Sterne im Euro-NCAP-Crashtest 105px Die Baureihe E60 bezeichnet die fünfte Generation der 5er-Reihe des Automobilherstellers BMW. Der Kombi „Touring“ wird intern als E61 bezeichnet.
Die Baureihe wurde im Juli 2003 als Nachfolger des E39 vorgestellt. Mit dem E60 wurde das Bedienkonzept iDrive im 5er eingeführt, das sich auch in anderen Baureihen des Herstellers findet. Das Fahrzeug wird der oberen Mittelklasse zugeordnet. Meistverkauftes Modell des E60 ist der 530d. Produziert wurde der E60 im BMW-Werk Dingolfing, im ägyptischen Werk der Bavarian Auto Group, welches sich in der Stadt des 6. Oktober befindet, sowie in der Volksrepublik China von der BMW Brilliance Automotive in der Stadt Shenyang.
Im Frühjahr 2010 wurde die Limousine E60 durch das Nachfolgemodell F10 abgelöst, während der Touring E61 nach 277.588 Exemplarenbimmertoday.de vom 4. Juli 2017, abgerufen am 1. Juni 2019. im Herbst 2010 durch den F11 ersetzt wurde.
Modellgeschichte Allgemeines Die zur Präsentation der Modellreihe verfügbare Limousine trägt die Baureihenbezeichnung E60, während das ab April 2004 gebaute Kombimodell Touring als E61 bezeichnet wird. Das unter Führung von Chris Bangleauto-motor-und-sport.de, BMW E60: Chris Bangle "Cars are art, cars are what we are", abgerufen am 1. Juni 2019. von Davide Arcangeli gezeichnete Fahrzeugbmwblog.com vom 9. November 2014, E60 BMW 5 Series Design – Ahead of its time? (englisch), abgerufen am 1. Juni 2019. verzichtete auf ein Heck, wie das des 7er der Baureihe E65 mit deutlich aufgesetzter Heckklappe („Bangle-Heck“), welches auf starke Kritik gestoßen war und wartete auch mit gefälligeren Scheinwerfern auf als beim 7er.
Aufgrund der großen Nachfrage und den besonderen Anforderungen wurde für den chinesischen Markt eine Langversion des E60 entwickelt und in den Varianten 523Li, BMW 525Li und BMW 530Li eingeführt. Im 525Li und 530Li gibt es eine neugestaltete hintere Konsole, zu der ein Entertainment-System mit DVD-Player und zwei 8-Zoll-Bildschirmen in den Kopfstützen der Vordersitze gehören, sowie hintere Luftausströmer über dem Kardantunnel. Durch die Verlängerung des Achsabstandes um 140 Millimeter ist die Beinfreiheit im Fond zwischen B- und C-Säule größer.
Ab Anfang 2005 war der M5 mit einem 5,0-l-V10-Motor als Limousine erhältlich. Dessen Kombiversion wurde mit der im Frühjahr 2007 erfolgten Überarbeitung eingeführt. Allradantrieb (mit der Bezeichnung xi bzw. xd; seit September 2008 i xDrive bzw. d xDrive) war in beiden Karosserieversionen lieferbar.
Karosserie und Fahrwerk mini|Schnitt des oberen vorderen Bereichs eines E60,Deutsches Technikmuseum Berlin Eine Besonderheit des E60 ist der gewichtsreduzierte Aluminium-Vorderwagen (GRAV). Wie seinerzeit beim Porsche 928 wurde hier der Vorderwagen aus Aluminium gefertigt, während die Fahrgastzelle und der Hinterwagen aus Stahl bestehen. Durch die Gewichtseinsparung im vorderen Fahrzeugteil wird eine Achslastverteilung von 50 : 50 erreicht.
Beide Achsen sind in Aluminiumbauweise ausgeführt. Vorn hat der E60 eine Doppelgelenk-Zugstreben-Federbeinachse, hinten eine Mehrlenkerachse. Das Fahrzeug hat eine Zahnstangenlenkung.press.bmwgroup.com, Pressemappe Mai 2003, Die neue BMW 5er Limousine, (Word.doc, 1,9 MB)
Sicherheit Alle BMW E60 haben neben ABS (mit Bremsassistent und Cornering Brake Control) Gurtstraffer, ein ESP mit Antriebsschlupfregelung (bei BMW Dynamische Stabilitäts-Control, abschaltbar, DSC bzw. Dynamische Traktions-Control, DTC genannt). Eine Reifen-Pannen-Anzeige (RPA) erkennt anhand von Drehzahlunterschieden der Räder Veränderungen im Luftdruck eines oder mehrerer Reifen und warnt den Fahrer mit einer Leuchte. Weiter hat der E60 insgesamt sechs Airbags (Fahrer/Beifahrer, zwei Seitenairbags und durchgehende Kopfairbags). Mit der Modellpflege im Jahr 2007 waren auch Seitenairbags für die Fondpassagiere erhältlich, seit Herbst desselben Jahres gehörten crashaktive Kopfstützen zur Serienausstattung. (PDF; 53 kB), abgerufen am 1. Juni 2019. Beim Euro-NCAP-Crashtest im Jahr 2004 erhielt er bei der Beurteilung der Insassensicherheit vier Sterne (29 Punkte) und bei der Kindersicherheit vier Sterne von fünf möglichen (42 Punkte). Die Fußgängersicherheit wurde mit zwei Punkten und einem von vier möglichen Sternen eingestuft.
Nachdem eine schwedische Autozeitung die Sicherheit eines vollbeladenen 523i bemängelte, der beim Elchtest gefährliches Ausbrechen aufwies,kfz-betrieb.vogel.de vom 26. Oktober 2005, Schlechtes Elchtest-Ergebnis für BMW, abgerufen am 15. Mai 2021. wurde die Redaktion nach München auf das Testgelände eingeladen. Dort machte man dann gemeinsam einen Elch- und Spurwechseltest. Das gefährliche Ausbrechen begründete BMW damit, dass das ESP einen leichten Heckschwenk zulasse und erst dann eingreife.auto-treff.com/forum Tec Lounge, zweiter Beitrag vom 22. Oktober 2005, Elchtest vs. BMW, abgerufen am 15. Mai 2021.
Lichttechnik Der BMW E60 hat optional adaptives Bremslicht und adaptives Kurvenlicht. Ab Frühjahr 2007 gab es zusätzlich Tagfahrlicht über Coronaringe und ab Herbst 2007 Abbiegelicht sowie Rückleuchten in LED-Technik. Der aufpreispflichtige Fernlichtassistent schaltet das Fernlicht automatisch ein oder aus und beugt so einer Blendung des Gegenverkehrs vor. Ab März 2005 wurde bei den Xenon-Scheinwerfer von D2S auf D1S umgerüstet, auch das Vorschaltgerät für den Xenonbrenner wurde geändert.
Fahrassistenzsysteme mini|HUD eines E60 Ein Head-Up-Display (HUD) projiziert Informationen an die Windschutzscheibe, so dass der Fahrer zum Ablesen der Geschwindigkeit oder der Route nicht mehr den Blick von der Straße abwenden muss.
Als Sonderausstattung war auch BMW NightVision (Nachtsicht-Assistent) erhältlich. Anders als in der Mercedes-Benz S-Klasse (dort wird ein Nahinfrarotsystem von Bosch mit aktiver Infrarotbeleuchtung eingesetzt), setzt BMW auf passive Wärmebildtechnik. Wärmestrahlung von Objekten und Personen wird von einer Kamera in der Frontschürze aufgenommen und im Display des iDrive dargestellt.
Ab 70 km/h warnt dieses System per Vibration im Lenkrad vor einem drohenden Verlassen der Fahrspur. Dabei erkennt eine Kamera im Innenspiegel vorhandene und gut sichtbare Fahrbahnmarkierungen. Wird eine Fahrstreifenmarkierung erkannt, signalisiert das System die Warnbereitschaft. Über eine Lenkradtaste kann das System ein- oder ausgeschaltet werden. Die jeweils zuletzt gewählte Einstellung bleibt für die nächste Fahrt gespeichert. In Baustellensituationen mit teilweise uneindeutigem Markierungsverlauf schaltet sich das System automatisch inaktiv, um sich danach automatisch wieder zu aktivieren.
Unterhaltung Für den E60 gibt es verschiedene Entertainmentmöglichkeiten, zum Beispiel das Navigationssystem Professional mit einem 8,8-Zoll-Bildschirm sowie ein DVD-Laufwerk. Auch ein DAB-Tuner für Digitalradioempfang sowie ein DVB-T-Tuner für Fernsehempfang ist erhältlich. Das Audiosignal kann über das optionale LOGIC7-Soundsystem von harman/kardon mit 13 Lautsprechern inklusive zwei Subwoofern unter den Frontsitzen wiedergegeben werden; es ermöglicht eine verzerrungsfreie Wiedergabe bis zu 110 db(A). Das System nutzt eine 360°-Klangbühne und unterstützt auch MP3 mit ID3-Tags. Zum Verstärker (neun Kanäle, 420 Watt) erfolgt die Signalübertragung über eine MOST-Bus-Schnittstelle. Darüber hinaus gibt es nun auch das Soundsystem Individual mit 16 Lautsprechern und 825 Watt Leistung.
Behördenfahrzeuge Polizei / Bundespolizei Wie bereits das Vorgängermodell E39 wurde auch der E60/E61 werkseitg in einer Behördenversion (werksintern "Einsatzfahrzeug offen") angeboten und in größeren Stückzahlen von der deutschen Polizei (u. a. Polizei Bayern, Polizei Berlin) und der Bundespolizei als Streifenwagen beschafft. Zum Großteil handelte es sich dabei um die Modelle 525d oder 520d. Diese E60/E61 Streifenwagen wurden ab Werk im Farbton "titansilber metallic" und je nach Behörde mit grüner oder blauer Folierung ausgeliefert. Die Behördenversion beinhaltete eine Sondersignalanlage vom Typ Hella RTK-6, eine erweiterte Energieversorgung (leistungsstärkere Lichtmaschine, Zusatzbatterie, zusätzliche 12V Steckdosen), die Vorbereitung für das Behörden Funksystem, ein massives Kofferraumtrenngitter sowie diverse Halterungen für die Polizeiausrüstung. Die Bereitschaftspolizei beschaffte zudem deutschlandweit eine Flotte von 520d Tourings als bundeseinheitliche Führungsfahrzeuge.
Motorisierungen Ab September 2005 bot die BMW Group Großkunden Flottenmodelle BMW 520d und 525d an. Dem Serienfahrzeug in Technik und Ausstattung gleich, beinhalteten sie als Edition Fleet geänderte Motorvarianten. Statt 120 kW (163 PS) bzw. 130 kW (177 PS) leistete das Flotten-Modell nur noch 110 kW (150 PS) bzw. 120 kW (163 PS). Bei diesen Modellen handelte es sich jeweils um den identischen Motor wie in der Standardvariante. Die Leistungsreduktion wird lediglich durch eine Änderung bestimmter Parameter in der Software des Motorsteuergerätes (Bosch EDC16) bewirkt.
Ab September 2008 wurde diese Edition Fleet auch für Privatkäufer als Special Edition angeboten.
Ottomotoren