Das Museo Experimental El Eco (gegründet 1953) ist ein Ausstellungs- und Performanceort für zeitgenössische Kunst und Architektur im Zentrum von Mexiko-Stadt. Das Museum wurde von dem Bildhauer Mathias Goeritz geschaffen, einem mexikanischen Künstler deutscher Abstammung, der bei der Planung des Hauses eng mit dem mexikanischen Architekten Luis Barragán zusammenarbeitete.

Geschichte des Gebäudes 1952 beauftragte der Geschäftsmann Daniel Mont den Künstler Mathias Goeritz mit dem Bau eines Ortes, der eine neue Beziehung zwischen seinen kommerziellen Interessen an einer Restaurant-Bar und dem avantgardistischen Geist einiger kultureller Akteure der damaligen Zeit herstellen sollte. Es sollte etwas anderes als das schon Etablierte entstehen. Goeritz nutzte die Gestaltungsfreiheit, um ein Gebäude in der calle de Sullivan in Mexiko-Stadt mit einfachen Formen und kontrastierenden Elementen zu schaffen: Hell–Dunkel, Massivität–Leere, Horizontalität–Vertikalität. Es wurde als poetische Struktur entworfen, deren Anordnung von Korridoren, Decken, Wänden, Leerräumen und Öffnungen die Besucher dazu veranlassen sollte, den Raum auf emotionale Art zu reflektieren; dieses Konzept forderte die damals in der Architektur vorherrschenden Dogmen des Funktionalismus heraus. Goeritz konzipierte das Gebäude als eine begehbare Skulptur und wurde dabei von dem mexikanischen Architekten Luis Barragán beraten.

So entstand in den 1950er Jahren eine einzigartige Begegnungsstätte für mexikanische und internationale Künstler der Literatur, der bildenden Kunst, der Musik und der Architektur.

Obwohl Daniel Mont kurz nach der Eröffnung des Hauses am 24. Oktober 1953 starb, konnte Goeritz das Konzept der experimentellen Bespielung noch ein Jahr aufrechterhalten. Dann änderte der Eigentümer die Nutzung und richtete ein Restaurant und einen Nachtclub ein. Jahre später wurde das Gebäude als Theater vom Isabelino Forum und dem Theater El Tecolote genutzt. Danach stand es bis 1997 leer. Das Gebäude erlebte innerhalb von 50 Jahren eine Vielzahl von Umbauten, die jedoch nicht in die Grundstruktur eingriffen.

2004 kaufte die Universidad Nacional Autónoma de México (UNAM) das Gebäude und wollte das architektonische Erbe von Goeritz wiederbeleben. In monatelangen Restaurierungsarbeiten hat der Architekt Víctor Jiménez, der auch für die Restaurierung des Atelierhauses von Diego Rivera und Frida Kahlo verantwortlich war, den ursprünglichen Zustand wiederhergestellt und am 7. September 2005 wurde das Gebäude als künstlerische Begegnungsstätte wieder für die Öffentlichkeit zugänglich.

2006 kaufte die UNAM das angrenzende Grundstück und schrieb einen Wettbewerb aus, um der Raumnot zu begegnen. Die Erweiterungsbauten wurden 2007 durch die Architekten Fernando Romero (LAR) und Juan Pablo Maza (FRENTE Arquitectura) 2007 vollendet.

Programm Seit der architektonischen Wiederherstellung in den ursprünglichen Zustand leitete Guillermo Santamarina die Institution und versuchte auch künstlerisch die ursprüngliche Intention zu etablieren: „ständiges Experimentieren und die Möglichkeit für das Publikum, mit dem Künstler und dem Prozess seiner Arbeiten in Kontakt zu treten“. Aktuell ist Paola Santoscoy Leiterin der Einrichtung.

Pabellón Eco mini|Pabellón Eco 2010: gestaltet von Frida Escobedo. mini|Pabellón Eco 2012: gestaltet von Luis Aldrete. mini|Pabellón Eco 2012: gestaltet von Luis Aldrete Im Jahr 2008 rief das Museum erstmals einen nationalen Architekturwettbewerb für junge, praktizierende Architekten ins Leben, um das Erbe des räumlichen Experimentierens fortzusetzen und ein interdisziplinäres Kunstprogramm zu veranstalten. Das Projekt wird gemeinsam mit Buró–Buró durchgeführt, einer unabhängigen, gemeinnützigen Kulturorganisation. Der Sieger des Wettbewerbs gestaltet von April bis August eines Jahres den Innenhof (Patio) des Museums neu. Er muss folgende drei Kriterien erfüllen: Klar erkennbare Funktion, Bezug zum vorhandenen Raum, Wirtschaftlichkeit.

Sieger des Pabellón Eco: 2010: Frida Escobedo 2011: Estudio MMX 2012: Desplaza[miento] von Luis Aldrete 2013: Estudio Macías-Peredo 2014: kein Bewerber konnte die Kriterien mit seinem Entwurf erfüllen 2015: Paradoja Hídrica von Taller Capital 2016: APRDELESP 2017: keine Preisverleihung 2018: Campanario von TO Arquitectos 2019: keine Preisverleihung 2020: Cronoboros von Andrés Arochi und Galia Eibenschutz (TANAT) 2021, 2022: keine Preisverleihung 2023: Cuenco von Ocio, Bianchi Majer, Nicolás Guzmán, Angélica Pena, Andrés Lira 2024: keine Preisverleihung 2025: El Eco de un Pasillo von Mendiola Arregui Das Museum organisiert parallel dazu eine Konferenz über experimentelle Architektur namens Pabellón Eco: Panorama. In dem neu gestalteten Innenhof finden zudem Lesungen, Tanzperformances und andere künstlerische Interventionen statt.

Veröffentlichungen (Auswahl)

Literatur

Galerie

Weblinks

Website des Museo Experimental El Eco Buró—Buró organization Website, Partner von Pabellón Eco

Einzelnachweise

Kategorie:Kunstmuseum (zeitgenössisch) Kategorie:Kunstmuseum in Mexiko Kategorie:Museum in Mexiko-Stadt Kategorie:Museumsgründung 1953