Serock ( Schirotzken) ist ein Dorf in der polnischen Woiwodschaft Kujawien-Pommern in der Gmina Pruszcz.

Geographische Lage Das Dorf liegt im historischen Westpreußen, etwa 25 Kilometer westsüdwestlich von Schwetz (poln. Świecie) und 35 Kilometer nördlich von Bromberg (Bydgoszcz) an der Bahnstrecke Bydgoszcz – Gdynia.

Geschichte Die Ortschaft wurde 1288 als Sroska erwähntHans Maercker: Geschichte des Schwetzer Kreises 1466–1873. In: Zeitschrift des Westpreußischen Geschichtsvereins, Band 19, Danzig 1888, insbesondere S. 303–304 (Google Books). und hatte später zu Königlich Preußen gehört, bevor das Gebiet 1772 durch die erste polnische Teilung zum Königreich Preußen kam. Im Jahr 1919 gehörte die Landgemeinde Schirotzken zum Kreis Schwetz im Regierungsbezirk Marienwerder der Provinz Westpreußen des Deutschen Reichs. Der Ort war Sitz des Amtsbezirks Schirotzken und hatte einen deutschsprachigen und einen polnischsprachigen Bevölkerungsanteil.

Nach dem Ersten Weltkrieg musste die Region aufgrund der Bestimmungen des Versailler Vertrags 1920 zum Zweck der Einrichtung des Polnischen Korridors an Polen abgetreten werden. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Ortschaft von der deutschen Wehrmacht besetzt. Nach Kriegsende wurden die Dorfbewohner mit deutscher Muttersprache von der polnischen Administration aus Schirotzken vertrieben. mini|hochkant|Dorfkirche, bis 1945 Gotteshaus der evangelischen Gemeinde Schirotzken mini|Die zweite römisch-katholischen Kirche (Aufnahme 2008) Kirche Im Dorf gab es vor 1945 eine evangelische und eine katholische Pfarrkirche.

Massaker von Serock

Am 4. September 1939 war eine Kompanie des Straßenbaubataillons 604 in ein Gefecht verwickelt worden, bei der die kaum an der Waffe ausgebildeten jungen Arbeitsdienstmänner sechs Gefallene verloren.

Bei der Gefangenensammelstelle Serock waren am 5. September nach Schätzung ca. 4000 poln. Gefangene auf offenem Feld zusammengepfercht. Kraftfahrzeuge beleuchteten nachts das gesamte Lager; eine Leichte Panzer-Abwehr-Abteilung hatte ihre Pak-Geschütze auf die Gefangenen gerichtet. Beim nächtlichen Versuch einer Massenflucht wurde das Feuer nicht nur mit Gewehren, sondern vermutlich auch mit den Panzerabwehrkanonen eröffnet. Die Arbeitsdienstmänner erschossen laut Kriegstagebuch der Abteilung IV des II. Armeekorps „84 Gefangene aus Übernervosität“. Am Morgen des 6. Septembers wurden "weit über 100 Tote" polnische Kriegsgefangene zusammen getragen. Geflüchtete polnische Gefangene, die sich in einer Scheune versteckt hatten, wurden "von Wehrmachtsangehörigen mit Handgranaten ausgeräuchert".Jochen Böhler im Ausstellungskatalog <<"GRÖSSTE HÄRTE" - Verbrechen der Wehrmacht in Polen September | Oktober 1939>>, Deutsches Historisches Institut Warschau, August 2005, S. 126, ISBN 3-938400-07-2. Bei einer Zeugenvernehmung Ende der 1960er Jahre konnte nicht geklärt werden, ob es sich tatsächlich um einen massenhaften Fluchtversuch gehandelt hatte.Jochen Böhler: Auftakt zum Vernichtungskrieg. Die Wehrmacht in Polen 1939, Frankfurt am Main 2006, ISBN 978-3-596-16307-6, S. 173–174.

Literatur Schirotzken, Dorf, Kreis Schwetz, Regierungsbezirk Marienwerder, Provinz Westpreußen. In: Meyers Gazetteer, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer historischen Landkarte der Umgebung von Schirotzken (meyersgaz.org).

Weblinks Amtsbezirk Schrotten (Territorial.de)

Einzelnachweise

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