Swobodnoje (, ) ist ein verlassener Ort im Rajon Krasnosnamensk der russischen Oblast Kaliningrad.

Die Ortsstelle befindet sich etwa viereinhalb Kilometer nordöstlich von Prawdino (Grumbkowkeiten/Grumbkowsfelde). Auf dem ehemaligen Gemeindegebiet von Jägerswalde befindet sich die Quelle der Inster (ru. Instrutsch).

Geschichte mini|Die Gemeinde Jägerswalde auf zwei Messtischblättern von 1936 und 1938 Jägerswalde war zunächst ein anderer Name für das Schatull-Bauerndorf Skroblienen (seit 1938 Ambruch, ab 1939 Teil von Seehuben, nicht mehr existent). Als dieses Dorf 1723 in ein königliches Bauerndorf umgewandelt wurde, blieb ein Teil des Dorflandes dem Amtsvorwerk Girrehlischken (s. u.) für eine Milchbude übrig, die den Namen Jägerswalde behielt, aber auch Dwarchien genannt wurde.Johann Friedrich Goldbeck: Volständige Topographie des Königreichs Preussen. Teil I, Königsberg/Leipzig 1785, Volständige Topographie vom Litthauischen Cammer-Departement, S. 184. Nachdem spätestens seit um 1820 Girrehlischken zum eigenständigen Gut aufgestiegen war, hatte Jägerswalde den Status eines Vorwerkes.Alexander August Mützell: Neues Topographisch-Statistisch-Geographisches Wörterbuch des Preussischen Staates, Zweiter Band, G-Ko, Halle 1821

Im Jahr 1928 wurde Jägerswalde Namensträger der aus dem Gutsbezirk Girrehlischken und den beiden Landgemeinden Bauszen (s. u.) und Laugallen [Ksp Willuhnen] (s. u.) gebildeten neuen Landgemeinde.

1945 kam die Gemeinde Jägerswalde in Folge des Zweiten Weltkrieges mit dem nördlichen Ostpreußen zur Sowjetunion. 1947 erhielt der Ort den russischen Namen Swobodnoje und wurde gleichzeitig dem neu gebildeten Dorfsowjet Prawdinski selski Sowet im Rajon Krasnosnamensk zugeordnet.Durch den Указ Президиума Верховного Совета РСФСР от 17 ноября 1947 г. «О переименовании населённых пунктов Калининградской области» (Verordnung des Präsidiums des Obersten Rats der RSFSR "Über die Umbenennung der Orte der Oblast Kaliningrad" vom 17. November 1947) Swobodnoje wurde vor 1988 aus dem Ortsregister gestrichen.In der Административно-территориальное деление Калининградской области 1989 (Die administrativ-territoriale Einteilung der Oblast Kaliningrad 1989 (mit Stand von 1988), herausgegeben vom Sowjet der Oblast Kaliningrad) auf soldat.ru (rar-Datei) taucht der Ort nicht mehr auf.

Einwohnerentwicklung Jahr Einwohner 1933Amtliches Gemeindeverzeichnis für das Deutsche Reich, Teil I: Altreich und Land Österreich. Herausgegeben vom Statistischen Reichsamt, Vierte Auflage, 1939 271 1939 248

Girrehlischken Das kölmische und königliche Dorf Gerelischken wurde 1620 erstmals genannt, 1664 hieß es Girrehlischken. Der Ortsname wurde nach litauisch girre = Wald, Heide gebildet. Noch 1719, zehn Jahre nach der großen Pest, war das Dorf nur zur Hälfte bewirtschaftet. Um 1723 wurde der kölmische Teil vom König aufgekauft, das Ganze in ein Vorwerk umgewandelt und dem Amt Grumbkowkaiten zugeordnet. Zum Vorwerk Girrehlischken gehörten noch die Milchbude Jägerswalde (s. o.) und das Diensthaus Rucken (Lage ?). Das Vorwerk wurde 1765 durch die Einbeziehung des Guts Klanupöhnen (Lage ?) vergrößert.Soweit nach Erwin Speer: Die Domänenämter Uschpiaunen und Grumbkowkaiten Spätestens seit etwa 1820 war Girrehlischken ein eigenständiges Gut. 1874 wurde der Gutsbezirk Girrehlischken Namensträger eines neu gebildeten Amtsbezirks.Rolf Jehke, Amtsbezirk Jägerswalde Neben diesem Girrehlischken gab es im Kreis Pillkallen noch die beiden Landgemeinden Girrehlischken A und Girrehlischken B. Nach der Eingliederung in die Landgemeinde Jägerswalde im Jahr 1928 erhielt das Gut Girrehlischken (1932 ?) ebenfalls den Namen Jägerswalde.

Einwohnerentwicklung Jahr Einwohner Bemerkungen 1867Die Gemeinden und Gutsbezirke des Preussischen Staates und ihre Bevölkerung nach den Urmaterialien der allgemeinen Volkszählung vom 1. December 1871, Berlin 1874 227 1871 223 Davon im Vorwerk Jägerswalde 27 1885Gemeindelexikon für das Königreich Preußen, I. Provinz Ostpreußen, Berlin 1888 219 Davon in Jägerswalde 15 1905Gemeindelexikon für das Königreich Preußen, Heft 1, Provinz Ostpreußen, Berlin 1907 152 Davon in Jägerswalde 9 1910 163 1925Zeitschrift des Preussischen Statistischen Landesamts, Band 67, 1927 169

Bauszen Bauszen, auch Pauszen oder Pauschen genannt, war im 18. Jahrhundert ein königliches Bauerndorf.Johann Friedrich Goldbeck: Volständige Topographie des Königreichs Preussen. Teil I, Königsberg/Leipzig 1785, Volständige Topographie vom Litthauischen Cammer-Departement, S. 115. 1874 wurde die Landgemeinde Bauszen dem neu gebildeten Amtsbezirk Grumbkowkeiten im Kreis Pillkallen zugeordnet.Rolf Jehke, Amtsbezirk Grumbkowsfelde 1928 wurde die Landgemeinde Bauszen der neu gebildeten Landgemeinde Jägerswalde angeschlossen. 1938 wurde die Schreibweise des Ortsteils offiziell in Bauschen geändert.

Ob dieser Ortsteil nach 1945 noch wiederbesiedelt wurde, ist unbekannt.

Einwohnerentwicklung Jahr Einwohner 1867 82 1871 72 1885 72 1905 106 1910 119

Laugallen (Kleinjägerswalde) Auch Laugallen war im 18. Jahrhundert ein königliches Bauerndorf.Johann Friedrich Goldbeck: Volständige Topographie des Königreichs Preussen. Teil I, Königsberg/Leipzig 1785, Volständige Topographie vom Litthauischen Cammer-Departement, S. 83. Der Ortsname wurde nach litauisch laukas = Acker, galas = Ende gebildet. 1874 wurde wie Bauszen auch die Landgemeinde Laugallen dem Amtsbezirk Grumbkowkeiten zugeordnet. Zur Unterscheidung zum im Kirchspiel Kussen gelegenen gleichnamigen Laugallen wurde dem Ort der Zusatz Kirchspiel Willuhnen beigegeben. 1928 wurde die Landgemeinde Laugallen der neu gebildeten Landgemeinde Jägerswalde angeschlossen. 1938 wurde der Ortsteil in Kleinjägerswalde umbenannt.

Nach 1945 war das ehemalige Laugallen/Kleinjägerswalde zunächst (weiterhin) ein (offenbar bewohnter) Ortsteil von Swobodnoje.vgl. http://www.etomesto.ru/map-kaliningrad_gugk/

Einwohnerentwicklung Jahr Einwohner 1867 29 1871 29 1885 26 1905 23 1910 22

Amtsbezirk Girrehlischken (Jägerswalde) 1874–1945 Der Amtsbezirk Girrehlischken wurde 1874 im Kreis Pillkallen eingerichtet. Er bestand zunächst aus acht Landgemeinden (LG) und zwei Gutsbezirken (GB).

Name Änderungsnamevon 1938 Russischer Namenach 1945 Bemerkungen Duden[Ksp Schillehnen] (LG) Dudenfelde Nowopawlowka Girrehlischken (Domäne) (GB) Jägerswalde (1932 ?) Swobodnoje 1928 zur LG Jägerswalde Groß Augstutschen (LG) Rehwalde (1930) Lossewo Kiauschen (LG) Wetterau Kischen[Ksp Schillehnen] (LG) Senkendorf Martingken (LG) Martingen Radszen[Ksp Willuhnen] (LG) Grabenbrück 1936 bis 1938: Radschen Skroblienen (LG) Ambruch 1939 zur LG Seehuben im Amtsbezirk Lindicken Szardehlen (GB) Scharden Scharowo 1928 zur LG Kiauschen Warnakallen (LG) Krähenberge

1932 wurde der Amtsbezirk in Jägerswalde umbenannt. 1935 wurden die Landgemeinden in Gemeinden umbenannt. Im Oktober 1944 umfasste der Amtsbezirk Jägerswalde noch die acht Gemeinden Dudenfelde, Grabenbrück, Jägerswalde, Krähenberge, Martingen, Rehwalde, Senkendorf und Wetterau.

Kirche Jägerswalde und seine Vorläufergemeinden gehörten zum evangelischen Kirchspiel Willuhnen.

Weblinks Bauszen bei wiki.genealogy.net Girrehlischken bei wiki.genealogy.net

Einzelnachweise

Kategorie:Wüstung im Rajon Krasnosnamensk