Der 1. FC Bocholt (offiziell: 1. Fußballclub Bocholt 1900 e. V.) ist ein Fußballverein aus Bocholt im westlichen Münsterland. Seit der Saison 2022/23 spielt die erste Mannschaft in der Regionalliga West.

Geschichte Gründungsphase Der Verein wurde am 21. August 1900 unter dem Namen „Bocholter Fußballclub 1900“ gegründet und ein knappes halbes Jahr später in den Rheinisch-Westfälischen Fußballverband aufgenommen. Die elf Gründungsmitglieder wählten August Tangerding zum ersten Vorsitzenden. Sein erstes Wettspiel bestritt der Verein am 25. August 1901. Seit 1904 ist der Klub am Gut Hünting beheimatet, die Platzanlage wurde im Jahr 1920 zu einem der größten Sportgelände am Niederrhein ausgebaut.

1937 schloss sich der Verein mit dem „Ballspielverein 1909 Bocholt“ zusammen und gab sich fortan den Namen „Ballspielverein 1900 Bocholt“. Die erste Mannschaft wurde durch den Zusammenschluss wesentlich gestärkt und konnte 1940 den Aufstieg in die dritthöchste Liga, die Bezirksklasse, feiern. Auch die Nachwuchsarbeit des Vereins war in der damaligen Zeit weit über die Grenzen der Stadt hinaus führend. Ihren größten Erfolg feierte die Bocholter A-Jugend am 1. August 1943, als sie westfälischer Gebietsmeister wurde. Im Endspiel im Reichsbahnstadion von Münster wurde die A-Jugend des SV 07 Neuhaus mit 2:1 in der Verlängerung besiegt. Nach einer Satzungsänderung im Jahr 1946 wurde dann der Name des Vereins in „1. Fußballclub Bocholt“ geändert, der bis heute seine Gültigkeit behalten hat.

Entwicklung in der Nachkriegszeit In der Nachkriegszeit erlebte der 1. FC Bocholt eine sportliche Blütezeit, die am 18. Juni 1950 nach dem 6:1 gegen Rheingold Emmerich durch den Aufstieg in die höchste Amateurklasse, der Landesliga Niederrhein ersten Höhepunkt fand. Der Verbleib in der Verbandsliga war nicht von Dauer. Nach dem Abstieg 1954 scheiterte der Klub 1957/58 in einem Entscheidungsspiel (1:2) um den Wiederaufstieg an den Sportfreunden Katernberg. Ein Jahr später wurde mit einem Punkt Vorsprung vor dem BV Altenessen 06 die Meisterschaft und Rückkehr in die höchste Amateurklasse, die Verbandsliga Niederrhein geschafft. Nach dem erneuten Abstieg 1962 und einem sportlich schwachen Jahrzehnt erreichte der 1. FC Bocholt erst 1970 wieder die Landesliga-Meisterschaft, punktgleich mit dem Stadtrivalen Olympia Bocholt. In einem dramatischen Entscheidungsspiel um den Aufstieg verlor man vor 10.000 Zuschauern mit 3:4 Toren. Erst mit der Meisterschaft 1973/74 gelang dem 1. FC der Wiederaufstieg in die Verbandsliga Niederrhein.

Erste Begegnungen mit dem bezahlten Fußball In der Verbandsligasaison 1975/76 wurde der 1. FC Bocholt Niederrheinmeister, scheiterte jedoch in der Aufstiegsrunde zur 2. Bundesliga am VfL Wolfsburg und dem Bonner SC. Im Jahr 1977 gelang dem Verein zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte der Sprung in den bezahlten Fußball. Zwar hatte der 1. FC Bocholt nur den zweiten Platz der abgelaufenen Saison errungen, profitierte jedoch von der Tatsache, dass der Verbandsligameister, die zweite Mannschaft von Fortuna Düsseldorf, nicht aufsteigen durfte. In der darauffolgenden Saison konnte der Verein nicht den Klassenerhalt in der damaligen 2. Bundesliga Nord sichern, so dass Bocholt in die neu gegründete Oberliga Nordrhein abstieg.

Nach einer weiteren Saison, in der der Wiederaufstieg als Zweitplatzierter nur knapp verfehlt wurde, stieg Bocholt im Jahr 1980 als Meister der Oberliga Nordrhein erneut in die 2. Bundesliga Nord auf. Dort konnte Bocholt im Vergleich zu seiner ersten Zweitligasaison größere Erfolge erzielen und erreichte zum Abschluss den 12. Tabellenplatz. Da jedoch in dieser Saison eine Zusammenlegung der beiden zweiten Ligen zu einer nun eingleisigen 2. Bundesliga beschlossen wurde, reichte dieser Tabellenplatz nicht zum Klassenerhalt und hatte 1981 wieder den Abstieg in die Oberliga Nordrhein zur Folge.

Zwischen 1976 und 1984 konnte sich der 1. FC Bocholt fünfmal für die Hauptrunde des DFB-Pokals qualifizieren. Als beste Resultate erreichte man dabei einmal die 3. Runde (1978/79), einmal das Achtelfinale (1981/82) und einmal das Viertelfinale. Es war die Saison 1983/84, als Bocholt nach Siegen unter anderem über die Stuttgarter Kickers und Eintracht Braunschweig erst im DFB-Pokal-Viertelfinale dem FC Bayern München knapp mit 1:2 Toren unterlag. Die vorerst letzte DFB-Pokal-Teilnahme endete 1993 mit einer 2:3-Niederlage gegen Rot-Weiss Essen.

Der Verein qualifizierte sich zudem dreimal für die deutsche Amateurmeisterschaft und erreichte hierbei sowohl 1980 als auch 1983 das Halbfinale. Im Jahr 1993 wurde man in der Gruppenphase Zweiter hinter den Amateuren von Werder Bremen.

Jüngste Entwicklungen in den Amateurligen In der Oberligasaison 1983/84 erreichte der 1. FC Bocholt letztmals den Meistertitel, scheiterte jedoch in der Aufstiegsrunde zur 2. Fußball-Bundesliga an Blau-Weiß 90 Berlin und FC St. Pauli. Nach weiteren zehn Jahren in der Oberliga Nordrhein mit wechselhaftem Erfolg errang der Verein im Jahr 1993 die Vizemeisterschaft und in dem darauf folgenden Jahr 1994 gelang der Aufstieg in die drittklassige Regionalliga West/Südwest.

Dort konnte sich Bocholt bis 1997 behaupten, stieg dann aber in der Saison 1996/97 wieder in die Oberliga Nordrhein ab. Am letzten Spieltag der Saison 2006/07 rutschte der Verein nach einer 0:2-Niederlage gegen den direkten Abstiegskonkurrenten SV Straelen auf einen Abstiegsrang und spielte in der Saison 2007/08 in der Verbandsliga Niederrhein. Nach einer desaströs verlaufenen Saison stand bereits drei Spieltage vor Saisonende der zweite Abstieg in Folge in die Landesliga Niederrhein fest. In der Saison 2008/09 belegte der Club dort den fünften Tabellenplatz, ein Jahr darauf wurde man Vizemeister. In der folgenden Aufstiegsrunde der Landesliga-Zweiten gelang dem 1. FC Bocholt am 9. Juni 2010 unter Trainer Ralf Bugla die Rückkehr in die Niederrheinliga, indem man sich gegen SC Union Nettetal (1:1) und SSV Sudberg-Wuppertal (3:1) durchsetzte.

Nach zwei Jahren in der Niederrheinliga stieg der Verein am Ende der Spielzeit 2011/12 erneut in die Landesliga ab. Mit Ende der Spielzeit 2013/14 stieg die erste Mannschaft als Meister der Landesliga wieder in die Oberliga Niederrhein auf und wurde dort 2017 und 2019 Dritter.

In der Spielzeit 2019/20 erreichte der 1. FC Bocholt nach der Neuverpflichtung von Jan Winking als Cheftrainer im Niederrheinpokal der Herren das Halbfinale. Dort unterlag der Verein nach einer torlosen regulären Spielzeit im Elfmeterschießen mit 3:4 gegen den 1. FC Kleve. In der Oberliga Niederrhein startete die Mannschaft in der Folgesaison 2020/21 mit einer der stärksten Leistungen in der Vereinsgeschichte in die Liga; aus den ersten zehn Spielen resultierten 28 Punkte, ehe die Saison wegen den Einschränkungen der COVID19-Pandemie bereits zum zweiten Mal abgebrochen wurde.

In der Folgesaison 2021/22 der Oberliga Niederrhein war erstmals wieder ein vollständiger und geregelter Spielbetrieb möglich. Erklärtes Ziel war auch in dieser Saison laut Verein der Aufstieg in die Regionalliga verbunden mit der Meisterschaft. Durch ein 2:2-Remis am 2. Spieltag gegen den 1. FC Kleve liefen die Bocholter dem Konkurrenten SSVg Velbert lange zweitplatziert hinterher. Im Niederrheinpokal erreichte Bocholt das Viertelfinale und schied gegen den Drittligisten MSV Duisburg mit 0:2 aus. In der Aufstiegsrunde der Oberliga sorgten Punktverluste aus Velbert und kontinuierliche Siege der Bocholter dafür, dass am neunten von zehn Spieltagen die Meisterschaft gewonnen wurde. Daraus folgend trat Bocholt in der Saison 2022/23 nach 25-jähriger Abstinenz wieder in der Regionalliga West an.Nach 25 Jahren: 1. FC Bocholt zurück in der Regionalliga – Meister der Oberliga Niederrhein. In: transfermarkt.de, 29. Mai 2022, abgerufen am 30. Mai 2022. Dort trennte man sich nach drei Niederlagen zu Saisonbeginn von Trainer Jan Winking. Als Interimscoach übernahm der sportliche Leiter Marcus John zunächst bis zum Jahresende das Traineramt in einer Doppelrolle. In dieser Zeit gab es in der Liga so viele Punktgewinne, dass der Verein über den Jahreswechsel einen Nichtabstiegsplatz belegen konnte. Unterdessen wurde im Dezember 2022 Sven Schuchardt als neuer Trainer vorgestellt, der die Mannschaft am 1. Januar 2023 übernahm. Nach einem einzigen Pflichtspiel Ende Januar gegen Fortuna Köln, das Bocholt mit 0:1 verlor, trat Schuchardt von seinem Traineramt zurück und John übernahm interimsweise erneut als Trainer bis zum Saisonende.

Für die neue Saison 2023/2024 wurde am 17. April 2023 Dietmar Hirsch als neuer Cheftrainer vorgestellt.

Aktueller Kader 2025/26 Stand: 9. Februar 20261. Mannschaft, 1fcbocholt.de, abgerufen am 9. Februar 2026

Nr. Nat. Spieler Geb.-Dat. seit letzter Verein Tor 1 Lucas Fox 2. Oktober 2000 2023 F91 Düdelingen 12 Haakon Pomorin 24. Mai 2002 2025 SC Velbert 12 Lutz Breuers 9. Dezember 2007 2025 Preußen Münster 34 Paul Grave 10. April 2001 2025 VfL Bochum Abwehr 3 Julian Riedel 10. August 1991 2024 SV Waldhof Mannheim 5 Dawyn-Paul Donner 6. August 2002 2024 SC Paderborn 07 13 Dominik Lanius 28. März 1997 2026 Hansa Rostock 14 Philipp Hanke 4. April 1993 2024 Wuppertaler SV 16 Linus Olthoff 7. Dezember 2007 2025 eigene Jugend 20 Ozan Hot 9. Mai 2005 2026 1. FC Kaiserslautern II 21 Jeff Mensah 11. Dezember 2001 2025 Sportfreunde Lotte 28 Jonas Carls 25. März 1997 2025 SV Sandhausen 29 Ensar Celebi 9. März 2007 2025 KFC Uerdingen 05 37 Paul Seidel 20. April 2006 2026 FC Erzgebirge Aue Mittelfeld 6 Max Jansen 26. Mai 1993 2025 FC 08 Homburg 8 Stipe Batarilo 17. November 1993 2025 SC Fortuna Köln 11 Maximilian Adamski 10. Mai 2002 2024 Fortuna Düsseldorf II 17 Temitope Ajiniran 20. Juli 2007 2025 eigene Jugend 18 Marlon Frey 24. März 1996 2025 TSV 1860 München 23 Isaak Akritidis 10. April 2002 2022 Wuppertaler SV 27 Nazzareno Ciccarelli 25. Oktober 1996 2026 Sportfreunde Lotte 36 Johannes Dörfler 23. August 1996 2024 SC Paderborn 07 Angriff 7 Patrick Kurzen 28. Dezember 1996 2025 SV Rödinghausen 9 Cedric Euschen 7. März 1998 2024 Energie Cottbus 10 Arnold Budimbu 20. Februar 1995 2025 SC Fortuna Köln 17 Aaron Bayakala 19. Februar 2005 2025 1. FC Köln II 25 Marvin Lorch 20. Dezember 1996 2021 VfB Homberg 30 Jesaja Herrmann 8. Februar 2000 2026 RFC Union Luxemburg 33 Thomas Gösweiner 3. März 1995 2024 KSV Hessen Kassel

Trainerteam Stand: 9. Februar 2026 Nat. Name Funktion Trainerstab Guerino Capretti Trainer Gabriele Di Benedetto Co-Trainer Cihan Yılmaz Co-Trainer Sebastian Patzler Torwart-Trainer Burkhard Pryk Athletiktrainer Frank Kirn Teammanager

Ehemalige Spieler

Ehemalige Trainer Eine Übersicht über alle Trainer des Vereins. Amtszeit Trainer 1947–1948 Paul Zielinski – – 1955–1960 Jakob van Burgh 1960–1962 Paul Zielinski – – 1965–1967 Lambert Rondhuis 1967–1970 Friedel Elting 1970–1971 Lambert Rondhuis 1971–1972 Ludwig Bartholot 1972–1974 Günther Werschy 1974–1982 Friedel Elting 1982–1985 Rolf Müller Amtszeit Trainer 1985–1987 Hans Sondermann 1987–1988 Friedhelm Wenzlaff 1991–1996 Franz-Josef Tenhagen 1996–1997 Fritz Bischoff 03.1997–09.1997 Matthias Herget 1997–1999 Franz-Josef Kneuper 2000–2001 Dirk Helmig 2001–2007 Franz-Josef Tenhagen 2007–2008 Werner Wildhagen 2008–2010 Ralf Bugla 2010–2011 Sebastian Eul 01.2012–04.2012 Georg Schmeinck Amtszeit Trainer 05.2012–06.2012 Ivan Alduk 2012–2013 Sascha Brouwer 2013–2020 Manuel Jara 05.2020–08.2022 Jan Winking 08.2022–12.2022 Marcus John 01.2023–02.2023 Sven Schuchardt 02.2023–06.2023 Marcus John 07.2023–06.2024 Dietmar Hirsch 07.2024–09.2024 Björn Mehnert 10.2024–02.2025 Sunay Acar 02.2025–11.2025 Christopher Schorch / Gabriele di Benedetto 12.2025–06.2026 René Lewejohann seit 07.2026 Guerino Capretti

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Einzelnachweise

1 Fc Kategorie:Verein im Fußballverband Niederrhein Kategorie:Tischtennisverein aus Nordrhein-Westfalen #1. FC Bocholt