Die 3er-Reihe von BMW (intern: E90 – Limousine, E91 – Kombi, E92 – Coupé, E93 – Cabrio) bediente das Mittelklassesegment von 2005 bis 2013 und ist der Nachfolger der Baureihe E46.
Modellgeschichte Allgemeines Sie wurde im Frühjahr 2005 als Nachfolger der Baureihe E46 auf dem Genfer Auto-Salon vorgestellt. Das Design entstand unter der Führung von Chris Bangle, (englisch). der Entwurf kam von Joji Nagashima.
Als erstes Modell der Baureihe kam am 5. März 2005 die Limousine (E90) auf den Markt. Im September 2005 wurde die bei BMW Touring genannte Kombi-Version (E91) eingeführt. Das 3er-Coupé (E92) erschien im Juli 2006 und das Cabrio (E93) folgte im März 2007. Während die beiden Letzteren vier Sitze boten, wurden Limousine und Touring als Fünfsitzer gebaut.
Der M3 mit neukonstruiertem V8-Motor erschien im Herbst 2007 zunächst nur als Coupé. Im Frühjahr 2008 wurde die M3-Palette durch das viertürige Stufenheck erweitert und anschließend durch das Cabrio komplettiert.
Im September 2008 erschienen überarbeitete Versionen von Limousine und Touring, ein Facelift für Coupé und Cabrio folgte im März 2010.
Unter dem Dach der 3er-Reihe rangierte auch das Sport Utility Vehicle (SUV) X3.
Wesentliche Unterschiede zum Vorgänger 316i: Das Basismodell mit 1,6-Liter-Vierzylinder-Motor wurde nur noch in den Niederlanden, Skandinavien, Österreich, der Schweiz, Russland, Ungarn, Portugal, Griechenland und in der Türkei angeboten. 320i: Wurde mit 2,0-l-Vierzylindermotor, erst N46, dann N43 angeboten; vorher war es ein Sechszylindermotor mit 2,0 bzw. 2,2 Liter Hubraum. 320si: Neues Homologationsmodell für das von BMW eingesetzte Fahrzeug bei der Tourenwagen-Weltmeisterschaft. Allerdings war es auf 2600 Exemplare limitiert. 335i: 3,0-L Motor mit doppelter Abgasturboaufladung, der die Lücke zum M3 schloss. 325d: Neue Leistungsstufe vom 3,0-Liter Dieselmotor zwischen 320d und 330d. 335d: Höchste Leistungsstufe vom 3,0-Liter Dieselmotor mit zwei Turboladern (Registeraufladung). 325xi, 330xi, 335xi, 320xd und 330xd: Modelle mit Allradantrieb (BMW-Bezeichnung xDrive).
Das BMW-typische auf den Fahrer gerichtete Cockpit wurde durch ein gerades Armaturenbrett ersetzt.
Zur Bedienung von Navi, Klimaanlage und HiFi-System diente erstmals in der 3er-Reihe ein iDrive-System.
Das Coupé unterschied sich optisch stärker von der Limousine als beim Vorgänger E46. Die seitlichen Fensterflächen waren deutlich kleiner als bei der Limousine, die Form der Frontscheinwerfer unterschied sich stark, die Rückleuchten wiesen die BMW-typische L-förmige Gestaltung auf und waren breiter als die des Viertürers.
Produktionszeiträume Limousine (E90): Januar 2005 bis September 2008 Limousine (E90 LCI): September 2008 bis Oktober 2011 Touring (E91): September 2005 bis September 2008 Touring (E91 LCI): September 2008 bis Juni 2012 Coupé (E92): Juni 2006 bis März 2010 Coupé (E92 LCI): März 2010 bis Juli 2013 Cabrio (E93): Januar 2007 bis März 2010 Cabrio (E93 LCI): März 2010 bis Oktober 2013 M3 Limousine (E90): März 2008 bis September 2008 M3 Limousine (E90 LCI): September 2008 bis Oktober 2011 M3 Coupé (E92): September 2007 bis März 2010 M3 Coupé (E92 LCI): März 2010 bis Juli 2013 M3 Cabrio (E93): Mai 2008 bis März 2010 M3 Cabrio (E93 LCI): März 2010 bis September 2013
Produktionszahlen Jahr Gesamt Limousine Touring Coupé Cabriolet 2005 256.981 229.932 27.049 — — 2006 463.820 336.232 105.483 22.105 — 2007 555.135 310.194 102.399 89.572 52.970 2008 474.208 246.231 93.191 79.248 55.538 2009 397.103 219.850 84.601 54.852 37.800 2010 399.009 242.831 74.008 46.358 35.812 2011 384.464 240.279 72.054 39.332 32.799 2012 ~74.600 — ~21.000 29.525 24.038 ~3.005.300 1.824.849 ~579.800 360.992 238.957
Produktionsstätten Das Fahrzeug wurde in den BMW-Werken München, Regensburg, Leipzig, Rosslyn (Südafrika) und Rayong (Thailand) gefertigt. Weitere Produzenten des E90 sind die BMW Brilliance Automotive in Shenyang in der Volksrepublik China sowie die Bavarian Auto Group mit ihrem Werk in Madinat as-Sadis min Uktubar, der „Stadt des 6. Oktober“ in Ägypten.
Abmessungen Mit Außenmaßen von 4,53 bis 4,58 Metern war der 3er in etwa so lang wie die Mercedes-Benz C-Klasse (Baureihe 204), allerdings kürzer als der Audi A4 B8. Im Vergleich zum Vorgänger E46 war die Limousine um fast fünf Zentimeter länger. Der Radstand wuchs um 35 Millimeter. Zudem war der E90 nun 78 Millimeter breiter. Im Hinblick auf den Fußgängerschutz wurde außerdem die Motorhaube höher gesetzt.
Abmessungen (Stand: September 2009) Einheit Limousine Touring Coupé Cabrio Radstand 2760 mm Länge 4531 mm 4527 mm 4580 mm Breite (inkl. Außenspiegeln) 1989 mm 1985 mm Höhe 1421 mm 1418 mm 1395 mm 1384 mm
Ausstattung Alle Modelle wurden serienmäßig mit Klimaanlage, vier elektrischen Fensterhebern, Radio mit CD, MP3-Funktion und sechs Lautsprechern, Bordcomputer sowie einem Sechsgang-Schaltgetriebe ausgestattet. Gegen Aufpreis war eine Sechsstufen-Automatik erhältlich (Serie beim 335d).
Mit den im September 2007 in die laufende Serie eingeführten BMW-EfficientDynamics-Maßnahmen kam bei den Vierzylinder-Modellen mit Schaltgetriebe ein Start-Stopp-System zum Einsatz.
Die Sechszylinder-Modelle unterschieden sich optisch von den Vierzylindern durch Chromelemente (zum Beispiel die senkrechten Stäbe in der Niere des Kühlergrills und am Fensterrahmen; ab März 2009 gegen Aufpreis auch für Vierzylindermodelle erhältlich), Doppelrohrauspuff und waren mit aktiver Geschwindigkeitsregelung ACC (Active Cruise Control) erhältlich. Nur die beiden Spitzenmodelle 335i und 335d waren mit jeweils einem Abgasendrohr auf beiden Seiten des Fahrzeughecks ausgestattet. Außerdem hatte das ESP-System (Electronic Stability Control) bei den Sechszylinder-Modellen fünf Zusatzfunktionen (Bremsbereitschaft, Trockenbremsen, Berganfahrhilfe, Fading-Kompensation und Soft Stop).
Ab September 2008 war auch der 320d mit xDrive (neben 330d, 325i, 330i und 335i) erhältlich. Er erreichte damit bis Ende 2010 nur die Abgasnorm Euro 4 (ohne xDrive: Euro 5). Ab Anfang 2011 erfüllte er die Abgasnorm Euro 5.
Ab März 2010 waren für Limousine und Touring drei Editionsmodelle erhältlich.
Neben drei aufpreisfreien Unilacken gab es eine Reihe verschiedener, optionaler Metalliclackierungen. Über BMW Individual waren weitere Lackierungen verfügbar.
Alle Standardlacktöne (bei E90/91) Uni-Lacktöne: Alpinweiß III Japanrot(bis 09/2006) Karmesinrot(seit 09/2006) Schwarz II
Metallic-Lacktöne: Titansilber Saphirschwarz Carbonschwarznur bei Individual Limited & 320si Le Mans Blaunur bei M Sportpaket Mysticblau(bis 09/2006) Montegoblau(09/2006–09/2010) Arktis(bis 09/2008) Bluewater Monacoblau(bis 09/2010) Tiefseeblau(seit 09/2010) Barriquerot(09/2005–09/2006) Barberarot(09/2006–03/2010) Vermilionrot(seit 03/2010) Sonora(09/2005–03/2007) Platinbronze(seit 03/2007) Sparkling Graphite(bis 09/2008) Spacegrau(seit 09/2008) Tiefgrün(09/2005–09/2008) Tasman(seit 09/2008)
Alle Standardlacktöne (bei E92/93) Uni-Lacktöne: Alpinweiß III Karmesinrot Schwarz II
Metallic-Lacktöne: Titansilber Silverstone II(seit 09/2011)nur bei M Sport Edition Saphirschwarz Carbonschwarznur bei Limited Sport Edition Le Mans Blaunur bei M Sportpaket Montegoblau(bis 09/2010) Arktis(bis 09/2008) Atlanticblau(03/2007–09/2008) Bluewater(09/2008–09/2011) Liquid Blue(seit 09/2011) Monacoblau(bis 03/2010) Tiefseeblau(seit 03/2010) Barberarot(09/2006–03/2010) Vermilionrot(seit 03/2010) Platinbronze(03/2007–09/2011) Orionsilber(seit 09/2011) Sparkling Graphite(bis 09/2008) Havanna(seit 09/2008) Spacegrau Frozen Grey (matt)(seit 09/2011)nur bei M Sport Edition Mineralgrau(seit 09/2011)nur bei Edition Exclusive Mineralweiß(seit 09/2010) Tiefgrün(09/2005–09/2008) Tasman(09/2008–09/2011)
Alle Lacktöne des M3 Uni-Lacktöne: Alpinweiß III Schwarz II
Metallic-Lacktöne: Silverstone II Jerez Schwarz Interlagos Blau Melbourne Rot Spacegrau Sparkling Graphite(bis 09/2008) Le Mans Blau(seit 09/2008) Mineralweiß(seit 06/2010)
Technik Motoren Alle 3er (außer M3, hier wurde ein V8-Motor eingesetzt) hatten Reihenmotoren mit Vierventiltechnik. Die Motorenpalette wurde komplett überarbeitet und auf wenige Grundmodelle reduziert mit der Folge, dass noch weniger als vorher die Modellbezeichnung den tatsächlichen Hubraum angab:
Der 316 hatte einen Hubraum von 1,6 Litern, 316d einen Hubraum von zwei Litern. 318 und 320 (mit Otto- bzw. Dieselmotoren) waren Vierzylindermotoren mit einem Hubraum von zwei Litern. Die größeren Modelle hatten Sechszylindermotoren mit drei Litern Hubraum, bei denen die unterschiedlichen Leistungen nur durch Abstimmung und Aufladung erreicht wurden, beim 335d zum Beispiel durch eine Registeraufladung.
Gleiches galt ab dem 1. September 2007 für die Ottomotoren 325i und 330i. Beide haben einen Aluminium-Magnesium-Motorblock und drei Liter Hubraum, wobei der Leistungsunterschied zwischen 325i und 330i durch eine geänderte Einspritzregelung erzielt wurde. Der im September 2006 eingeführte 335i (N54-Motor) mit fast gleichem Hubraum basierte aber auf einem Motorblock aus Aluminium. Er stellte mit zwei Turboladern (Biturbo) und Piezo-Direkteinspritzung ein maximales Drehmoment von 400 Nm zur Verfügung.
Gleichzeitig wurde mit dem 325d ein neuer Sechszylinder-Dieselmotor eingeführt. Bei der Motorenüberarbeitung des 335i wurde seit dem N55-Motor nur noch ein Turbolader, aber mit zwei Einlaufspiralen (Twin-Scroll), eingebaut.
Seit März 2009 wurde ein „Performance Power Kit“ für den 335i angeboten, das die Motorleistung um weitere 15 kW (20 PS) auf 240 kW (326 PS) anhob. Gleichzeitig stieg das maximale Drehmoment auf 450 Nm. Seit März 2010 wurde ein „Performance Power Kit“ für den 320d angeboten, das die Motorleistung um weitere 15 kW (20 PS) auf 145 kW (197 PS) anhob (dies war jedoch erst bei den Modellen ab März 2007 mit 130 kW (177 PS) Motorleistung möglich). Die Leistungssteigerung umfasste beim 320d ein anderes Steuergerät, einen größeren Ladeluftkühler und einen stärkeren Ventilator. Bei Fahrzeugen mit Automatikgetriebe wurde noch der Drehmomentwandler ersetzt. Des Weiteren stieg das Drehmoment um 40 Nm von 350 Nm auf 390 Nm.
Alle Ottomotoren mit Saugrohreinspritzung waren mit Doppel-Nockenwellenverstellung (VANOS) mit Valvetronic ausgestattet. Der 335i hatte zwei Turbolader (Twin Turbo). Valvetronic entfiel beim 320si und seit September 2007 bei allen Reihensechszylindermotoren (mit Ausnahme des 335i ab März 2010), bei letzteren aufgrund der Benzindirekteinspritzung. Die Motoren mit Benzindirekteinspritzung waren die ersten Pkw-Motoren in Serie mit einer strahlgeführten Direkteinspritzung. Diese sollte eine Schichtladung in einem größeren Bereich des Kennfeldes ermöglichen, als die zuvor in Serie realisierten luft- und wandgeführten Verfahren der Benzindirekteinspritzung. Die Common-Rail-Dieselmotoren hatten Turbolader mit verstellbaren Leitschaufeln und Ladeluftkühlung; zusätzlich hatten die Vierzylindermotoren des 318d und 320d zur Verbesserung des Akustik- und Schwingungskomforts zwei Ausgleichswellen. Ab 2006 gehörte ein Dieselpartikelfilter zur Serienausstattung. Der 335d hatte eine Registeraufladung mit zwei hintereinandergeschalteten Turboladern unterschiedlicher Größe, um einen breiten Drehzahlbereich abzudecken.
Getriebe 6-Gang-Schaltgetriebe (Hersteller: GETRAG und ZF) 6-Stufen-Automatikgetriebe (Hersteller: ZF und GM) 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe (Hersteller: GETRAG) Das Doppelkupplungsgetriebe war ab September 2008 für den 335i im Coupé und Cabrio verfügbar. Dadurch sank der Norm-Verbrauch um 0,3 Liter je 100 Kilometer.
Lenkung, Fahrwerk und Bremsen In allen Versionen war eine Servolenkung serienmäßig. Optional wurde eine Servotronic (geschwindigkeitsabhängige Lenkunterstützung) oder die Aktivlenkung angeboten. Der Wagen hatte einen Wendekreis von 11,0 Metern. In Verbindung mit dem Allradantrieb xDrive erhöhte sich dieser auf 11,8 Meter.