Lukaschowka (, , ) ist ein verlassener Ort im Rajon Krasnosnamensk der russischen Oblast Kaliningrad.
Die Ortsstelle befindet sich sechs Kilometer nordwestlich der ehemaligen Kreisstadt Dobrowolsk (Pillkallen/Schloßberg). Nächstliegender bewohnter Ort ist das zweieinhalb Kilometer nordwestlich gelegene Saratowskoje (Groß Schorellen/Adlerswalde). Vor 1945 war der Ort Haltepunkt an der Bahnstrecke Tilsit–Stallupönen (Ebenrode).
Geschichte mini|Die Gemeinde Schmilgen auf einem Messtischblatt von 1937 (vor der Angliederung des ehemaligen Gutsbezirks Kellmischkeiten)
Der Ort wurde erstmals 1580 als Neusiedlung Smilgen genannt.Erwin Speer: Die Domänenämter Uschpiaunen und Grumbkowkaiten Schmilgen wurde im 18. Jahrhundert als meliertes Dorf bezeichnet.Johann Friedrich Goldbeck: Volständige Topographie des Königreichs Preussen. Teil I, Königsberg/Leipzig 1785, Volständige Topographie vom Litthauischen Cammer-Departement, S. 144. 1874 wurde die Landgemeinde Schmilgen Namensträger eines neu gebildeten Amtsbezirks im Kreis Pillkallen.Rolf Jehke, Amtsbezirk Schmilgen 1937 wurde das Gut Kellmischkeiten (s. u.) mit dem Abbau Altona nach Schmilgen eingemeindet. Der Abbau Altona wurde fortan als Abbau II bezeichnet, zur Unterscheidung zum schon vorher zu Schmilgen gehörenden Abbau (Ortsteil zu Schmilgen), der nun Abbau I hieß.
1945 kam die Gemeinde Schmilgen in Folge des Zweiten Weltkrieges mit dem nördlichen Ostpreußen zur Sowjetunion. 1947 erhielt das eigentliche Schmilgen den russischen Namen Lukaschowka und wurde gleichzeitig dem neu gebildeten Dorfsowjet Nowouralski selski Sowet im Rajon Krasnosnamensk zugeordnet.Durch den Указ Президиума Верховного Совета РСФСР от 17 ноября 1947 г. «О переименовании населённых пунктов Калининградской области» (Verordnung des Präsidiums des Obersten Rats der RSFSR „Über die Umbenennung der Orte der Oblast Kaliningrad“ vom 17. November 1947) Später gelangte der Ort in den Dobrowolski selski Sowet. Lukaschowka wurde vor 1988 aus dem Ortsregister gestrichen.In der Административно-территориальное деление Калининградской области 1989 (Die administrativ-territoriale Einteilung der Oblast Kaliningrad 1989 (mit Stand von 1988), herausgegeben vom Sowjet der Oblast Kaliningrad) auf soldat.ru (rar-Datei) taucht der Ort nicht mehr auf.
Der vormalige Abbau I erhielt 1950 eigenständig den russischen Namen Nisowoje.Durch den Указ Президиума Верховного Совета РСФСР от 5 июля 1950 г., № 745/3, «О переименовании населённых пунктов Калининградской области» (Verordnung 745/3 des Präsidiums des Obersten Rats der RSFSR „Über die Umbenennung der Orte der Oblast Kaliningrad“ vom 5. Juli 1950) Er gehörte ebenfalls nachfolgend zum Nowouralski selski Sowet und zum Dobrowolski selski Sowet. Nisowje wurde vor 1975 aus dem Ortsregister gestrichen.In der Административно-территориальное деление Калининградской области 1975 (Die administrativ-territoriale Einteilung der Oblast Kaliningrad 1975, herausgegeben vom Sowjet der Oblast Kaliningrad) auf soldat.ru (rar-Datei) taucht er nicht mehr auf.
Einwohnerentwicklung Jahr Einwohner Bemerkungen 1867Die Gemeinden und Gutsbezirke des Preussischen Staates und ihre Bevölkerung nach den Urmaterialien der allgemeinen Volkszählung vom 1. December 1871, Berlin 1874 310 1871 267 1885Gemeindelexikon für das Königreich Preußen, I. Provinz Ostpreußen, Berlin 1888 247 1905Gemeindelexikon für das Königreich Preußen, Heft 1, Provinz Ostpreußen, Berlin 1907 238 1910 248 1933Amtliches Gemeindeverzeichnis für das Deutsche Reich, Teil I: Altreich und Land Österreich. Herausgegeben vom Statistischen Reichsamt, Vierte Auflage, 1939 343 Offenbar einschließlich Kellmischkeiten und Abbau Altona 1939 321 Einschließlich Stubbenheide (Kellmischkeiten) und Abbau II (Altona)
Kellmischkeiten (Stubbenheide) / Sokol
Zunächst gab es an diesem Ort das Erbfreigut Grünheide, das 1768 im Zuge der Ödlandkolonisation unter Friedrich dem Großen auf Forstland gegründet wurde. 1818 gründete dessen Besitzer August Ferdinand Kelmischkeit in unmittelbarer Nachbarschaft das Gut Kel(l)mischkeiten. Seit 1857 war Grünheide in Kellmischkeiten mit einbezogen. 1874 wurde der Gutsbezirk Kellmischkeiten in den Amtsbezirk Schmilgen eingegliedert. Um 1900 wurde auf dem Gelände des Gutsbezirks der Abbau Altona () eingerichtet. 1928 wurde der Gutsbezirk Kellmischkeiten an die Landgemeinde Klein Schorellen angeschlossen, 1937 dann aber in die Gemeinde Schmilgen (s. o.) eingegliedert. Dort wurde der Ortsteil Kellmischkeiten 1938 in Stubbenheide umbenannt (litauisch kelmas = Stumpf, Stubbe).
1950 erhielt Kellmischkeiten bzw. Stubbenheide wieder eigenständig den russischen Namen Sokol. Auch Sokol gehörte nachfolgend zum Nowouralski selski Sowet und zum Dobrowolski selski Sowet. Der Ort wurde vor 1975 aus dem Ortsregister gestrichen. Der ehemalige Abbau Altona gehörte laut Karte zuletzt noch zu Lukaschowka.s. http://www.etomesto.ru/map-kaliningrad_gugk/
Einwohnerentwicklung Jahr Einwohner Bemerkungen 1867 99 1871 87 Davon in der Eigenkate Grünheide 4 1885 126 Davon in Grünheide 15 1905 92 Davon in Altona 6 1910 75 1925Zeitschrift des Preussischen Statistischen Landesamts, Band 67, 1927 88
Amtsbezirk Schmilgen 1874–1945 Der Amtsbezirk Schmilgen wurde 1874 im Kreis Pillkallen eingerichtet. Er bestand zunächst aus zehn Landgemeinden (LG) und vier Gutsbezirken (GB).
Name Änderungsnamevon 1938 Russischer Namenach 1945 Bemerkungen Bärenfang (LG) Kurganskoje Birkenfelde (GB) Birkenhof (1928) Kustarnikowo seit 1928 LG Blumenthal (LG) Lugowoje seit 1922, vorher im Amtsbezirk Baltruschehlen Doblendszen (LG) Kayserswiesen Poscharskoje 1936 bis 1938: Doblendschen Groß Schorellen (LG) Adlerswalde Saratowskoje ab 1940: Adlerswalde (Ostpr.) Karklauken (GB) 1928 zur LG Weidenfeld (ex Neudorf) Kellmischkeiten (GB) Stubbenheide 1929 zur LG Klein Schorellen Klein Schorellen (LG) 1937 aufgelöst, aufgeteilt auf die LG Groß Schorellen (das eigentliche Klein Schorellen) und die LG Schmilgen (Kellmischkeiten) Klein Tullen (LG) Mittenwalde (1928) Schkolnoje Neudorf (LG) Weidenfeld (1928) Woronzowo Plampen (LG) Dreibuchen Ragupönen (GB) Meschduretschje 1928 zur LG Mittenwalde (ex Klein Tullen) Salten (LG) Losowoje Schmilgen (LG) Lukaschowka Stablauken (LG) Filatowo 1928 zur LG Birkenhof (ex GB Birkenfelde)
1935 wurden die Landgemeinden in Gemeinden umbenannt. Im Oktober 1944 umfasste der Amtsbezirk Schmilgen noch die zehn Gemeinden Adlerswalde (Ostpr.), Bärenfang, Birkenhof, Blumenthal, Dreibuchen, Kayserswiesen, Mittenwalde, Salten, Schmilgen und Weidenfeld.
Kirche Schmilgen gehörte zunächst zum evangelischen Kirchspiel Pillkallen und seit 1903 zum evangelischen Kirchspiel Groß Schorellen.
Weblinks Schmilgen bei wiki.genealogy.net
Einzelnachweise
Kategorie:Wüstung im Rajon Krasnosnamensk