Curt Timm (* 29. Januar 1926 in Hamburg; † 22. Juli 2015 in Speyer)Nachruf: Curt Timm stirbt im Alter von 89 Jahren – Er war noch voller Tatendrang. In: morgenweb.de. Schwetzinger Zeitung, 27. Juli 2015, abgerufen am 21. Februar 2016. war ein deutscher Schauspieler, Regisseur, Sprecher und Intendant.

Leben Curt Timm, Sohn von Anna Timm und des Ingenieurs Carl Timm, hat an der Schule für Musik und Theater in Hamburg eine Ausbildung als Schauspieler und als Regisseur für Schauspiel und Oper absolviert. Nach diversen Engagements als Schauspieler, Regieassistent und Dramaturg wurde er Chefdramaturg und Oberspielleiter des Stralsunder Theaters. Ab 1953 war er dort Intendant. Parallel dazu wirkte er als Dozent an der Staatlichen Schauspielschule für dramatischen Unterricht und Sprechtechnik.

Anfang der 1960er-Jahre lebte er in Hamburg, wo er als Schauspieler am Thalia-Theater bei Willy Maertens und als Regisseur am Künstlertheater Engagements hatte. 1967 übernahm er kurzzeitig das „Intime Theater“, das der Baden-Badener Großkaufmann und Theaterunternehmer Heinz Mehnert kurz zuvor in den Kellerräumlichkeiten des theaters 53 eröffnet hatte. Als Regisseur beim Norddeutschen Rundfunk und bei Radio Bremen produzierte er mehr als 60 Hörspiele, zudem Features für den Rundfunk. Timm hatte Ende der 1960er Jahre auch einige Rollen bei Europa.

Von 1974 bis 1986 war er Intendant des Theaters Niederdeutsche Bühne Flensburg.

Neben seinen vielen Bühnenrollen konnte man ihn immer mal wieder auch im Fernsehen entdecken, wo er in verschiedenen Serien wie Tatort oder Bella Block mitwirkte.

Seit 1986 war Timm verstärkt als Rezitator in Deutschland, Österreich und der Schweiz tätig. Mit seiner CD-Reihe Spuren des Wortes trug er zu einer neuen Auseinandersetzung mit der Bibel bei. Jedes biblische Thema wird in Dialog zu seiner literarischen Aufarbeitung gesetzt. Musikalische Interpretationen runden den jeweiligen Themenkomplex ab. Bisher sind erschienen: Die Schöpfung mit Martin Bruchwitz an der Orgel Das Paradies mit Matthias Janz an der Orgel

Im Jahr 2007 arbeitete Timm als Rezitator an Klaus Störtebeker, basierend auf dem Roman von Wilhelm Lobsien. 2008 sprach er das Hörbuch zu dem Roman Der Fall von Paris von Gerdt Fehrle. Curt Timm war evangelisch und ab 1950 verheiratet mit Marga Timm, geborener Dingler. Im März 2014 zog er sich aus dem Berufsleben zurück. Am 22. Juli 2015 starb er im Alter von 89 Jahren in Speyer am Rhein, wo er seit 2008 lebte.

Inszenierungen „Babel“ von Günther Weißenborn, deutsche Erstaufführung des Schauspiels „Vorstadtlegende“ von dem tschechischen Dichter Vraszek „Don Giovanni“ mit Staatskapellmeister Hans Löwlein von der Staatsoper Berlin, Vlasta Urbanova vom Nationaltheater Prag und Manfred Schmidt von der Staatsoper Berlin Urfassung des „Jedermann“ von Hans Stricker (1584) zur 700-Jahr-Feier der Stadt Flensburg in der Marienkirche; musikalische Leitung Matthias Janz „Thomas Chatterton“ von Hans Henny Jahnn (erste Inszenierung nach der Uraufführung der Gründgens-Inszenierung)

Filmografie (Auswahl) 1964: Das Kriminalgericht – Der Fall Nebe 1965: Das Feuerzeichen (Fernsehfilm) 1965: 1939 – Ein Tag – Bericht aus einem deutschen Konzentrationslager 1967: Dreizehn Briefe – Bergromane sind gesünder 1969: Ida Rogalski 1969: Percy Stuart 1970: Perrak 1971: Fluchtweg St. Pauli – Großalarm für die Davidswache 1972: Mit dem Strom 1974: Zwischen den Flügen – Die Drohung 1974: Hamburg Transit – Ein dankbares Opfer 1975: Motiv Liebe – Anonym 1975: Hoftheater (div. Folgen als Gastwirt Gatow) 1978: Tatort – Himmelfahrt 1982: Mein Sohn, der Minister 1998: Ufos über Waterlow

Hörspiele Als Regisseur 1961: Haal över – Autorin: Irmgard Seidel 1962: Een ward fehlen – Autor: Walter Köster 1962: De Deenstplan – Autor: Karl Hermann Cordt 1963: Gegen de Vörschrift – Autor: Karl Hermann Cordt 1964: Schalterdeenst – Autor: Karl Hermann Cordt 1965: De gröne Muskant (auch als Sprecher) – Autor: Walter Volbehr 1965: Cilli Cohrs – Autor: Gorch Fock 1965: Sössunsösstig – Autor: Heinrich Dieckelmann 1966: Dat Sympathiemiddel – Autor: Max Dreyer 1966: De swarte Hahn – Autor: Herbert Bellmer 1966: Palmarum Sössteihn (auch als Sprecher) – Autor: Hein Bredendiek 1966: De Wegg torügg (auch als Sprecher) – Autor: Friedrich Hans Schaefer 1967: De Termin – Autor: Hans Heitmann 1967: De mit dat Teken (auch als Sprecher) – Autor: Friedrich Hans Schaefer 1967: Dat weer de Nachtigall, de sung – Autor: Paul Jessen 1968: De Narr (auch als Sprecher) – Autor: Friedrich Hans Schaefer 1968: De Windbütel (auch als Sprecher) – Autor: Charles Haugbøll 1968: Vergeten will Kriemhilde nich – Autor: Dieter Bellmann 1969: Anstahn – Autor: Karl Heinz Köhn 1969: Mit frömde Papiern (auch als Sprecher) – Autor: Friedrich Hans Schaefer 1969: Aflopen Water – Autor: Karl Bruno Wehner 1969: Hans Nüms – Autor: Friedrich Hans Schaefer 1970: Storm üm't Hus – Autor: Siegfried Bokelmann 1970: De Weltünnergang – Autor: Rudolf Heyer 1971: Dat stahlen Glück – Autor: Hans Bunje 1972: Op de Ledder – Autor: Friedrich Hans Schaefer 1972: Verlorn Drööm – Autor. Friedrich Hans Schaefer 1975: Na' söss Joahr – Autor: Reinhard Reinke 1977: Johanninacht – Autor: Konrad Hansen 1977: Bloss eenmol in't Joahr – Autor: Reinhard Reinke 1977: Mank Möhlsteen – Autorin: Hilda Kühl 1978: De holsteensche Faust – Autor: Friedrich Hans Schaefer 1979: Söben Tügen – Autor: Wolfgang Altendorf

Nur als Sprecher 1960: Ausnahmezustand – Regie: Fritz Schröder-Jahn 1960: De verloren Söhn – Regie: Hans Tügel 1960: Ein ruhiges Haus – Regie: Fritz Schröder-Jahn 1961: Hotel zur ewigen Ruhe (aus der Reihe: Die Jagd nach dem Täter) – Regie: S. O. Wagner 1961: Wo ist der Tote (aus der Reihe: Die Jagd nach dem Täter) – Regie: S. O. Wagner 1961: Salto mortale – Regie: Fritz Schröder-Jahn 1962: Michael Kohlhaas – Regie: Kraft-Alexander 1962: Der Sog – Regie: Fritz Schröder-Jahn 1964: Dag und Nacht – Regie: Nicht angegeben 1967: Klavier im Fluß – Regie: Gert Westphal 1968: To laat – Regie: Heinz Lanker

Hörbücher Spuren des Wortes. Die Schöpfung. Die Bibel und Literatur im Dialog. Audio-CD, ISBN 3-87503-117-2. Spuren des Wortes. Das Paradies. Die Bibel und Literatur im Dialog. Audio-CD

Literatur

Weblinks

Hörspiel: europa-vinyl.de Hörspiel: hoerspielwelten.de

Einzelnachweise

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