Der Bahnhof Genthin ist eine Betriebsstelle der Bahnstrecke Berlin–Magdeburg in Genthin in Sachsen-Anhalt.
Lage Das denkmalgeschützte Empfangsgebäude befindet sich südlich von Bahnhofstraße und Schwarzem Weg an der Adresse Schwarzer Weg 2.
Geschichte und Architektur Der Bahnhof entstand 1846 mit der Eröffnung der Strecke von Potsdam nach Magdeburg. Etwa zeitgleich entstand der Wasserturm am Bahnhof Genthin.Geschichte Stadt Genthin auf www.touristinfo-genthin.de Die Bahnstrecke Berlin–Magdeburg war ab 1838 errichtet worden.
1899 wurden die Strecken nach Schönhausen und Milow der Genthiner Kleinbahn eröffnet. Sie hatten einen eigenen Kleinbahnhof nördlich des Staatsbahnhofes. 1967 endete der Personenverkehr auf der Strecke nach Milow, 1999 auf der Strecke nach Schönhausen.
Am 22. Dezember 1939 ereignete sich im Bahnhof der Eisenbahnunfall von Genthin. Mit mindestens 186 Toten und 106 Verletzten gilt er als das schwerste Eisenbahnunglück in Deutschland. Vor dem Bahnhof steht ein Denkmal für die Opfer der Katastrophe.
Am 15. Mai 1986 kam es um 2:08 Uhr im Bahnhof Genthin zu einer Flankenfahrt zwischen einem in Richtung Magdeburg aus dem Bahnhof ausfahrenden Güterzug und einem in Richtung Berlin (West) fahrenden Transitgüterzug, der mit Postgut beladen war. Die Lokomotive des Transitgüterzuges verkeilte sich mit mehreren Güterwagen, dabei wurde der Lokomotivführer verletzt. Insgesamt entgleisten 19 Waggons, 14 wurden erheblich beschädigt. Der Sachschaden an den Eisenbahnfahrzeugen wurde auf 3,9 Millionen DDR-Mark geschätzt. Der Transitgüterzug hatte das Halt zeigende Einfahrsignal überfahren, zum Unfallzeitpunkt herrschte Nebel mit Sichtweiten von 30 bis 50 Metern.
Im örtlichen Denkmalverzeichnis wird der Bahnhof unter der Erfassungsnummer 094 86914 als Baudenkmal verzeichnet.Kleine Anfrage und Antwort Olaf Meister (Bündnis 90/Die Grünen), Prof. Dr. Claudia Dalbert (Bündnis 90/Die Grünen), Kultusministerium 19.03.2015 Drucksache 6/3905 (KA 6/8670) Denkmalverzeichnis Sachsen-Anhalt, Seite 2456.
Im März 2023 wurde das Empfangsgebäude von einer Immobiliengesellschaft an einen privaten Einzelbesitzer aus Genthin verkauft.
Fahrgastinformation Die Fahrgastinformation im Bahnhof Genthin fand seit den 1980er Jahren mittels Fallblattanzeiger der Firma Krone Informationssysteme statt. An allen Bahnsteigen befanden sich je zwei Anzeiger mit einer Uhr, die jedoch nicht wie üblich am Anzeiger direkt montiert war, sondern einzeln vom Bahnsteigdach abgehängt.
Die Anzeiger wurden von einem Zentralrechner aus Magdeburg gesteuert. Dieser Zentralrechner steuerte auch die Anzeigen in Brandenburg Hbf, Burg und Potsdam Wildpark.
Im Februar 2022 wurden alle Fallblattanzeiger in den Bahnhöfen Burg und Genthin demontiert. Ihre Aufgabe übernehmen Dynamische Schriftanzeiger. Die Fallblattanzeigen wurden nicht verschrottet, sondern an passionierte Sammler und einen Verein abgegeben.
Verkehrsanbindung Regionalverkehr Linie Linienverlauf Takt (min) EVU HBX Berlin Ostbahnhof – Berlin Hbf – Berlin Zoologischer Garten – Potsdam Hbf – Genthin – Magdeburg Hbf – Halberstadt Hbf – (Flügelung) Goslar / Thale Hbf Fr–Soje ein Zugpaar start RE 1 (Cottbus –) Frankfurt (Oder) – Berliner Stadtbahn – Potsdam Hbf – Brandenburg Hbf – Genthin – Magdeburg Hbf 60 ODEG RB 40 Genthin – Burg (b Magdeburg) – Biederitz – Magdeburg Hbf – Eilsleben – Helmstedt – Braunschweig Hbf einzelne Züge DB Regio Südost Stand: 14. Dezember 2025
Öffentlicher Nahverkehr Am Bahnhofsvorplatz befindet sich der Busbahnhof, von dem der PlusBus des Bahn-Bus-Landesnetz Sachsen-Anhalt, betrieben von der Nahverkehrsgesellschaft Jerichower Land, auf folgender Verbindung verkehrt: Linie 790: Genthin – Scharteucke – Redekin – Jerichow – Fischbeck – Stendal / – Tangermünde
Literatur Berthold Grau: Genthin. In: Oliver Strüber [vorm. Erich Preuß] (Hrsg.): Das große Archiv der deutschen Bahnhöfe (= 76. Ergänzungsausgabe). Verlag GeraMond, München 2008, (1 Bl., 4 S.).
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Kulturdenkmal in Genthin Genthin Kategorie:Erbaut 1846 Kategorie:Bauwerk in Genthin Genth