Das FFH-Gebiet Wälder der Hüttener Berge ist ein NATURA 2000-Schutzgebiet in Schleswig-Holstein im Kreis Rendsburg-Eckernförde in den Gemeinden Hütten, Ascheffel, Brekendorf, Ahlefeld-Bistensee, Damendorf, Klein Wittensee und Holzbunge. Grenzend an das westlich gelegene ”FFH-Gebiet Binnendünen- und Moorlandschaft im Sorgetal“ liegt es in der Landschaft ”Hüttener Berge“ (Landschafts-ID 70103), die vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) als Landschaft von geringer naturschutzfachlicher Bedeutung bewertet wird. Diese ist wiederum Teil der Naturräumlichen Großregion 2. Ordnung ”Schleswig-Holsteinisches Hügelland“.

Das FFH-Gebiet Wälder der Hüttener Berge besteht aus elf räumlich getrennten Waldgebieten, die alle zum Staatsforst Rendsburg gehören, siehe Tabelle 1. +Tabelle 1: Wälder des FFH-Gebietes Wälder der Hüttener BergeLfd. Nr.NameGemeindeGröße [ha]Lage1Gehege KrummlandHütten u. Ascheffel952Forst BrekendorfBrekendorf1163Gehege BrammerbergAscheffel13,14Gehege WellbörnAscheffel10,35Gehege HolzkoppelAscheffel13,16Gehege FresenbojeAhlefeld-Bistensee u. Damendorf457Gehege SilberbergenAhlefeld-Bistensee u. Ascheffel458Gehege AhlefeldAhlefeld-Bistensee37,59Gehege SchierenskroogHolzbunge13,810Gehege VosskuhlenmaasHolzbunge15,911Gehege BockholtHolzbunge10,9

Das FFH-Gebiet erstreckt sich auf einer Länge von 8,2 Kilometer vom Nordrand der Gemeinde Ascheffel südlich der Bundesstraße 76 bis zum Südufer des Bistensees mit dem Gehege Schierenskoog im Norden der Gemeinde Holzbunge nördlich der Bundesstraße B 205. Es hat eine Fläche von 416 Hektar. Die höchste Erhebung im FFH-Gebiet mit 98,3 Meter über Normalhöhennull (NHN) ist der Heidberg am Ostrand des Forstes Brekendorf in der Mitte der Hüttener Berge. Der niedrigste Bereich liegt im nördlichsten FFH-Teilgebiet am Ostrand des Geheges Krummland mit 6 Meter über NHN.

Das FFH-Gebiet liegt am Südhang einer Endmoräne der Weichsel-Kaltzeit, mit Geschiebelehm und -mergel. Das FFH-Gebiet ist nahezu vollständig mit der FFH-Lebensraumklasse Laubwald bedeckt, siehe Diagramm 1. Es handelt sich mehrheitlich um historische Waldstandorte, die bereits 1805 in der Karte des Herzogtum Schleswig des dänischen Kartografen Johann Heinrich Christian du Plat verzeichnet waren.

FFH-Gebietsgeschichte und Naturschutzumgebung Der NATURA 2000-Standard-Datenbogen (SDB) für dieses FFH-Gebiet wurde im Mai 2004 vom Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) des Landes Schleswig-Holstein erstellt, im September 2004 als Gebiet von gemeinschaftlicher Bedeutung (GGB) vorgeschlagen, im Oktober 2007 von der EU als GGB bestätigt und im Januar 2010 national nach § 32 Absatz 2 bis 4 BNatSchG in Verbindung mit § 23 LNatSchG als besonderes Erhaltungsgebiet (BEG) bestätigt. Der SDB wurde zuletzt im Mai 2017 aktualisiert. Der Managementplan für das FFH-Gebiet wurde am 10. Dezember 2013 veröffentlicht. Das FFH-Gebiet gehört zum überwiegenden Teil den Schleswig-Holsteinischen Landesforsten A.ö.R., siehe Diagramm 2. Aus diesem Grund wurde vom LLUR kein Betreuer benannt.

Bis auf die Wälder um den Bistensee liegen alle Wälder des FFH-Gebietes in einem Schwerpunktbereich des landesweiten Biotopverbundsystems. Die Wälder um den Bistensee sind Verbundachsen dieses Systems. Im Gehege Krummland sind Teile des Waldes als Naturwald ausgewiesen.

Das FFH-Gebiet ist Teil des am 9. März 2001 gegründetem Landschaftsschutzgebietes Wittensee, Hüttener und Duvenstedter Berge und Teil des Naturparks Hüttener Berge. Laut Landschaftsrahmenplan von 2020 ist eine weitergehende Unterschutzstellung des FFH-Gebietes nicht geplant.

FFH-Erhaltungsgegenstand

Laut Standard-Datenbogen vom Mai 2019 sind folgende FFH-Lebensraumtypen (LRT) und Arten für das Gesamtgebiet als FFH-Erhaltungsgegenstände mit den entsprechenden Beurteilungen zum Erhaltungszustand der Umweltbehörde der Europäischen Union gemeldet worden (Gebräuchliche Kurzbezeichnung (BfN)): FFH-Lebensraumtypen nach Anhang I der EU-Richtlinie: 3160 Dystrophe Stillgewässer (Gesamtbeurteilung C) 7140 Übergangs- und Schwingrasenmoore (Gesamtbeurteilung C) 9110 Hainsimsen-Buchenwälder (Gesamtbeurteilung B) 9120* Atlantischer, saurer Buchenwald mit Unterholz aus Stechpalme und gelegentlich Eibe (Gesamtbeurteilung B) 9130 Waldmeister-Buchenwälder (Gesamtbeurteilung B) 91E0* Erlen-Eschen- und Weichholzauenwälder (Gesamtbeurteilung C)

Knapp vier Zehntel der Gebietsfläche ist mit dem LRT 9130 Waldmeister-Buchenwälder bedeckt, gefolgt von einem Viertel mit 9110 Hainsimsen-Buchenwälder. Fast die Hälfte der Fläche ist keinem Lebensraumtyp zugeordnet, siehe Diagramm 3.

FFH-Erhaltungsziele Aus den oben aufgeführten FFH-Erhaltungsgegenständen werden als FFH-Erhaltungsziele von besonderer Bedeutung die Erhaltung folgender Lebensraumtypen und Arten im FFH-Gebiet vom Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume des Landes Schleswig-Holstein erklärt: 3160 Dystrophe Stillgewässer 7140 Übergangs- und Schwingrasenmoore 9110 Hainsimsen-Buchenwälder 9120* Atlantischer, saurer Buchenwald mit Unterholz aus Stechpalme und gelegentlich Eibe 9130 Waldmeister-Buchenwälder Aus den oben aufgeführten FFH-Erhaltungsgegenständen werden als FFH-Erhaltungsziele von Bedeutung die Erhaltung folgender Lebensraumtypen und Arten im FFH-Gebiet vom Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume des Landes Schleswig-Holstein erklärt: 7140 Übergangs- und Schwingrasenmoore

FFH-Teilgebiete Gehege Krummland mini|Bild 1: FFH-Teilgebiet Gehege Krummland um 1893 (rot umrandet)

Das Gehege Krummland ist das nördlichste Teilgebiet des FFH-Gebietes Wälder der Hüttener Berge. Es ist mit 95 Hektar das zweitgrößte Teilgebiet und erstreckt sich 1,8 Kilometer vom Hüttener Ortsteil Krummland im Norden bis zum Hüttener Ortsteil Försterei im Süden. Im Westen, Süden und Osten schließen sich weitere Wälder an, die außerhalb des FFH-Gebietes liegen.

Das Gehege Krummland wird weitgehend durch den FFH-LRT 9130 Waldmeister-Buchenwälder bestimmt. Über die gesamte Fläche verteilt sind einige feuchte Senken mit dem FFH-LRT 91E0* Erlen-Eschen- und Weichholzauenwälder bestockt. Das Gelände fällt von 36 Meter über NHN im Westen auf 7 Meter über NHN im Osten ab. Am Westrand befinden sich einige Quellbereiche. Im Südwesten liegt ein Niedermoor- und Sumpfgebiet. Im Süden queren mehrere kleine Fließgewässer das Gebiet von West nach Ost. Das gesamte Oberflächenwasser fließt schließlich über die Große Hüttener Au bei Fleckeby in die Schlei.

An den Rändern des Teilgebietes sind die Baumbestände konzentriert, deren Alter mehr als 100 Jahre beträgt. Um 1893 waren die angrenzenden Waldbereiche noch Ackerland, siehe Bild 1. Dieses Teilgebiet hat zudem den höchsten Anteil an Naturwald aller Teilgebiete.

Das Gehege Krummland ist mit einem dichten Forstwegenetz versehen. Vom Ortsteil Försterei bis zum Ortsteil Krummland ist auf ganzer Länge ein Reitweg angelegt worden. Vom westlich des FFH-Gebietes liegendem Waldstück nördlich der Straße Rutschrader Moor im Ascheffeler Ortsteil Langstücken über das nördliche FFH-Gebiet bis in den Ortsteil Krummland der Gemeinde Hütten ist ein Waldlehrpfad eingerichtet worden.

Forst Brekendorf mini|Bild 2: FFH-Teilgebiet Forst Brekendorf um 1893 (rot umrandet)

Das FFH-Teilgebiet Forst Brekendorf ist mit 116 Hektar das größte und westlichste Teilgebiet des FFH-Gebietes Wälder der Hüttener Berge. Es liegt im Norden eines wesentlich größeren Waldgebietes der Hüttener Berge und erstreckt sich unweit der Kreisstraße 76 im Brekendorfer Ortsteil Tirol im Norden auf 1,93 Kilometer Länge bis in das Zentrum des Waldgebietes der Hüttener Berge 270 Meter nördlich der Straße Lehmberger Weg im Süden. Rund um das Teilgebiet liegen weitere Waldgebiete, unter anderem auch mit dem Scheelsberg mit 105,7 Meter über NHN die höchste Erhebung der Hüttener Berge.

Der Forst Brekendorf beinhaltet auf ungefähr der Hälfte der Teilgebietsfläche nur den Waldlebensraumtyp 9110 Hainsimsen-Buchenwälder, der sich in einem ungünstigen Erhaltungszustand (C) befindet. Im Süden befindet sich mit dem 1,6 Hektar großen Rammsee noch der FFH-Lebensraumtyp 3160 Dystrophe Stillgewässer. Die restlichen Flächen sind überwiegend mit Nadelwald als nutzungsgeprägter Wald bedeckt. Die höchsten Erhebungen des FFH-Gebietes liegen im Teilgebiet Forst Brekendorf. Der Heidberg am Ostrand ist mit 98,3 Meter über Normalhöhennull der höchste im gesamten FFH-Gebiet. In einem kuppigen Gelände übersteigen mehrere Hügel die Höhe von 70 Meter über NHN. Der niedrigste Bereich liegt am Westrand südlich der Straße Am Wald bei Klein-Brekendorf in einer Senke mit 27 Meter über NHN. Das Teilgebiet entwässert nach Westen über die Brekendorfer Au, Mühlenau, Sorge und Eider in die Nordsee.

Die Wälder des Teilgebietes Forst Brekendorf sind junge Wälder. Noch um 1893 war das Gebiet nicht bewaldet, siehe Bild 2. Er wurde erst in preußischer Zeit um 1905 aufgeforstet. Mehr als die Hälfte der Bestände hat mittlerweile ein Alter von mehr als einhundert Jahren erreicht.

Im Norden durchquert die Gemeindestraße Scheelsberg das FFH-Gebiet von West nach Ost. Das Gebiet ist durch eine Vielzahl von Forstwegen erschlossen. Es wird von mehreren Reit-, Rad-, und Wanderwegen durchkreuzt. Rund um den Heidberg im Osten ist ein Gelände zum Geocaching geplant.

Gehege Brammerberg mini|Bild 3: FFH-Teilgebiet Gehege Bremmerberg um 1893 (rot umrandet)

Das FFH-Teilgebiet Gehege Brammerberg gehört mit seiner Fläche von 13,1 Hektar und einer größten Länge von 500 Meter zu den kleineren FFH-Teilgebieten des FFH-Gebietes Wälder der Hüttener Berge. Es umfasst ein Waldgebiet am Südrand der Wohnbebauung des Ortes Ascheffel in der Gemeinde Ascheffel, das von landwirtschaftlichen Nutzflächen umgeben ist. Die höchste Erhebung mit 64 Meter über NHN liegt im Südwesten, der niedrigste Bereich mit 33 Meter über NHN im Nordosten. Der Wald ist weitgehend von einem Knick umgeben.

Das Gehege Brammerberg ist zu drei Viertel mit dem Waldlebensraumtyp 9130 Waldmeister-Buchenwälder bedeckt. Im Süden gibt es noch einen kleinen Nadelwald. Der Waldmeister-Buchenwald befindet sich in einem ungünstigen Erhaltungszustand. Im Nordwesten und Südosten liegen je ein gesetzlich geschütztes Biotop. Im Nordwesten befindet sich in einer Senke ein 0,35 Hektar großer Erlen-Bruchwald, dessen Wasserstand je nach Niederschlagsmenge starken Schwankungen unterworfen ist (). Im Südosten liegt in einer Senke ein 0,3 Hektar großer Sumpf, der mit Erlen und Weiden bewachsen ist (). Das Gebiet entwässert über die Rohau und Große Hüttener Au bei Fleckeby in die Schlei.

Beim Gehege Brammerberg handelt es sich um einen historischen Waldstandort. Sowohl auf der du Platschen Karte von 1805 als auch auf der Karte des Deutschen Reiches von 1893 sind dort bereits Laubwälder eingezeichnet, siehe Bild 3.

Das Teilgebiet ist nur über die Bergstraße im Nordosten zugänglich. Innerhalb des Teilgebietes befinden sich mehrere Forstwege. Drei Viertel des Baumbestandes hat ein Alter von mehr als einhundert Jahren erreicht.

Gehege Wellbörn mini|Bild 4: FFH-Teilgebiet Wellbörn um 1893 (rot umrandet)

Das FFH-Teilgebiet Gehege Wellbörn gehört mit seiner Fläche von 10,3 Hektar und einer größten Länge von 535 Meter zu den kleineren FFH-Teilgebieten des FFH-Gebietes Wälder der Hüttener Berge und liegt vollständig in der Gemeinde Ascheffel. Es umfasst ein Waldgebiet am Südostrand der Wohnbebauung des Ortes Ascheffel in der Gemeinde Ascheffel östlich der Straßen Aschbergweg und Straßberg. Das Teilgebiet wird durch die Landesstraße 265 durchquert. Die Straße Straßberg bildet die Grenze zum südlich daran anschließendem FFH-Teilgebiet Gehege Holzkoppel. Die höchste Stelle im Teilgebiet liegt mit 31 Meter über NHN an der Straßenkreuzung Aschbergweg und Straßberg und fällt dann nach Osten zum Tal der Rohau bis auf 7 Meter über NHN ab. Das Gebiet entwässert über die Rohau und Große Hüttener Au bei Fleckeby in die Schlei.