Die HMS Formidable war ein britischer Flugzeugträger der Illustrious-Klasse, die in den späten 1930er-Jahren für die Royal Navy gebaut wurden. Nach ihrer Fertigstellung Ende 1940 wurde sie kurzzeitig der Home Fleet zugeteilt, bevor sie als Ersatz für ihr beschädigtes Schwesterschiff Illustrious zur Mittelmeerflotte verlegt wurde. Die Flugzeuge der Formidable spielten Anfang 1941 eine Schlüsselrolle in der Schlacht von Kap Matapan. In der Folge gewährten sie alliierten Schiffen Deckung und griffen die Streitkräfte der Achsenmächte an, bis ihr Träger im Mai von deutschen Sturzkampfbombern schwer beschädigt wurde. Anfang 1942 wurde die Formidable der Eastern Fleet im Indischen Ozean zugeteilt, wo sie Mitte 1942 die Invasion Madagaskar begleitete. Die Formidable kehrte nach einer kurzen Überholung nach Hause zurück, bevor sie im November an der Operation Torch, der Invasion in Französisch-Nordafrika, teilnahm. Sie blieb im Mittelmeer und begleitete die Invasion Siziliens und des italienischen Festlandes im Jahr 1943, bevor sie einer längeren Überholung unterzogen wurde. Die Formidable unternahm Mitte 1944 als Teil der Home Fleet mehrere Angriffe auf das deutsche Schlachtschiff Tirpitz in Norwegen. Anschließend wurde sie 1945 der Britischen Pazifikflotte (BPF) zugeteilt, wo sie während der Schlacht um Okinawa eine unterstützende Rolle spielte und später Ziele auf den japanischen Heimatinseln angriff. Nach der Kapitulation Japans wurde das Schiff für die Rückführung befreiter alliierter Kriegsgefangener und Soldaten eingesetzt und beförderte anschließend bis 1946 britisches Personal rund um den Globus. Im folgenden Jahr wurde das Schiff in die Reserve versetzt und 1953 zum Abwracken verkauft.
Geschichte Im Marineprogramm der Royal Navy von 1936 wurde der Bau von zwei Flugzeugträgern genehmigt. Admiral Sir Reginald Henderson, Dritter Seelord und Controller of the Royal Navy, war fest entschlossen, den bisherigen ungepanzerten Entwurf der Ark Royal nicht einfach abzuändern, sondern er war der Ansicht, dass Flugzeugträger ohne eine Art Frühwarnsystem nicht erfolgreich durch ihre eigenen Flugzeuge verteidigt werden könnten. Ohne ein solches System gab es nichts, was landgestützte Flugzeuge daran hindern konnte, sie anzugreifen, insbesondere in begrenzten Gewässern wie der Nordsee und dem Mittelmeer. Das bedeutete, dass das Schiff in der Lage sein musste, auch nach einer Beschädigung einsatzbereit zu bleiben, und dass seine empfindlichen Flugzeuge vollständig vor Schäden geschützt werden mussten. Die einzige Möglichkeit, dies zu erreichen, bestand darin, den Hangar, in dem die Flugzeuge untergebracht werden sollten, vollständig zu panzern, doch da so viel Gewicht so weit oben im Schiff untergebracht werden musste, war aus Stabilitätsgründen nur ein einstöckiger Hangar möglich. Dadurch halbierte sich die Flugzeugkapazität der Illustrious-Klasse im Vergleich zu den älteren, ungepanzerten Flugzeugträgern, wobei das offensive Potenzial gegen die defensive Überlebensfähigkeit eingetauscht wurde.Hobbs 2013: S. 83. Die Formidable wurde im Rahmen des Marineprogramms von 1937 bei Harland & Wolff in Auftrag gegeben.Friedman: British Carrier Aviation. S. 140. Sie wurde am 17. Juni 1937 auf der Werft in Belfast unter der Nummer 1007 auf Kiel gelegt und am 17. August 1939 vom Stapel gelassen. Kurz vor dem Beginn des Stapellaufs brach die hölzerne Halterung des Schiffs zusammen und das Schiff rutschte die Helling hinunter, während sich noch Arbeiter unter dem Schiff befanden. Ein Zuschauer wurde durch umherfliegende Trümmerteile getötet und mindestens 20 weitere wurden verletzt, die Formidable wurde jedoch nicht beschädigt. Aufgrund dieses Vorfalls wurde der Flugzeugträger als „The Ship That Launched Herself“ bezeichnet und am 24. November 1940 in Dienst gestellt.
Nachdem die Fairey-Albacore-Torpedobomber der Geschwader 826 und 829 sowie die Fairey-Fulmar-Aufklärungsjäger des Geschwader 803 an Bord gelandet waren, schloss sich das Schiff am 12. Dezember in Scapa Flow der Home Fleet an. Am 18. Dezember lief sie in Begleitung der Schweren Kreuzer Dorsetshire und Norfolk als Geleitschutz aus, um nach dem deutschen Kreuzer Admiral Scheer zu suchen, der kurz zuvor den Konvoi HX 84 im Nordatlantik angegriffen hatte. Es gelang jedoch nicht, das deutsche Schiff ausfindig zu machen. Vier Tage später wurde das Schiff nach Norden beordert, um die Illustrious im Mittelmeer zu entsetzten, nachdem diese von deutschen Sturzkampfbombern schwer beschädigt worden war. Auf dem Weg dorthin nutzte sie die Gelegenheit, italienische Truppen in Italienisch-Somaliland und in Eritrea anzugreifen. Am 12. Februar versenkten sie das italienische Schiff Moncalieri, wobei zwei Albacore zerstört wurden.Shores: Dust Clouds in the Middle East. S. 112.
Schlacht bei Kap Matapan Einige Wochen später durchquerte sie den kürzlich verminten Suezkanal und erreichte Alexandria am 10. März. Das 829. Geschwader erhielt zu dieser Zeit Fairey-Swordfish-Torpedobomber als Ersatz für seine Verluste. Am 20. März eskortierte die Formidable einen Konvoi nach Malta und schickte auf dem Rückweg nach Alexandria fünf Flugzeuge nach Kreta. Am Morgen des 27. März wurden größere Teile der italienischen Flotte auf dem Weg von Ägypten nach Griechenland gesichtet, woraufhin der Flugzeugträger noch am selben Nachmittag mit einem Verband aus drei Schlachtschiffen, Kreuzern und Zerstörern unter dem Kommando von Admiral Sir Andrew Cunningham auslief, um sie abzufangen. Trotz der Verstärkung durch drei Fulmar des 806. Geschwaders umfasste ihre Kampfgruppe nur 13 Fulmar, zehn Albacore und vier Swordfish.
Am nächsten Morgen entdeckte eine Albacore die Vorhut der italienischen Schiffe. Eine Einsatztruppe von sechs Albacore wurde mit Torpedos beladen, um das italienische Schlachtschiff Vittorio Veneto anzugreifen. Zwei deutsche Junkers-Ju-88-Bomber griffen ein, wurden aber von den begleitenden Fulmar abgewehrt. Der Angriff blieb erfolglos und ein weiterer Angriffsverband aus drei Albacore und zwei Swordfish wurde vorbereitet. Kurz nach deren Start um 12:22 Uhr wurde die Formidable von zwei mit Torpedos bestückten Savoia-Marchetti-SM.79-Bombern erfolglos angegriffen.
Um 14:50 Uhr erhielt das italienische Schlachtschiff einen Torpedotreffer. Der Treffer legte kurzzeitig die Maschinen lahm und verursachte schwere Überflutungen. Ein weiterer Luftangriff von sechs Albacore und zwei Swordfish wurde um 17:30 Uhr gestartet, um das beschädigte Schlachtschiff zu versenken, aber im schwindenden Licht verwechselten sie das Schiff mit dem italienischen Kreuzer Pola. Der Kreuzer wurde von einem Torpedo eines der Flugzeuge getroffen, möglicherweise von einer der beiden Swordfish des 815. Geschwaders aus Maleme auf Kreta, die sich vor dem Angriff den Flugzeugen der Formidable angeschlossen hatten. Durch diesen Fehler konnte die Vittorio Veneto den Hafen von Tarent erreichen.Greene & Massignani: The Naval War in the Mediterranean, 1940–1943. S. 152ff. Eine Albacore wurde von der Vittorio Veneto abgeschossen und zwei weitere mussten notwassern, nachdem ihnen im Laufe des Tages der Treibstoff ausgegangen war.Shores, Cull & Malizia: Air War for Yugoslavia, Greece, and Crete. 150f., S. 153–162. Cunningham setzte jedoch die Verfolgung der italienischen Schiffe bis in die Nacht hinein fort.
Ohne von Cunninghams Verfolgung zu wissen, wurde ein Geschwader aus Kreuzern und Zerstörern zurückbeordert, um die Pola zu schützen. In der Dunkelheit und ohne Radar wurden die italienischen Kreuzer völlig überrumpelt. Die drei Schlachtschiffe sowie die Formidable konnten sich bis auf 3.500 m nähern, woraufhin sie das Feuer eröffneten. Nach nur drei Minuten waren die Fiume und die Zara zerstört. Die Formidable, die sich zwischen der Warspite der Valiant und der Barham befand, erhielt den Befehl, mit ihren 113-mm-Kanonen das Feuer zu eröffnen. Dieser Befehl wurde jedoch kurz darauf widerrufen, als man feststellte, dass sie sich in unmittelbarer Nähe zu feindlichen Überwassereinheiten befand.Ballantyne: S. 123ff.
Als die Formidable am 18. April zusammen mit Mittelmeerflotte aufbrach, um den wichtigsten Nachschubhafen der Achsenmächte in Tripolis zu bombardieren, wurde sie von zwei Savoia-Marchetti SM.79 aus Rhodos angegriffen. Sie wurden von zwei Fulmar abgefangen, die einen der italienischen Bomber so stark beschädigten, dass er auf seinem Stützpunkt bruchlandete. Auch eine Fulmar an Bord der Formidable musste notlanden. Am nächsten Tag schossen Fulmar des 806. Geschwaders einen CANT-Z.1007-Bomber ab, der von Kyrenaika nach Sizilien flog, sowie ein Paar Junkers Ju 52, die Treibstoff nach Nordafrika transportierten. Am Morgen des 21. April warfen die Flugzeuge des Flugzeugträgers Leuchtraketen ab, um den Hafen zu beleuchten, damit er von drei Schlachtschiffen und einem leichten Kreuzer beschossen werden konnte. Auf dem Rückweg konnte auch noch eine Dornier Do 24 abgeschossen werden.Shores, Cull & Malizia: S. 165ff.
Während der Evakuierung der britischen Streitkräfte aus Griechenland leistete die Formidable am 29. April Luftschutz für den Konvoi GA-15. Eine Fulmar des 803. Geschwaders musste am 2. Mai notwassern, bevor der Flugzeugträger am nächsten Tag nach Alexandria zurückkehrte. Am 6. Mai stach sie in See, um den an der Operation Tiger beteiligten Konvois Luftschutz zu geben. Am 8. Mai schossen die Jäger vier deutsche Heinkel-He-111-Bomber ab, wobei eine Fulmar zur Bruchlandung gezwungen wurde. Zwei Albacore und eine Fulmar stürzten im Laufe des Tages aus nicht kampfbedingten Gründen ab. Am nächsten Tag beschädigten zwei Fulmar des 806. Geschwaders eine weitere Ju 88 schwer, die auf ihrem Stützpunkt in Sizilien eine Bruchlandung hinlegte. Viele der Fulmar waren während der Operation außer Gefecht gesetzt worden, so dass die Formidable nicht länger in der Lage war, Luftschutz zu leisten, bis sie repariert waren.Shores, Cull & Malizia: S. 307, S. 314, S. 316f., S. 319.
Am Morgen des 26. Mai lief die Flotte zu einem Angriff auf den Stützpunkt in Karpathos aus. Die Träger konnten jedoch nur 12 Fulmar und 15 Albacore bzw. Swordfish aufbieten. Sechs Albacore und vier Fulmar griffen den Luftwaffenstützpunkt an und zerstörten eine Ju 88 sowie beschädigten zwei weitere. Ebenfalls beschädigt wurden eine italienische Savoia-Marchetti SM.81 und sechs Fiat CR.42 Falco. Bei der Rückfahrt nach Ägypten schossen die Fulmar eine He 111 und zwei Ju 88 ab, wobei eine Fulmar zur Landung an Bord des Flugzeugträgers und eine weitere zur Wasserung gezwungen wurde. Um 13:10 Uhr wurde eine Formation von Junkers Ju 87 des StG 2 gesichtet, die in Kyrenaika stationiert waren. Diese waren auf der Suche nach Versorgungsschiffen, die nach Tobruk unterwegs waren und nicht an Unternehmen Merkur beteiligt waren. Sie trafen die Formidable mit zwei 1.000-Kilogramm-Bomben und sprengten ein Loch in den Bug Zerstörers Nubian.Shores, Cull & Malizia: S. 377ff.
Die Formidable traf am folgenden Tag in Alexandria ein. Sie wurde notdürftig repariert, bevor sie am 24. Juli zu längeren Reparaturen in der Marinewerft von Norfolk in den Vereinigten Staaten aufbrach. Das 829. Geschwader landete mit seinen Albacore an Bord, um während der Reise nach U-Booten Ausschau zu halten. Das Schiff traf am 25. August ein und die Reparaturen wurden Anfang Dezember abgeschlossen. Nach einer mehrtägigen Probefahrt lief sie am 12. Dezember zusammen mit der Illustrious nach Großbritannien aus. In der Nacht vom 15. auf den 16. Dezember kollidierte die Illustrious mit dem Heck der Formidable, aber keines der beiden Schiffe wurde ernsthaft beschädigt. Vom 21. Dezember 1941 bis zum 3. Februar 1942 wurde sie in Belfast repariert und nahm die Albacore der Geschwader 818 und 820 sowie die Grumman Wildcat des 888. Geschwaders an Bord.Sturtivant: S. 238, S. 244, S. 371.
Indischer Ozean