gebildeten Amtsbezirk Waldaukadel im Kreis Goldap zugeordnet.Rolf Jehke, Amtsbezirk Pickeln 1928 wurden der Gutsbezirk Waldaukadel und die beiden Landgemeinden Czerwonnen (s. u.) und Raudohnen (s. u.) an die Landgemeinde Pickeln angeschlossen. Auch der Amtsbezirk Waldaukadel übernahm 1939 den Namen Pickeln.
Im Oktober 1944 wurde der Ort von der Roten Armee besetzt. Er gehörte fortan mit dem nördlichen Ostpreußen zur Sowjetunion. 1950 erhielt Pickeln, allerdings ohne Waldaukadel, das wieder eigenständig den Namen Stepnoje erhielt, den russischen Namen Tichwino und wurde dem Dorfsowjet Tschistoprudenski selski Sowet im Rajon Nesterow zugeordnet.Durch den Указ Президиума Верховного Совета РСФСР от 5 июля 1950 г., № 745/3, «О переименовании населённых пунктов Калининградской области» (Verordnung 745/3 des Präsidiums des Obersten Rats der RSFSR "Über die Umbenennung der Orte der Oblast Kaliningrad" vom 5. Juli 1950) Tichwino wurde vor 1975 aus dem Ortsregister gestrichen.In der Административно-территориальное деление Калининградской области 1975 (Die administrativ-territoriale Einteilung der Oblast Kaliningrad 1975, herausgegeben vom Sowjet der Oblast Kaliningrad) auf soldat.ru (rar-Datei) taucht der Ort nicht mehr auf.
Einwohnerentwicklung Jahr Einwohner Bemerkungen 1867Die Gemeinden und Gutsbezirke des Preussischen Staates und ihre Bevölkerung nach den Urmaterialien der allgemeinen Volkszählung vom 1. December 1871, Berlin 1874 171 1871 168 1885Gemeindelexikon für das Königreich Preußen, I. Provinz Ostpreußen, Berlin 1888 186 1905Gemeindelexikon für das Königreich Preußen, Heft 1, Provinz Ostpreußen, Berlin 1907 134 1910 144 1933Amtliches Gemeindeverzeichnis für das Deutsche Reich, Teil I: Altreich und Land Österreich. Herausgegeben vom Statistischen Reichsamt, Vierte Auflage, 1939 343 Einschließlich Czerwonnen, Raudohnen und Waldaukadel 1939 277
Czerwonnen (Bohndorf)
Czerwonnen war um 1780 ein meliertes Koloniedorf mit sechs Feuerstellen.Johann Friedrich Goldbeck: Volständige Topographie des Königreichs Preussen. Teil I, Königsberg/Leipzig 1785, Volständige Topographie vom Litthauischen Cammer-Departement, S. 25. 1874 wurde die Landgemeinde Czerwonnen dem Amtsbezirk Waldaukadel zugeordnet. Zur Unterscheidung zum ebenfalls im Kreis Goldap gelegenen Czerwonnen, das zum Kirchspiel Goldap gehörte, erhielt dieses Czerwonnen den Beinamen Kirchspiel Tollmingkehmen. 1928 wurde die Landgemeinde Czerwonnen an die Landgemeinde Pickeln (s. o.) angeschlossen. 1938 wurde der Ortsteil in Bohndorf umbenannt. Ob er nach 1945 noch wiederbesiedelt wurde, ist unbekannt.
Einwohnerentwicklung Jahr Einwohner 1867 49 1871 50 1885 48 1905 31 1910 35
Raudohnen (Grasberg)
Raudohnen war um 1780 ein meliertes Dorf mit acht Feuerstellen.Johann Friedrich Goldbeck: Volständige Topographie des Königreichs Preussen. Teil I, Königsberg/Leipzig 1785, Volständige Topographie vom Litthauischen Cammer-Departement, S. 129. 1874 wurde die Landgemeinde Raudohnen dem Amtsbezirk Waldaukadel zugeordnet. 1928 wurde die Landgemeinde Raudohnen an die Landgemeinde Pickeln (s. o.) angeschlossen. 1938 wurde der Ortsteil in Grasberg umbenannt.
Laut Karte war dieser Ortsteil nach 1945 der Siedlungsschwerpunkt von Tichwino.s. http://www.etomesto.ru/map-kaliningrad_gugk/
Einwohnerentwicklung Jahr Einwohner 1867 141 1871 136 1885 116 1905 89 1910 86
Kirche Pickeln und auch die eingemeindeten Orte gehörten zum evangelischen Kirchspiel Tollmingkehmen.
Einzelnachweise
Kategorie:Wüstung in der Oblast Kaliningrad