Pieragen (1938–1945: Nicklashagen, ) ist ein verlassener Ort im Rajon Krasnosnamensk der russischen Oblast Kaliningrad.

Die Ortsstelle befindet sich in einem heute weithin unbewohnten Gebiet inmitten eines Truppenübungsplatzes an dem kleinen Fluss Litowka (dt. Warup, 1938–1945: Siegwasser) unweit südlich der Regionalstraße 27A-012 (ex R509), die in das sechs Kilometer östlich gelegene unbewohnte Kutusowo – ehemals die Stadt Schirwindt – führt. Sieben Kilometer südwestlich liegt der heutige Kasernenort Tretjakowo (Sodargen).

Geschichte mini|Die Gemeinde Pieragen auf einem Messtischblatt von 1937 Der Ort wurde 1625 erwähnt und zunächst mit Pieraggen bezeichnet. Im 18. Jahrhundert war er ein meliertes Dorf.Johann Friedrich Goldbeck: Volständige Topographie des Königreichs Preussen. Teil I, Königsberg/Leipzig 1785, Volständige Topographie vom Litthauischen Cammer-Departement, S. 118. Die 1856 fertiggestellte Chaussee von der Kreisstadt Pillkallen nach Schirwindt führte unmittelbar am Ort vorbei. Während des 19. Jahrhunderts war zeitweise auch die Schreibweise Pyraggen üblich.Die Gemeinden und Gutsbezirke des Preussischen Staates und ihre Bevölkerung nach den Urmaterialien der allgemeinen Volkszählung vom 1. December 1871, Berlin 1874 1874 wurde die Landgemeinde Pieraggen Namensträger eines neu gebildeten Amtsbezirks im Kreis Pillkallen.Rolf Jehke, Amtsbezirk Nicklashagen Um 1900 wurde die Schreibweise Pieragen üblich, die 1933 auch amtlich festgestellt wurde. 1938 wurde Pieragen in Nicklashagen umbenannt.

1945 kam der Ort in Folge des Zweiten Weltkrieges mit dem nördlichen Ostpreußen zur Sowjetunion. Einen russischen Namen bekam er nicht mehr.

Einwohnerentwicklung Jahr Einwohner 1867 197 1871 189 1885Gemeindelexikon für das Königreich Preußen, I. Provinz Ostpreußen, Berlin 1888 192 1905Gemeindelexikon für das Königreich Preußen, Heft 1, Provinz Ostpreußen, Berlin 1907 153 1910 182 1933Amtliches Gemeindeverzeichnis für das Deutsche Reich, Teil I: Altreich und Land Österreich. Herausgegeben vom Statistischen Reichsamt, Vierte Auflage, 1939 137 1939 157

Amtsbezirk Pierag(g)en (Nicklashagen) 1874–1945 Der Amtsbezirk Pieraggen, später Pieragen, wurde 1874 im Kreis Pillkallen eingerichtet. Er bestand zunächst aus 14 Landgemeinden (LG) und drei Gutsbezirken (GB).

Name Änderungsnamevon 1938 Bemerkungen Baragehlen (GB) 1928 zur LG Hauptmannsdorf (ex Kaptainischken) Barsden (LG) Daynen (LG) Deinen Groß Kubillehnen (LG) seit etwa 1900 im Amtsbezirk Warningken, 1928 zur LG Schillingen Jodzuhnen (LG) Jodungen 1936 bis 1938: Jodschuhnen Kaptainischken (LG) Hauptmannsdorf (1928) Kaunohnen (LG) Marderfelde Kermuschienen (LG) Ladmannsfelde Kischen[Ksp Schirwindt] (LG) Zweihuben Klein Kubillehnen (GB) 1928 mit der LG Groß Kubillehnen aus dem Amtsbezirk Warningken und dem GB Schillingen zur LG Schillingen zusammengeschlossen Petzingken[Ksp Schirwindt] (LG) Petzingen später Ksp Groß Warningken Pieragen (LG) Nicklashagen zunächst Pieraggen Schillingen (GB) 1928 mit der LG Groß Kubillehnen aus dem Amtsbezirk Warningken und dem GB Klein Kubillehnen zur LG Schillingen zusammengeschlossen Szimkuhnen (LG) Schwarzenberge 1936 bis 1938: Schimkuhnen Urbantatschen (LG) Urbanshöhe Wöszupchen (LG) Auengrund 1936 bis 1938: Wöschupchen Wöszupöhlen (LG) Wöschen 1936 bis 1938: Wöschupöhlen

1935 wurden die Landgemeinden in Gemeinden umbenannt. 1938 oder 1939 wurde der Amtsbezirk in Nicklashagen umbenannt. Im Oktober 1944 umfasste der Amtsbezirk Nicklashagen die 14 Gemeinden Auengrund, Barsden, Deinen, Hauptmannsdorf, Jodungen, Ladmannsfelde, Marderfelde, Nicklashagen, Petzingen, Schillingen, Schwarzenberge, Urbanshöhe, Wöschen und Zweihuben. Die ehemaligen Gemeinden sind alle verlassen.

Schule Pieragen/Nicklashagen war Schulort.

Kirche Pieragen/Nicklashagen gehörte zum evangelischen Kirchspiel Schirwindt. Für den geringen katholischen Bevölkerungsanteil (1905 waren es elf, davon zehn litauischsprachige) war die katholische Kirche in Bilderweitschen zuständig.

Weblinks Dietrich Lange, Geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005): Nicklashagen

Einzelnachweise

Kategorie:Wüstung im Rajon Krasnosnamensk