Stefan Thomas (* 1. Februar 1932 in Tilsit; † 7. Februar 2025) war ein deutscher Bildhauer.
Leben und Werk Die Familie von Stefan Thomas flüchtete 1945 mit ihm aus Ostpreußen nach Mecklenburg, wo sie in Dümmer unterkam. Thomas studierte an der Fachschule für angewandte Kunst Heiligendamm und dann bis 1959 bei Hans Steger, Walter Arnold und Gerd Jaeger an der Hochschule für Bildende Künste Dresden. Für das Diplom schuf er eine Brunnenfigur („gedacht für ein Gartenhaus in Schwerin“; Höhe 123 cm).
Nach dem Studium ging Thomas zurück nach Dümmer, wo er als freischaffender Bildhauer arbeitete. Dort baute er sich ein kleines Anwesen aus und trat er der Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft bei. Sein erster wichtiger Auftrag war 1965 eine Bronze-Porträtbüste Carl von Ossietzys für den Park des Sanatoriums in Sülzhayn, wobei ihn Fritz Cremer beratend betreute. Thomas wurde Mitglied des Verbands Bildender Künstler der DDR und lebte und arbeitete u. a. in Stralendorf und dann in einem denkmalgeschützten Bauernhaus in Rom bei Parchim. Neben Statuen und Büsten fertigte er vor allem Reliefs, bevorzugt in Gips und Ton. Der Rat des Bezirkes Schwerin verlieh jährlich den Fritz-Reuter-Kunstpreis, die 97 mm große Bronzeplakette schuf Thomas. Als Werke für den öffentlichen Raum schuf er u. a. die Brunnenplastik Zwei sitzende Mädchen (1967, Bronze)Abbildung in Bildende Kunst, Berlin, 12/1973, S. 579 im Betriebsgelände des Nähmaschinenwerks Wittenberge und Plastiken in Schwerin, Rostock und Parchim. Neben seiner künstlerischen Tätigkeit leitete Thomas in der DDR über Jahre eine „Fördergruppe Plastik“ an der Bezirkskulturakademie.
Rezeption in der DDR „Im Charakter dieser Arbeiten und ihrer Zweckbestimmung sowie in den kenntnisreichen Darlegungen über Gestaltungsfragen seines Metiers wurde das harmonische Einbezogensein des Künstlers in das gesellschaftliche Sein überzeugend sichtbar.“
Traugott Stephanowitz, KunstwissenschaftlerKunst und Künstler in Schwerin. In: Bildende Kunst, Berlin, 12/1973, S. 575
Darstellung in der bildenden Kunst Klaus Illner (* 1947): Der Bildhauer Stefan Thomas (Kohle, Kreide und Rötel)
Weitere Werkbeispiele mini|alt=Skulptur einer Ziege auf dem Schweriner Ziegenmarkt von der linken Seite, Ziege ist als sehr mager dargestellt.|Skulptur einer Ziege auf dem Schweriner Ziegenmarkt mini|200px|Kinderbaum (1980) in Schwerin Porträt V. Gatzke (1967, Porträtbüste, Gips) Porträt Kurt Bürger (1969, Porträtbüste, Gips für Bronze) Mädchenporträt (1971, Porträtbüste, Gips) Werner Seelenbinder (1975, Stele; Schwerin) Urteil des Paris (1979, Bronze; Schuhmarkt Parchim, seit 2000 Grünfläche „Rosengarten“, weitere Variante in Greifswald im Hof der Berufsschule) Kinderbaum (1980, Bronze; Parkanlage in Schwerin) Ziege (1981, Bronze; Schwerin, Ziegenmarkt)
Ausstellungen
Personalausstellungen 2018: Schwerin, Kunst-Wasser-Werk e.V. („unten & oben“; mit Britta Matthies)
Teilnahme an zentralen und wichtigen regionalen Ausstellungen in der DDR 1967/1968 und 1972/1973: Dresden, VI. Deutsche Kunstausstellung und VII. Kunstausstellung der DDR 1986/1987: Suhl („Das sicher sei, was uns lieb ist“. Zentrale Ausstellung zum 40. Jahrestag der Gründung der Grenztruppen der DDR)
Literatur Thomas, Stefan. In: Dietmar Eisold (Hrsg.): Lexikon Künstler in der DDR. Verlag Neues Leben, Berlin 2010, ISBN 978-3-355-01761-9, S. 952/953
Einzelnachweise
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